Online muss nicht immer sein - Es geht auch anders

(Kolumne)

von Maximilian Stulle (08. Januar 2018)

Seit das Internet für die meisten Besitzer eines PCs oder einer Konsole verfügbar ist, hat sich die Videospiel-Szene stark verändert. MMORPGs, MOBAs und Online-Free-to-Play-Spiele dominieren große Teile des Marktes und Spiele wie Playerunknown's Battlegrounds hetzen bis zu 100 Spieler gleichzeitig aufeinander. Die meisten Menschen sind mit dieser Entwicklung zufrieden und genießen die großen Gemeinschaften, die sich zum Beispiel in Minecraft entwickelt haben. Zu diesen Menschen gehörte ich auch lange Zeit. Wenn ich ein Einzelspieler-Spiel genießen wollte, hatte ich eine breite Auswahl. Und für meine sozialen Spielbedürfnisse gab es Spiele wie GTA 5 samt Online-Modus.

Doch seit kurzem gibt es ein erneutes Aufleben einer Nische, die mir persönlich wahnsinnig gut gefällt. Der Couch-Koop ist zurück. Und mit ihm die Abende mit Freunden, die mich nostalgisch an LAN-Parties und die Zeit, als ich mit meinen Geschwistern auf unserem GameCube spielte, erinnern.

Es kann nämlich eine wahnsinnig wohltuende Abwechslung sein, mal nicht mit hundert Fremden in einer Spielwelt herumzurennen. Ich muss mich nicht mit lästigen Hackern oder einer Gruppe an Meta-Pros herumschlagen. Statt der oftmals frustrierenden Erfahrung einer Online-Runde, voller spontaner Abmeldungen und zufällig zusammengewürfelten Team-Mitgliedern - ausgestattet mit schrottigen Mikrofonen - kann ich mich mit meinen guten Freunden voll und ganz auf das Spielgeschehen konzentrieren. Online muss eben nicht immer sein.

Ich sage sicher nicht, dass ich ohne Online-Spiele kann oder will. Aber es spricht eben auch nichts dagegen, seinen Horizont von Zeit zu Zeit einmal zu erweitern oder - in diesem Fall - zu verkleinern.
Spiele wie Towerfall Ascension, Crawl, A Way Out und Enter the Gungeon zeigen einer Generation von Gamern, die eventuell sogar mit Online-Funktionen als Selbstverständlichkeit aufgewachsen sind, dass es auch anders geht. Die scheinbare Mühe, sich mit seinen Freunden oder Geschwistern im echten Leben verabreden zu müssen, wird nämlich durchaus belohnt. Eine Couch-Koop-Erfahrung ist intimer und meist auch viel lustiger, als eine Runde mit Headset übers Netz.

Ich persönlich werde die Online-Funktionen einiger Spiele auch weiterhin nach Herzenslust nutzen und bin froh über die jüngsten Entwicklungen in dieser Kategorie von Spielen. Doch an einigen Tagen macht es mir einfach mehr Spaß, die Gesichter meiner Freunde sehen zu können, während ich sie digital vermöbel.

Wie seht ihr das? Spielt ihr Online- genauso oft wie Einzelspieler-Spiele? Habt ihr den Couch-Koop auch für euch (wieder)entdeckt oder kann euch das gestohlen bleiben? Ich finde: Einen Versuch ist es allemal wert.

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