2018 würde ich gerne weniger die Welt retten

(Kolumne)

von Matthias Kreienbrink (01. Januar 2018)

In Videospielen steht sehr oft alles auf dem Spiel. Wenn die Spieler nicht wären, würde die Welt, die Menschheit, das Universum ausgelöscht werden. Das muss doch nicht sein - je kleiner die Geschichte, desto bewegender.

So oft geht es in Videospielen um ALLES

Die große Verschwörung, die große Bedrohung, die große Rettung. In Videospielen, so scheint es auf den ersten Blick, ist immer alles groß. Die Spieler sind der Nabel der Welt. Sie erspielen sich die ultimative Selbstermächtigung, schwingen sich auf, die Welt zu retten. Aber wird das nicht langsam langweilig?

Ich zumindest fiebere nicht mehr wirklich mit, wenn etwa in einem Mass Effect - Andromeda mal wieder das personifizierte Böse aufritt, das ich besiegen muss. Sicherlich, es kann grandios sein, wenn es in einem Videospiel um alles geht. Explosionen, Zauber, Welten-Dämmerung. Aber irgendwann hat man das dann doch alles schon gesehen. Der Effekt - das Mitfiebern - bleibt aus.

Daher würde ich mich freuen, wenn 2018 die Geschichten wieder kleiner würden. Und dadurch überraschender, intelligenter, frischer. Natürlich sollte es auch weiterhin die großen Helden geben, die dem Schicksal trotzen und die Menschheit retten. Doch könnten diese durch viel persönlichere Geschichten ausbalanciert werden.

Wenn ihr dann etwa zunächst alltäglich anmutende Geschichten durchspielt, in diesen aber die Dramatik, die Freude, das Leben entdeckt. Wenn ihr in zwischenmenschlichen Beziehungen ebenso viel Potenzial für fesselnde Geschichten entdeckt wie in Weltenrettungen. Oder wenn plötzlich der Verlust eines einzelnen Menschen viel mehr schmerzt als Tausende, die auf Schlachtfeldern sterben, dann könnten Videospiele zeigen, dass sie auch - oder gerade - kleine, persönliche, private, politische, dramatische, lustige, gesellschaftliche Geschichten erzählen können. Ohne euch gleich immer zum großen Retter zu stilisieren. Denn eigentlich sind Retter doch vor allem eines: eindimensional.

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