No Man's Sky

No Man's Sky: Meine Erfahrungen vor und nach den Updates (Kolumne)

von Maximilian Stulle (Mittwoch, 24.01.2018 - 06:00 Uhr)

No Man's Sky Gameplay Trailer

Erster Tag nach der Veröffentlichung: Ich trete meine Reise an

Einen Tag nach Veröffentlichung setzte ich mich an den Computer und startete das Spiel, von dem ich mir erhoffte, dass es alle meine Videospielträume erfüllt. Mir war bewusst, dass meine Erwartungen höchstwahrscheinlich nicht zu 100 Prozent erfüllt werden würden, doch war ich dennoch guter Dinge. Meine Reise begann auf einem düsteren, kalten Steinplaneten voller Felsen und Berge. Am Himmel hing ein riesiger, blaugrüner Planet einladend über mir. Nachdem ich mich mit den Spielmechaniken vertraut gemacht und mein Raumschiff repariert hatte, stieg ich ein und hob das aller erste Mal ab. Ich werde niemals vergessen wie gut es sich angefühlt hat, mit meinem Raumschiff die Athmosphäre meines Steinbrockens zu verlassen mit direktem Kurs auf den blaugrünen Planeten am Horizont.

Ähnlich wie dieser, hing auch mein Zielplanet einladend und gleichzeitig bedrohlich im Himmel
Ähnlich wie dieser, hing auch mein Zielplanet einladend und gleichzeitig bedrohlich im Himmel

Innerhalb von Sekunden war ich in den kalten Weiten des Weltraums. Das Gefühl nahtlos von einem Planeten zum nächsten zu fliegen, vor allem, wenn man sein Ziel bereits vom ersten Planeten aus sehen kann, ist unbeschreiblich herrlich. Dieser neue blaugrüne Planet war voll von exotischen Pflanzen und seltsamen Kreaturen, wie ich sie mir nie hätte ausmalen können. Diese ersten Stunden in No Man's Sky waren wundervoll.

Und nach einigen weiteren Wochen Spielzeit hatte ich mich hochgearbeitet zu einem reichen Händler von exotischen Gütern. Ich steuerte gezielt und souverain gefährliche Planeten in Sonnensystemen an, lud mein Schiff voll mit Perlen aus einem Ozean voller seltsamer Fische, und kämpfte gegen Horden von fliegenden Maschinen, die mich daran hindern wollten, ihr Ökosystem zu stören. Die Perlen verkaufte ich dann auf einer Raumstation, zusammen mit Ladungen an wertvollen Mineralien wie Mithril und Gold. Es fühlte sich gut an, einfach mein Ding zu machen, zu spielen wie es mir passte, und erfolgreich zu sein.

No Man's Sky - Raubbau der seltenen Eiweissperle und anschließende Flucht vor den Wächter-Kampfrohnen.

Doch es dauerte nicht lange, bis auch mir die deutlichen Spalten und Brüche in der scheinbar perfekten Fassade von No Man's Sky anfingen aufzufallen. Ich begann, Pflanzen und einzelne Körperteile von Aliens wieder zu erkennen. Muster in der prozeduralen Generierung wurden immer offensichtlicher und die scheinbar endlose Weite des Kosmos wirkte auf einmal gar nicht mehr so gigantisch. Vielmehr hatte ich das Gefühl, stets nur eine leicht abgeänderte Version eines vorher schon einmal besuchten Planeten zu entdecken. Raumstationen und -Schiffe waren größtenteils gleich, sowohl optisch als auch im Aufbau.

Die NPCs wirkten steif und unnatürlich und die größte Enttäuschung von allem war die Story, also die Geschichte, die man als Spieler in der ersten Version von No Man's Sky durchspielen konnte. Ernüchtert von diesen Erkenntnissen und ein wenig desillusioniert verlor ich schon nach wenigen Wochen die Motivation weiter zu spielen und das Spiel staubte monatelang in meiner Steam-Bibliothek vor sich hin.

Im nächsten Update möchte ich bitte Tiere zähmen und als Haustiere halten können.
Im nächsten Update möchte ich bitte Tiere zähmen und als Haustiere halten können.

Mehr als ein Jahr nach Release: Die Reise durch den Kosmos geht weiter

Als die Pathfinder- und "Atlas Rises"-Updates für No Man's Sky veröffentlicht wurden, in Zusammenhang mit einem riesigen ARG welches übrigens gerade zurück ist, entfachte das bei mir erneut den Funken der Hoffnung, der einst zuvor die Leidenschaft für dieses Spiel bei mir gezündet hatte. Also lud ich die neuesten Updates für das Spiel herunter und machte mich daran, zu sehen was sich geändert hatte seit meinem letzten Abenteuer.

No Man's Sky - Atlas Rises Update-Trailer

Das Pathfinder-Update fügte neue Fahrzeuge und Basebuilding zum Spiel hinzu und optimisierte zusätzlich noch die Grafik. Mit dem "Atlas Rises"-Update wurde noch einmal 100 Prozent mehr Story, eine neue intelligente Alienrasse, rudimentärer Multiplayer, Missionen und noch viel mehr hinzugefügt. Sicherlich gab es jetzt mehr, was mich von den Wiederholungen in Gameplay und Generierungssoftware ablenken konnte. Und man, ich wurde nicht enttäuscht!

Fahrzeuge und die Möglichkeit eine Bais auf einem Planeten zu errichten sind neue Funktionen seit Pathfinder
Fahrzeuge und die Möglichkeit eine Bais auf einem Planeten zu errichten sind neue Funktionen seit Pathfinder

Seit den Updates in No Man's Sky habe ich wieder monatelang gespielt und bin dabei in die Story investierter als je zuvor und genieße sämtliche neue Funktionen in vollen Zügen. Auch wenn die ursprünglichen Limitierungen, die mich so störten, teilweise nach wie vor vorhanden sind, gibt es jetzt so viel zu tun, dass mir das egal ist. Und wer weiß? Das nächste Update könnte schon bald vor der Tür stehen. Ich ziehe meinen Hut vor den Leuten bei Hello Games, die auch über ein Jahr nach dem problematischen Release ihres Spiels noch aktiv an der Entwicklung sitzen und versuchen das Spiel für alle perfekt zu machen.

Und hoffentlich sehen wir ja dann bald sogar noch mehr Diversität zwischen Alien-Spezies als ohnehin schon.

Was denkt ihr über No Man's Sky und dessen Entwicklung im letzten Jahr? Findet ihr es hat sich so weit verbessert, dass es seine ursprüngliche Kontroverse wieder gut gemacht hat, oder geht da noch einiges?

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