Test Dragon Ball FighterZ: Anime-Prügelei mit Knaller-Optik **UPDATE: 29. Januar 2018**

von René Wiesenthal (22. Januar 2018)

Es wird wieder gekloppt in der Welt von Dragon Ball. Nach diversen Experimenten, die das Franchise durchlaufen hat, präsentiert sich Dragon Ball FighterZ als astreines Beat ’em up mit wunderschöner Anime-Optik - aber auch einigen Schwächen.

In der Welt von Dragon Ball geht es ruppig zu. Seit Jahrzehnten geben sich Son Gokus Freunde und Rivalen nun schon bei jeder Gelegenheit gegenseitig vor die Kauleiste. Bandai Namco wird nicht müde, die Anime-Serie um immer neue Videospiele zu erweitern, die mal mehr und mal weniger gelungen sind. Innovationsmotoren waren sie noch nie und das ändert sich auch mit Dragon Ball FighterZ nicht.

Dieses Video zu Dragon Ball FighterZ schon gesehen?

Das Spiel ist vielmehr eine Rückbesinnung auf die wesentlichen Stärken des „Beat 'em up“-Genres, was vor allem damit zusammenhängt, dass mit Arc System Works die „Guilty Gear“- und BlazBlue-Veteranen als Entwickler tätig waren. Und das tut der Serie erstaunlich gut.

Lobbyarbeit

Bevor ihr das erste Mal die Fäuste und andere Extremitäten schwingt, begrüßt euch das Spiel in der Lobby. Diese Hub-Welt, von der aus ihr alle Spielmodi und -optionen anlauft, ist viel weniger weitläufig und umfangreich als zuletzt in Dragon Ball -Xenoverse 2. Die kurzen Laufwege übernimmt hier ein kleiner Avatar mit übergroßem Schädel, den ihr frei wählen und geringfügig individualisieren könnt.

Diese Lobby-Versionen der "Dragon Ball"-Charaktere sehen ein wenig aus wie „Funko Pop!“-Sammelfiguren und bieten so wie die Lobby an sich keinen wirklichen Nutzen für Einzelspieler. Glücklicherweise könnt ihr alle Modi aber alternativ per Tastendruck ansteuern. Es ist abzuwarten, inwiefern die Netzwerkfunktionen, die zum Zeitpunkt des Tests noch nicht verfügbar waren, die Lobby bereichern.

In der Lobby mit dem Mini-Cell: Von hier aus erreicht ihr alle Spielmodi.In der Lobby mit dem Mini-Cell: Von hier aus erreicht ihr alle Spielmodi.

Die Spielmodi selbst bleiben überschaubar, da können auch die kleinen, süßen Männlein nicht drüber hinwegtäuschen, die uns zu diesen willkommen heißen: Neben einem Story- gibt es einen so genannten Arcade-Modus und die Übungshalle. Dort solltet ihr auch beginnen, bevor ihr euch etwas Größeres vornehmt.

Erst einmal in die Kampfschule

In drei verschiedenen Trainingsmodi lernt ihr schrittweise die Handhabung der Figuren im Kampf, von der Basis-Steuerung bis zu den Spezialangriffen. Und schon zeigt sich Dragon Ball FighterZ von einer viel besseren Seite: Ihr betrachtet das Geschehen ganz klassisch von der Seite, bewegt euch nach links und rechts, blockt durch Steuern in die Gegenrichtung des Kontrahenten und springt, wenn ihr nach oben drückt.

Wenige Eingaben, große Wirkung: In der Kampfschule lernt ihr die simple Steuerung.Wenige Eingaben, große Wirkung: In der Kampfschule lernt ihr die simple Steuerung.

Räumliche Tiefe, wie in anderen Serienspielen, gibt es nicht. In der Regel stehen sich zwei Dreierteams gegenüber, deren Mitglieder per Druck der linken Schultertasten gewechselt werden können. Die Steuerung ist also recht simpel, schon einfache Tastenkombinationen lösen spektakuläre Attacken aus. Intuitiv zaubert ihr mit Viertelkreisbewegung und Schlagtaste das erste Kamehameha aus den Handflächen, und auch die bildschirmfüllenden Meteor-Attacken werden ohne große Mühe nachgelegt.

