Jobs für Quereinsteiger: Auch ihr habt eine Chance in der Spieleindustrie

(Special)

von Micky Auer (27. Dezember 2017)

Gehört ihr zu jenen Leuten, die nicht nur leidenschaftlich gerne zocken, sondern auch glauben, sie hätten wundervolle Ideen, technisches Können und kreative Begabungen, die viel besser in der Spielebranche aufgehoben wären als in den Berufen, die ihr tatsächlich ausübt?

Jetzt fühlt es sich aber so an, als würdet ihr in eben diesem Beruf feststecken, ohne die Chance zu haben, jemals eure Leidenschaft auszuleben und euer Können unter Beweis zu stellen. Zu groß erscheinen die Einstiegshürden in die Spielebranche. Ihr habt niemals etwas in den entsprechenden Bereichen studiert, ihr hattet keinerlei Berührungspunkte mit den geforderten Aufgaben.

Beudetet das das Ende eurer Träume?

Nein, das muss es nicht. Zugegeben: Es ist schon als ausgebildeter Programmierer, Grafiker oder Designer nicht einfach, in der Branche Fuß zu fassen. Entsprechend schwierig gestaltet sich der Einstieg natürlich für jemanden, der aus einem gänzlich anderen Bereich kommt. Dennoch: Es ist nicht unmöglich. Um es zu schaffen, ist eine gewisse Portion Glück ebenso erforderlich wie ein hohes Maß an Leidenschaft, gepaart mit Können. Wenn ihr euch richtig präsentiert und mit den richtigen Personen zu tun habt, kann euer Charisma auch die größten Hürden überkommen.

Wenn zu euren großen Vorsätzen für das kommende Jahr 2018 das Vorhaben zählt, euch beruflich neu zu orientieren und den Sprung in die Spielebranche zu wagen, haben wir für euch ein paar Tipps gesammelt, die euch den Einstieg erleichtern können.

Arbeit mit Menschen, die an Spielen arbeiten

Kenntnisse in Team-Führung, Planung, Organisation und dem Verwalten von Daten und Informationen geben euch eine gute Chance, in administrative Berufe in der Spielebranche einzusteigen. Der Entwicklungsprozess eines Spiels ist keine gut geölte Maschine, sondern meistens eher das Chaos aus der Hölle. Jemand, der da den Überblick bewahrt und darauf achtet, dass Termine eingehalten werden, Informationen an die richtige Stelle gelangen und die Kommunikation fließt, ist gern gesehen.

Ihr habt alles und jeden im Blick? Die Spielebranche braucht euch!Ihr habt alles und jeden im Blick? Die Spielebranche braucht euch!

Auch steht ein Entwickler-Team (wie jedes andere Team auch, das hart an komplexen Projekten arbeitet) gerne mal 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche unter Strom. Das Zwischenmenschliche kann dabei Auslöser für hell lodernde Dramen oder für Freundschaften sein, die ein Leben lang halten. Jemand, der die Empathie und das soziale Feingefühl mitbringt, ist wie Balsam für ein gestresstes Team.

Solche Fähigkeiten werden zum Beispiel von einem Associate Producer verlangt. Ihr seid aktiv an der Entwicklung beteiligt, versteht die Abläufe und wisst, wie das Endprodukt aussehen soll. An vorderster Front arbeitet ihr aber mit Menschen, die eine vernünftige Schnittstelle für fast alle Abläufe brauchen. Das Wissen um Videospiele, das ihr sicher mitbringt, ist dabei ein wichtiger Faktor, den ihr nicht im Hintergrund vergammeln lassen solltet.

The Elder Scrolls Online: Ein gigantisch großes Spiel, dessen Community viel Arbeit erfordert. Vielleicht auch eure?

Die Arbeit mit Menschen auf Seiten der Presse und der Konsumenten erfordert vielleicht sogar noch mehr Feingefühl. Das Produkt entsprechend zu präsentieren, die Pressekontakte zu pflegen und dafür zu sorgen, dass die Redaktionen von Magazinen und Webseiten alle Materialien und Infos haben, die sie für ihre Berichterstattung brachen, die Schnittstelle zwischen Publisher und der Welt da draußen zu sein: Wenn euch das liegt, seid ihr in der PR (Public Relations) gut aufgehoben. Hier finden sich viele Quereinsteiger, denen die Öffentlichkeitsarbeit im Blut liegt.

