Männer in Videospielen - von Macho-Machtfantasien zur Vielschichtigkeit

(Special)

von Matthias Kreienbrink (26. Januar 2018)

Der Mann im Videospiel. Ein so komplexes Thema, dass es mehrere Bände füllen könnte. Dennoch versuchen wir uns hier auf drei Seiten an einem Überblick über die Entwicklung des männlichen Geschlechts im Videospiel. Folgt uns auf einer Reise durch Machtfantasien und Macho-Sprüche.

Oftmals der Inbegriff des modernen Videospiel-Mannes: Nathan Drake

Am Anfang war das Wort. So auch in Videospielen. Bevor Pixel oder gar Polygone Figuren darstellbar machten, passierte alles durch die Sprache. Text-Adventures waren es vor allem, die Geschichten von Abenteuern und Helden erzählten. Neben den Blöcken die ihr etwa in Pong hin- und herschießen konntet, gehörten diese Spiele mit zu den Anfängen der Videospiele.

Dabei handelte es sich um eine ziemliche Nische. Gerade zu Beginn waren Videospiele der Inbegriff des Hobbies der Nerds, die auf Dachböden und in Garagen herumwerkelten. Diese Nerds, so der allseits akzeptierte Mythos, waren freilich nur Männer. Dementsprechend wurden Videospiele von Beginn an vor allem für ein männliches Publikum geschrieben, sprachen daher wohl auch vor allem Männer an. Und sorgten damit dafür, dass auch weiterhin vor allem Männer in Videospielen dargestellt wurden.

Denn auch in den ersten Text-Adventures waren es vor allem Männer, die die Helden waren. Auch hier schon waren sie vor allem furchtlos und trotzten allen Gefahren. An dieser Grundkonzeption des Mannes in Videospielen hat sich bis heute leider nicht allzu viel verändert. Es mag nun mehr Nuancen geben. Mehr Ausnahmen. Doch zurück zum Beginn.

Als spätestens mit dem Nintendo Entertainment System die Pixel in komplexerer Form ihren Weg auf die Bildschirme fanden, begannen sich auch die Körper zu formen. Nun musstet ihr nicht mehr die Helden in eurem Kopf zusammenbauen. Musstet nicht mehr die Worte als Bausteine nutzen. Nun wurden die Helden von Entwicklern designt. Wenn auch zunächst noch sehr rudimentär, entstanden so Modelle von Figuren, die mit jedem Grafik-Sprung detailiertere Körper bekamen. Doch vielschichtiger wurden sie lange Zeit nicht.

Der Mann und sein Schwert. Eine komplizierte Geschichte.Der Mann und sein Schwert. Eine komplizierte Geschichte.

Betrachten wir das Super Nintendo. Dort vor allem die Rollenspiele, denn davon hatte die Konsole einige. In Secret of Mana wird ein Mann auserkoren, die Welt zu retten. Von einem Schwert. In Terranigma wird ein Mann auserkoren, die Welt zu retten. Vom Schicksal. In The Legend of Zelda - A Link to the Past wird ein Held auserkoren, die Welt zu retten. Von einer geheimnisvollen Stimme. In Illusion of Time wird ein Held auserkoren ... Ihr könnt euch vorstellen, wie diese Erzählung weiter geht.

Kurzum, die ersten männlichen Körper, die auf die Bildschirme projeziert wurden, waren sehr stereotyp. Das mag damals noch nicht negativ aufgefallen sein. Vielmehr sind alle Spiele, die oben genannt wurden ganz wunderbare Titel. Sie werden nicht dadurch geschmälert, dass sie eigentlich alle die gleiche Geschichte um den gleichen Helden erzählen. Ein Held, der mal blonde, mal braune Haare hat.

Denn besonders der Umstand, dass es sich um ziemlich drollige Pixel-Figuren handelte. Dass diese Spiele auch nicht "realistisch" sein wollten. Dass Videospiele zu diesem Zeitpunkt noch sich selbst suchten. All diese Umstände hat die Spiele vor allem charmant gemacht. Doch dann kamen die Polygone.

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