Test My Time at Portia: Stardew Valley in 3D?

von Michael Krüger (18. Januar 2018)

Wo eine Werkbank steht, ist auch ein Weg - Willkommen in Portia, einer Welt in der es für jedes Problem das passende Rezept und für jeden Rohstoff das richtige Werkzeug gibt.

Nach einer äußerst erfolgreichen Kickstarter-Kampagne und einer ausgiebigen Alpha-Phase startet My Time at Portia am 23. Januar auf dem PC in die "Early Access"-Phase. Ist diese beendet, soll das Adventure auch für aktuelle Konsolen erscheinen. Bestätigt wurden bislang sowohl eine Fassung für PS4 als auch Nintendo Switch.

Wir haben uns My Time at Portia im aktuellen Zustand zur Brust genommen und verraten euch, was euch hier erwartet und wie viel Luft nach oben ist, die von den Entwicklern möglicherweise während des letzten Entwicklungsstadiums genutzt werden kann.

Bekanntes in einer neuen Dimension

Um schnell ein Gefühl dafür zu bekommen, was euch My Time at Portia zu bieten hat, stellt euch am besten Stardew Valley in 3D vor. Ein großer Teil der Spielmechaniken und Abläufe ähneln sich in ihren Grundzügen. So kommt ihr auch in My Time at Portia als junger Mensch in einer kleinen Dorfgemeinschaft an und versucht euch hier ein Leben als arbeitender Teil der Gesellschaft aufzubauen.

Ihr seid nicht allein: Willkommen in Portia!Ihr seid nicht allein: Willkommen in Portia!

Da My Time at Portia in einer Art Postapokalypse angesiedelt ist, habt ihr es prinzipiell mit recht ursprünglichen Aufgaben zu tun. Ressourcenbeschaffung mit Axt und Spitzhacke gehören ebenso zu eurem Tätigkeitsbereich wie etwa die Konstruktion einfacherer Geräte und im späteren Verlauf auch das Pflanzen eigener Gemüsebeete.

Ein paar Unterschiede zum 2D-Vorbild gibt es dennoch. Der Fokus in My Time at Portia liegt nämlich auf den Auftragsarbeiten. Je nachdem, welche Mission ihr erhaltet, benötigt ihr zunächst Rohstoffe und nutzt anschließend die Geräte in eurer Werkstatt. Doch auch diese müsst ihr zunächst bauen. Der ständige Wechsel aus Bedürfnissen und Erledigungen sorgt für einen entspannten, wenn auch mitunter Grind-intensiven Spielrhythmus.

Arbeitseifer und Entspannung

Die bunte Welt von Portia lädt euch von der ersten Minute an zum Erkunden ein. Mithilfe eurer Fähigkeiten schaltet ihr im weiteren Verlauf auch Gebiete frei, wodurch ihr Zugang zu neuen Aktivitäten, Rohstoffen und Nebengeschichten erhaltet. Hierzu zählen zum Beispiel rudimentäre Dungeons, oder auch Stollen, in denen ihr besondere Metalle erhaltet.

So ganz ungefährlich ist die Welt von Portia nicht. Ihr müsst auch mit dem Schwert umgehen können.So ganz ungefährlich ist die Welt von Portia nicht. Ihr müsst auch mit dem Schwert umgehen können.

Die Balance aus wirtschaftlichen Aspekten, Rollenspiel-Elementen und einer Vielzahl von Crafting-Rezepten ist schon jetzt ziemlich gut gelungen und bildet die Grundlage für ein entspanntes Spielerlebnis. Das liegt zu einem nicht unerheblichen Teil auch an der Darstellung.

Sanfte Farbtöne und verträumte Melodien geben optisch und akustisch das wieder, was euch My Time at Portia inhaltlich bietet. Die Wiesen sehen saftig aus, die Figuren und besonders die Tiere sind niedlich und sogar eure Feinde haben einfach etwas Drolliges an sich. Portia ist ein zauberhafter Ort. Zumindest für diejenigen, die einer friedfertigen und dezent kitschigen Stimmung etwas abgewinnen können.

VORLÄUFIGE WERTUNG: 83

Meinung von Michael Krüger

Auch wenn der Vergleich möglicherweise schon etwas abgedroschen ist, doch Spiele wie My Time at Portia gehören definitiv in die Kategorie "Der Weg ist das Ziel". Auf eurem Weg von Rezept zu Rezept, um immer mehr freizuschalten, wird Grinden zum meditativen Unterfangen und lässt euch wunderbar abschalten, während ihr ein kleines Parallelleben in einer romantischen Zeichentrickwelt startet. Hier seid ihr Erschaffer und tragt mit euren Produkten einen elementaren Teil in einer fiktiven Dorfgemeinschaft bei. Zusammen mit dem immer währenden Entdeckerdrang ergibt sich daraus eine konsistente Spielerfahrung, die nur langsam an Reiz verliert.

Ermüdungserscheinungen können zwar irgendwann einsetzen, doch die Neugier ist eigentlich immer zu groß, um aufzuhören, so dass aus einer kurzen Spiel-Session auch schnell mal ein halber Tag wird. Wie viel Spaß ihr mit My Time at Portia habt, hängt schlussendlich einfach davon ab, ob ihr gerne repetitiven Tätigkeiten nachgeht. Ist dem nicht so, könnten euch die oft gleichen Beschaffungswege nämlich schnell die Motivation nehmen. Nicht jeder reagiert ohne Frust darauf, dass bei so gut wie jedem neuen Rezept eine etwas umständlichere Komponente gefordert wird. Was des einen Herausforderung, ist des anderen Grund, das Spiel zu beenden.

Zählen Harvest Moon oder Stardew Valley zu euren Lieblingsspielen habt ihr jedoch nichts zu befürchten. My Time at Portia entführt euch auch zum jetzigen Zeitpunkt schon für weit über zwanzig Stunden in eine reichhaltige Spielwelt und läuft so gut wie frei von spielbestimmenden Fehlern. Und dabei sind noch jede Menge Inhalte bis zur vollständigen Veröffentlichung geplant.

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