Seid ihr besonders gut bewandert in großen Online-Spielen und habt ein Händchen dafür, eine große Community zu verwalten, wäre vielleicht die Rolle eines Community Managers die richtige für euch. Online- ebenso wie Offline-Events in der echten Welt zu managen ist nur ein Teil der wichtigen Aufgabe, die ihr - von einem Publisher unterstützt - für die Spieler erbringt.

Die Wortschmiede und Zocker-Profis

Ihr habt zahllose Bücher und Comics auf Englisch konsumiert, schaut euch Filme grundsätzlich nur im Original an und ihr habt ein Talent für den Umgang mit Worten, findet aber die Übersetzung von Videospielen schauderhaft? Nun, dann solltet ihr vielleicht den Weg in die Lokalisierung von Spielen wagen. Zwar haben nur wenige Publisher eine eigene Loka-Abteilung, jedoch gibt es zahlreiche Agenturen, die ihre Übersetzungsdienste für Videospiele anbieten und - sofern sie was taugen - auch immer wieder gebucht werden.

Ihr beherrscht eine Fremdsprache, oder gar mehrere? Wie wäre es mit einer Karriere als Übersetzer von Videospielen?Ihr beherrscht eine Fremdsprache, oder gar mehrere? Wie wäre es mit einer Karriere als Übersetzer von Videospielen?

Was aber, wenn ihr niemals studiert habt, um Übersetzer zu werden? Es ist so: "Übersetzer" ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Das heißt, ihr braucht kein Studium, um offiziell als Übersetzer zu arbeiten. Sehrwohl natürlich als Dolmetscher oder vereidigter Übersetzer, aber das ist eine andere Geschichte, die vor allem in den Bereichen Wirtschaft und Recht Anwendung findet.

Wichtig ist, dass ihr in der Lage seid, einen fremdsprachigen Text vollkommen richtig zu verstehen und in eure Muttersprache zu transportieren. Und das ist der Hauptknackpunkt: Wie gut beherrscht ihr eure eigene Muttersprache? Ihr solltet nahezu fehlerfrei schreiben können, Grammatik, Rechtschreibung und Interpunktionsregeln beherrschen und über einen großen Wortschatz verfügen. Ein natürliches Talent zum Schreiben guter Texte rundet das Paket ab.

Oder aber ihr seid hervorragende Spieler, habt aber keine große Lust auf den gefüht zehntausendsten YouTube-Kanal, in dem jemand ununterbrochen beim Spielen quasselt? Dann wäre vielleicht der Job als QA-Tester etwas für euch. Für viele ist es ein Traum, den ganzen Tag lang die neuesten Spiele noch vor der Veröffentlichung spielen zu können und dafür auch noch Gehalt zu bekommen. Allerdings sei hier eine Warnung ausgesprochen:

Der Job des Spieletesters ist einer der wichtigsten, härtesten und gleichzeitig undankbarsten in der gesamten Branche. Es ist meist ein Vollzeit-Job, den ihr nicht neben einem Studium oder nur stundenweise erledigen könnt. Zu Stoßzeiten kann es passieren, dass ihr im Schichtbetrieb arbeiten müsst (glaubt uns: Das wollt ihr nicht!) und die Bezahlung ist zumeist ziemlich schlecht.

Außerdem habt ihr kaum die Chance, ein Spiel, an dem ihr arbeitet, auch wirklich zu genießen. Es könnte eine Produktion sein, die euch vom Thema oder dem Genre her überhaupt nicht zusagt. Trotzdem müsst ihr daran arbeiten. Hinzu kommt, dass ihr euch selten frei im Spiel bewegen dürft. Euch werden Aufgaben zugewiesen, die ihr gezielt ausführen sollt, um zum Beispiel technische Bugs zu reproduzieren. Und das - je nach Größe des Spiels - oft wochen- oder monatelang.

Vorteil der ganzen Sache: Die Voraussetzungen für den Job als Tester sind längst nicht so streng wie in anderen Bereichen der Branche. Und es gibt sicherlich Aufstiegsmöglichkeiten, die auch in andere Bereiche des jeweiligen Publishers führen.

Weiter mit: Der Weg ins Ausland, Eure Leidenschaft zählt

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Tags: Schwerpunkt Jobs  

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