AAA-Spiele können so langweilig sein

(Kolumne)

von Daniel Kirschey (20. Dezember 2017)

Mir ist vor kurzem etwas bewusst geworden. Als ich mich damals darüber freute, dass für - meine Kollegen würden jetzt sagen "ein obskures, japanisches Spiel" - Nier ein zweiter Teil angekündigt wurde, fiel mir etwas auf. Ich habe mich beispielsweise nicht so sehr auf Assassin's Creed - Origins gefreut. Ja, heute ist Nier - Automata wohl kein "obskures Spiel mehr". Doch Spiele von großen Publishern scheinen mich nicht mehr so zu reizen. Woran liegt das?

Kurz habe ich in mich hineingehorcht. Was ist für mich der größte Unterschied zwischen einem Spiel wie Assassin's Creed - Origins und beispielsweise Nier? Dann fiel es mir auf. Wenn ich Assassin's Creed spiele, egal welcher der letzten drei oder vier Teile, zeigen mir diese Spiele nichts Neues. Eine mehr oder minder interessante Geschichte, Spielmechaniken, die ich schon aus den inzwischen zehn anderen Teilen kenne. Die Türme aus Assassin's Creed finde ich inzwischen auch in Far Cry, Mordors Schatten, The Legend of Zelda - Breath of the Wild und Watch Dogs. Zwar ist Breath of the Wild hier in der "Turm-Liste", dennoch ist es ein innovatives Spiel.

Auch wenn ich die Spiele durchaus mag, bekomme ich immer Bekanntes vorgesetzt. Anders geht es mir auch nicht mit beispielsweise GTA, Call of Duty, Battlefield, Horizon - Zero Dawn und anderen Spielen. Horizon - Zero Dawn ist ein großartiges Spiel, so lange geschliffen, bis es nahezu perfekt ist - aber nichts wirklich Innovatives, nichts Neues.

Dagegen finde ich in Spielen wie Oxenfree ein Dialog-System, das es so noch nie gab, in Nier - Automata wirft mich Yoko Taro in Situationen und Gefühle, die mir ein Videospiel so noch nie vermittelt hatte. Mir ist bewusst geworden, dass mir echte, eigene Empfindungen und Erlebnisse in und durch Videospiele wichtig sind; gerade dann, wenn das Spiel mir einen neuen Aspekt zeigt.

AAA-Spiele und heutige "großen Publishern" erinnern immer mehr an Hollywood. Sobald Publisher bemerken, dass ein Produkt gut läuft, wird ein Teil nach dem anderen dazu veröffentlicht. Wenn Entwickler und Publisher merken, dass ein bestimmtes Genre oder ein Spielmodi erfolgreich ist, versucht jeder einen Stück vom Kuchen abzubekommen - siehe PlayerUnknown's Battleground. Inzwischen hat gefühlt jedes Online-Spiel einen "Battle Royale"-Modus.

Das führt dazu, dass ich immer mehr Indie-Spiele oder "obskure, japanische Spiele" zocke. Die schaffen es einfach eher, mich mit einer Spielmechanik, mit einer Wendung in der Handlung oder irgendetwas anderem zu überraschen - das ich nicht so schon fünfhundertmal in allen anderen Spielen gesehen habe.

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