Dieser eine Moment: Sehnsucht nach meinem Leben - Einschränkung: Ja, Opfer: Nein

(Kolumne)

Einschränkung: Ja, Opfer: Nein

Im Freundes- und Bekanntenkreis sowie in meiner Familie wird viel gespielt. Doch im Laufe der vergangenen Jahre kamen auch viele Kinder auf die Welt. Ich bin mehrfacher Onkel, Paten-Onkel und beobachte, wie die Kinder heranwachsen und schon bald selbst anfangen werden zu zocken. Ihre Eltern sind alle mit dem Medium Videospiel aufgewachsen und haben sicher nichts dagegen, wenn sich auch ihre Kinder dafür interessieren (und falls doch, werde ich sie gerne daran erinnern).

Gar keine Frage: Wenn Kinder in der Nähe sind, verkneift euch Spiele wie The Evil Within 2.Gar keine Frage: Wenn Kinder in der Nähe sind, verkneift euch Spiele wie The Evil Within 2.

Doch alle diese Leute wussten ganz genau, worauf sie sich einlassen würden und mit welchen Einschränkungen das verbunden ist. Reduzierte Spielzeit war ihnen allen klar, und nach einem anstrengenden Tag und einer vielleicht durchwachten Nacht, weil das kleine Ungeheuer nicht schlafen konnte, verspüren die wenigsten noch Lust auf Videospiele. Sie haben ja auch jahrelang viel Zeit damit verbracht, jetzt ist die Priorität woanders.

Doch was ist mit den jüngeren Eltern da draußen? Sicher sind einige von euch selbst Eltern und wissen, wie anspruchsvoll kleine Kinder sind. Aber habt ihr deswegen gänzlich aufs Zocken verzichtet? Oder habt ihr eure Zeit anders eingeteilt? Wie geht ihr damit um? Aus meinem Umfeld kenne ich ausschließlich stark ausbalancierte Lösungen. Es werden notwendige Einschränkungen gemacht, jedoch wird keine Leidenschaft zum Opfer-Altar getragen.

Assi-Eltern, die den ganzen Tag vor PC und Konsole hocken, während die Wohnung im Dreck versinkt und die Kinder verwahrlosen, braucht auch kein Mensch. Ein Kind und dessen Wohlergehen haben immer Priorität. Aber mal ehrlich: Bei allem Stolz und aller Freude über die eigene Familie - schwingt da nicht eine gewisse Verbitterung im Hintergrund mit, wenn man sich einfach alles verkneift? Der Blick des jungen Mannes am Fenster gegenüber sah so aus.

Der älteste der fiesen Eltern-Tricks: Kabel rausziehen und so tun als ob!Der älteste der fiesen Eltern-Tricks: Kabel rausziehen und so tun als ob! (Bildquelle: Dorkly)

Das heißt jetzt um Himmels Willen nicht, dass ihr eure Entscheidung eine Familie zu gründen (oder eben nicht) daran festmachen solltet, ob ihr bereit seid, weniger zu zocken. Wenn der Gedanke aber auch nur kurz aufblitzt und mit Wehmut und einer unterschwelligen Verlustangst verbunden ist, könnte das ein Indiz dafür sein, dass ihr vielleicht noch nicht bereit seid, diesen Schritt zu wagen. Vielleicht ist es euch noch wichtig, jedes Wochenende in den Club zu gehen. Vielleicht wollt ihr noch nächtelang vor der Konsole sitzen. Vielleicht braucht ihr es einfach noch, mal richtig die Sau rauszulassen. Der Wunsch, Videospiele zu spielen, ist in diesem Fall nur eines von vielen Symptomen.

Und keinesfalls maße ich es mir an, ein so komplexes und wichtiges Thema wie Familienplanung auf den Nenner "Videospiele und Zocken" runterzubrechen. In keiner Weise! Aber die eingangs beschriebene Situation hat mich zu dem Entschluss geführt, gleich nach Neujahr meinen jahrelangen Nachbarn, von dem ich nicht mal den Namen kenne, einfach mal anzusprechen und zu fragen, ob er nicht Lust hätte, mal ein paar Runden zu zocken. Ich treffe ihn oft genug auf der Straße. Und ich bin mir sicher, wir können uns dabei peinliche Geschichten darüber erzählen, was wir von unseren Wohnzimmerfenstern aus so alles sehen ...

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Tags: Dieser eine Moment  

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