Das macht die Kämpfe aber längst nicht stumpfsinnig. Wollt ihr auch härteren Gegnern die Stirn bieten, gibt es mehr zu lernen als bloße Angriffe: Beherrscht ihr beispielsweise Teleportangriffe, Konter und Erholungsbewegungen, die präzises Timing erfordern, könnt ihr das Blatt auch wenden, wenn ihr zwischenzeitlich einmal unterlegen seid. Funkenexplosionen verleihen einen kurzen Stärke-Boost und können euch so aus misslichen Lagen befreien. Superangriffe, die an die rechten Schultertasten gekoppelt sind, verbrauchen Ki-Energie, die sich durch Kampfhandlungen langsam auflädt oder manuell durch gleichzeitiges Halten der X- und Vierecktaste. Durch solche kleinen Feinheiten wird das Kampfsystem facettenreicher, so dass euer Verhalten bei schwierigeren Kämpfen situationsabhängig angepasst werden muss.

Seid ihr unvorsichtig, werdet ihr schnell von gegnerischen Kombos überrumpelt.Seid ihr unvorsichtig, werdet ihr schnell von gegnerischen Kombos überrumpelt.

Denn die Auseinandersetzungen können mitunter recht anspruchsvoll sein. Ausufernde Kombos machen sich auch eure Gegner sehr gern zu Nutze. Lasst ihr im falschen Moment die Deckung fallen, seid ihr Angriffsserien ausgesetzt, die schwer an eurer Gesundheit nagen. Reicht das Timing nicht für eine Parade oder einen Konter, ist es Zeit für einen taktischen Wechsel. Wenn ein Reservemitglied in den Kampf gerufen wird, zieht sich der geschundene Recke zurück, wodurch sich graduell ein Teil seiner verlorenen Gesundheit auffüllt.

Der Kampf endet im Normalfall dann, wenn alle drei Kämpfer eines Teams besiegt sind. Die namensgebenden Dragon Balls kommen in den Keilereien übrigens auch zum Einsatz: Landet ihr ausreichend viele Kombo-Angriffe, erscheint der Drache Shenlong, der euch für die Dauer des Kampfes einen wählbaren Vorteil verschafft.

Zeni regiert die Welt

Schon während der Tutorials werdet ihr finanziell entlohnt. Die so genannten Zeni, die Währung im Spiel, könnt ihr im Laden gegen Kapseln eintauschen. Diese beinhalten zufällige Gegenstände, wie neue Lobby-Avatare, Titelbildschirme und Charakterfarben. Das spricht den Sammeltrieb an, ist aber nur mäßig motivierend. Auch wenn sich die Menge an freischaltbaren Kapselinhalten sehen lassen kann, ist der konkrete Mehrwert eher gering. Zukünftig wird es hier wohl auch eine Verknüpfung zum Online-Shop geben. Diese stand uns beim Test noch nicht zur Verfügung, ob dort zusätzlicher Content auf euch wartet oder sich nur die Kapseln per Echtgeld erwerben lassen, ist zum Testzeitpunkt unklar.

Die Pfeile zeigen an, welche Pfade ihr gegangen seid - abhängig von den Kampfrängen.Die Pfeile zeigen an, welche Pfade ihr gegangen seid - abhängig von den Kampfrängen.

Dann doch lieber wieder ab in die Arena. Im „lokalen Kampf“ könnt ihr die im Tutorial erlernten Fähigkeiten zum Einsatz bringen. Bestreitet einzelne Kämpfe gegen Computergegner oder menschliche Gegenspieler und behauptet euch im serienbekannten Kampfturnier. Im „Arcade-Modus“ prügelt ihr euch mit einem Dreiergespann Pfade entlang, die mit einzelnen Kämpfen gespickt sind und sich zunehmend verästeln. Nach jedem Kampf erhaltet ihr einen Rang, bemessen unter anderem daran, wie viele Treffer ihr einstecken musstet. Je nach Rangwertung verlaufen eure Wege verschieden und die Gegner, auf die ihr trefft, variieren. Um den „perfekten Weg“ zu gehen und beim bestmöglichen Ende anzugelangen, müsst ihr also alle Kämpfe besonders gut abschließen.

Dadurch werden Folgekämpfe schwerer, die Belohnungen am Ende aber umso attraktiver, denn hier lassen sich unter anderem neue Kämpfer freischalten. Zu Beginn stehen euch 21 derer zur Auswahl – darunter natürlich Serienveteranen wie Son Goku, Vegeta und Krillin. Die Riege ist eine bunte Mischung aus Dragon Ball Z, Dragon Ball GT, Dragon Ball Super und den dazugehörigen Filmen. Neu in der Besatzung ist die Androidin C21, die ihr neben anderen nicht von Anfang an wählbaren Figuren im Verlauf des Spiels freischalten könnt. Diese wurde eigens für das Spiel und dessen Geschichte kreiert, feiert also ihre Premiere im „Dragon Ball“-Universum.

Weiter mit: Geschichten aus der Gruft, So muss ein Anime-Spiel aussehen, Fakten & Meinung

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Tags: Anime  

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