Test Subnautica: Motivierender Überlebenskampf in fantastischer Unterwasserwelt

von Benjamin Braun (31. Januar 2018)

Nach dem Absturz eures Raumschiffes strandet ihr auf einem fremden Wasserplaneten. Der folgende Überlebenskampf in Subnautica dreht sich nicht nur um Nahrungssuche und den Aufbau einer Forschungsstation, sondern auch um das Geheimnis einer uralten Alien-Zivilisation.

Eigentlich wäre der Planet 4546B perfekt für einen Urlaub geeignet. Bei euren Tauchgängen erkundet ihr die wunderschön leuchtende Unterwasserwelt mit ihren Korallenbänken und beobachtet bunte Fische, wie sie im Ozean auf und ab schwimmen. Untermalt ist das Ganze mit elektronischen Klängen, die euch zusätzlich dazu antreiben, immer tiefer in die gleichsam faszinierende wie rätselhafte Umgebung einzudringen. Dummerweise gibt es in Subnautica wenig Raum zum Entspannen. Nach dem Absturz eures Raumschiffes Aurora scheint ihr der einzige Überlebende zu sein – und müsst dringend etwas unternehmen! Denn der verbliebene Rest an Wasser und Nahrung wird euch das Überleben für kaum mehr als ein paar Tage sichern ...

Subnautica Cinematic Trailer

Wir haben uns für euch in die fremden Tiefen gewagt. Getestet wurde die PC-Version. Konsolen-Fassungen sind zwar

Unterstützter Überlebenskampf

So hoffnungslos, wie sich eure Lage zu Beginn von Subnautica darstellt, ist sie dann aber doch nicht. Nachdem ihr in ein Feuer in eurem Rettungsmodul gelöscht habt, habt ihr Zugriff auf erste Hilfsmittel, um einem drohenden Tod zu entrinnen. Mit dem sogenannten Fabrikator, eine Art 3D-Drucker, stellt ihr allerlei Werkzeuge her, gart aber auch Fisch und wandelt sogar salziges Meerwasser in trinkbare Form um.

Voraussetzung dafür ist das Sammeln der entsprechenden Zutaten und Materialien, die ihr in der reichhaltigen Flora und Fauna von Subnauticas Unterwasserwelt findet. Für Metallobjekte benötigt ihr Titanium, bestimmte Wasserpflanzen ermöglichen die Herstellung von Fasern oder gummiähnlichen Ressourcen, um eure Taucherausrüstung zu verbessern.

Welche Materialien ihr genau benötigt, um Schwimmflossen zu basteln oder Batterien für eure Taschenlampe herzustellen, könnt ihr direkt in eurem PDA nachlesen. Darin werden alle wichtigen Details über Baupläne, Ressourcen sowie eure per Scanner gesammelten Informationen zur Tierwelt übersichtlich strukturiert festgehalten. Das Gerät dient zugleich als persönlicher Assistent und versorgt euch regelmäßig mit Tipps und Hinweisen.

Nähert ihr euch etwa einer Korallenpflanze, verrät euch das PDA, dass ihr Teile davon nur mit einem Messer ernten könnt. Versucht ihr euch dem riesigen Wrack der Aurora zu nähern, die nur wenige hundert Meter von eurer Rettungskapsel entfernt liegt, empfiehlt der Computer-Helfer aufgrund der radioaktiven Strahlung in der Umgebung, zunächst entsprechende Schutzkleidung anzufertigen. Wer derartige Warnungen in den Wind schießt, segnet unweigerlich das Zeitliche.

Motivierend bis zum Schluss

Subnautica bestraft euch allerdings nie so streng wie andere Survival-Spiele. Egal, ob ihr verdurstet, von einem Raubfisch getötet werdet oder schlichtweg ertrinkt, weil euch der Sauerstoff unter Wasser ausgeht, ihr werdet stets verlustfrei in eurer Rettungskapsel zurückgesetzt. Das klingt anspruchslos, ist es aber nicht. Tatsächlich fällt ein gravierender Frustfaktor weg, wenn bereits erledigte Dinge eben nicht wiederholt werden müssen. Nur, wer die Welt erkundet, Ressourcen sammelt und clever verwaltet, kommt hier außerdem voran.

Später baut ihr eine eigene Station auf, die funktionell, aber auch gigantisch groß sein kann.Später baut ihr eine eigene Station auf, die funktionell, aber auch gigantisch groß sein kann.

Wer etwa in tiefere Gefilde des Ozeans abtauchen oder ein verschachteltes System natürlicher Unterwassertunnel erforschen möchte, kommt um den Bau einer besseren Tauchflasche nicht herum. So manchen Tiefseegraben werdet ihr nur lebendig wieder verlassen, wenn ihr ihn mit einem selbstgebauten U-Boot erreicht. Die Art und Weise, in der ihr in Subnautica euren Aktionsspielraum erweitert, macht es zu einem der motivierendsten Überlebens-Spiele überhaupt. Später könnt ihr sogar eine Unterwasserbasis mit diversen Funktionsmodulen wie Wasserfilter oder Pflanzenfarm errichten. Eurer Fantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt, wenn ihr die notwendigen Materialien besitzt.

