Verblüffende Gaming-Eigenarten aus aller Welt

(Special)

von René Wiesenthal (23. Dezember 2017)

Menschen unterscheiden sich weltweit in Bezug auf ihr Videospielverhalten. Oftmals sind diese Unterschiede nicht gravierend, in manchen Teilen der Welt haben sich aber Besonderheiten entwickelt, die erstaunlich sind.

Wir alle haben individuelle Gewohnheiten und Präferenzen beim Spielen, aus denen sich im Mittel beispielsweise ein durchschnittlicher deutscher Gamer bestimmen lässt. Im nationalen Vergleich können sich Unterschiede in den Spielgewohnheiten zwischen Deutschland und anderen Nationen auftun. Unter anderem beeinflussen gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen Vorlieben und den Konsum von Games auf unterschiedliche Weise. In manchen Teilen der Welt gibt es Abweichungen von unseren Gewohnheiten, die überraschend für euch sein könnten.

Spiel nicht mit den Schmuddelkonsolen!

Zum Beispiel in China. Seit dem Jahr 2000 durften Konsolen dort nicht legal beworben oder gekauft werden, weil vermutet wurde, dass diese sich negativ auf die Entwicklung von Jugendlichen auswirken. Auch wenn ein Schwarzmarkt für diese existierte, führte das dazu, dass Spiele so gut wie nie für den chinesischen Markt lokalisiert wurden. Dadurch ist die PC-Spielkultur im Land sehr erstarkt. Im Jahr 2014 wurde der Bann zwar aufgehoben, nach wie vor sind in China aber vor allem MMOs auf dem PC wie World of Warcraft extrem beliebt.

Aber auch andere Multiplayer-Spiele wie League of Legends, Dota 2 und Starcraft ziehen weit mehr Spieler vor die Bildschirme als in Deutschland. Laut einem Bericht von ThoughtCo. war auch der Besitz von PCs oder eines Internetanschlusses bis vor einigen Jahren noch eine Seltenheit in China. Somit haben sich Internet-Cafés etabliert, in denen sich Menschen mit ihren PCs einnisten, um die Tage dort mit Zocken zuzubringen.

eSports-Fame und tote Spieler

In Südkorea ist kompetitiver Multiplayer extrem beliebt und eine anerkannte Form des sozialen Zeitvertreibs. Ein großer Teil der Bevölkerung spielt dort regelmäßig Online-Spiele. Wie in China haben sich auch hier Cafés etabliert, in denen zuhauf gespielt wird, doch sie sind noch spezieller. Denn in diesen so genannten „Bangs“ sind leistungsstarke PCs eingerichtet, an denen gegen eine Gebühr für einen bestimmten Zeitraum gezockt werden kann. Es kam schon mehrfach vor, dass Besucher in den verrauchten Zockerhöhlen gestorben sind.

In Südkorea sind eSportler Superstars. (Quelle: YouTube ZDF)In Südkorea sind eSportler Superstars. (Quelle: YouTube ZDF)

Durch die breite Akzeptanz von wettkampforientiertem Gaming sind eSports in Südkorea anerkannter Nationalsport und in der Popularität mit Fußball hierzulande zu vergleichen. Wettkämpfe werden im TV übertragen, eSportler genießen Superstar-Status, es gibt riesige eSports-Arenen und sogar einen Verband namens KeSPA, der die Veranstaltungen verwaltet.

Lang lebe die Vita!

Auch in Sachen mobiles Gaming tickt der ferne Osten etwas anders. In Deutschland ist die PS Vita trotz großen Potenzials alles andere als gefragt. Das zeigt sich auch an den Veröffentlichungen respektive den Vita-Regalen beim Spielehändler – sofern überhaupt vorhanden. Wie die Kollegen von Kotaku im März berichteten, ist Sony in Japan immer noch stark auf das Marketing für die Handheld-Konsole fokussiert, weil die Nachfrage entsprechend groß ist. Die Verantwortlichen des Konzerns schreiben der mobilen Version von Minecraft eine entscheidenden Beitrag zum Erfolg zu.

Allerdings ist die Konsole auch unabhängig davon nach wie vor sehr beliebt in Japan. In Videospielgeschäften sind prall gefüllte Regale mit neuen "PS Vita"-Spielen zu sehen, große Aufsteller zu angekündigten Spielen für die Handheld-Konsole stehen in den Eingangsbereichen. Vor allem das Angebot an Visual Novels und Dating-Sims ist unüberschaubar groß. Deutsche Lokalisierungen dieser existieren zu einem Bruchteil. Generell spielen mobile Konsolen eine noch viel größere Rolle in Japan als bei uns. Viel gewöhnlicher ist es dort, Menschen jeden Alters beim Zocken in der Bahn zu beobachten.

Einmal frisch gehackte PSP, bitte.

Und auch die Vorgängerkonsole der Vita hat noch einen Platz auf dieser Welt. Auch wenn der Videospielmarkt in Indien vor allem durch Downloads mobiler Spiele in den letzten Jahren gewachsen ist, bleibt er im internationalen Vergleich noch eher klein. Wegen weit verbreiteten Raubkopierens war Videospielen dort lange Zeit eine Nische.

Laut einem Bericht vom indischen Nachrichtensender NDTV finden Konsolen- und Spielekäufe in Indien größtenteils nicht in Fachgeschäften, sondern größeren Märkten statt, in denen das Personal nicht speziell dafür geschult ist. Daraus resultiere ein unvollständiges oder unsinniges Sortiment, das teilweise nicht einmal Neuheiten beinhalte. Während die PS Vita zum Beispiel kaum präsent sei, würde die PSP weiterhin verkauft, weil Händler mit der Möglichkeit werben, diese leicht hacken zu können. Die dazugehörigen Spiele vergammelten dann aus naheliegenden Gründen im Regal.

Entsprechend dieser Besonderheiten verschiedener Länder stellen sich natürlich auch Publisher individuell auf einzelne Märkte ein. Würdet ihr euch wünschen, dass manche der genannten Trends auch nach Deutschland übergreifen, beispielsweise ein größeres Angebot für PS Vita? Schreibt uns eure Meinungen in die Kommentare!

Tags: E-Sport   Multiplayer   Politik   Turnier  

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