Auch die Atmosphäre trägt ihren Teil zum einem fesselnden Spielerlebnis bei. Rein technisch mag Subnautica nicht den allerhöchsten Ansprüchen genügen – aufpoppende Umgebungsdetails und Ruckler besonders beim Auf- und Abtauchen gibt es immer wieder. Die Gestaltung der Unterwasserwelt allerdings gleicht solche Mängel ohne Weiteres aus. Bei nächtlichen Tauchgängen auf leuchtende Riesenquallen zu treffen oder neben majestätisch im Wasser schwebenden Krabbenwesen zu schwimmen, sind Bilder für die Götter.

Die Gefahren während eurer Erkungstouren vermittelt Subnautica aber nicht weniger. Wer im U-Boot in die Untiefen abtaucht, den wird das metallische Knacken der Außenhülle bei steigendem Druck kaum kalt lassen. Neben friedvollen Tieren trefft ihr auch auf aggressive Unterwasserbewohner wie Sandhaie. Andere verfügen über besondere Schutzfunktionen, versprühen giftige Sporenwolken, die euch infizieren können, oder verschießen blitzartige Energiewellen, die euch kurzzeitig orientierungslos machen.

Für jeden eine Option

Subnautica bietet mit seinen vier Spielmodi für jeden die passende Variante. Während ihr in „Überleben“ auch Hunger und Durst bekämpfen müsst, entfällt diese Pflicht im ansonsten identischen „Freien Spiel“. Wer die Herausforderung sucht, darf sich auch am „Hardcore“-Modus probieren. Sterbt ihr hier einmal, ist euer Abenteuer vorbei. Wer sich hingegen gänzlich entspannt der Erkundung der Welt oder dem Bau seiner Basis widmen möchte, die ihr ansonsten erst nach einigen Spielstunden in Angriff nehmen könnt, wird mit dem „Kreativ“-Modus glücklich.

Wer den Ozean erforscht, wird mitunter auf exotische Schönheiten wie diese hier stoßen. Erinnert ein wenig an den Film "The Abyss".Wer den Ozean erforscht, wird mitunter auf exotische Schönheiten wie diese hier stoßen. Erinnert ein wenig an den Film "The Abyss".

Hier sind alle Blaupausen sofort freigeschaltet, Ressourcen zur Herstellung braucht ihr keine, sterben könnt ihr ebenfalls nicht. Der Basenbau lässt auch gewaltige Konstruktionen zu, wenn ihr das möchtet. So komplex wie etwa das System in Fallout 4 ist das in Subnautica allerdings nicht – wenngleich ihr auch hier viele Elemente wie die Gewährleistung von Strom- und Luftversorgung beachten müsst. Dafür allerdings fällt die Bedienung auch per Controller komfortabler aus, wenn ihr zum Beispiel einen Verbindungsgang vom Biolabor zur U-Boot-Garage errichtet.

Während ihr im „Kreativ“-Modus alle Freiheiten genießt, müsst ihr darin auf die Storyelemente von Subnautica verzichten. Es fehlen also sämtliche abfangbaren Funksprüche und Textnachrichten. Zudem erfahrt ihr rein gar nichts über die uralte Alien-Zivilisation, die von zentraler Bedeutung für die Geschichte ist. Letztere bildet, wenngleich sie erwartungsgemäß nicht wie in einem Uncharted inszeniert wird, eine zusätzliche Motivation, euren Fortschritt voranzutreiben. Auch dabei lässt euch Subnautica nicht allein. Fangt ihr Notrufe der anderen neun Besatzungsmitglieder der Aurora ab (ob die noch leben oder nicht, dürft ihr euch selbst ausmalen), hilft euch ein zuschaltbarer Zielmarker, zum Ausgangspunkt der Hilferufs zu finden.

Im Rahmen der Geschichte erwarten euch zudem kleine Rätsel. Um Zugang zu bestimmten Orten zu erhalten, wobei nicht alle unterhalb des Wasserspiegels liegen, ist auch mal das Auffinden eines Türcodes notwendig. An anderen Stellen müsst ihr Hindernisse entfernen, was nur mit bestimmten Werkzeugen möglich ist. Solche Elemente bilden nicht den Kern von Subnautica, sorgen aber immer wieder für Abwechslung im Überlebensalltag. Zu einem zweiten oder dritten Durchgang motiviert die Geschichte des vielleicht 20 bis 30 Stunden langen Abenteuers aber nur zum Teil. Am Ablauf der Handlungsereignisse oder der Gestalt der Spielwelt ändert sich nach einem Neustart nämlich nichts.

Keine Verhandlungssache: Das Gebiss ist Trumpf!Keine Verhandlungssache: Das Gebiss ist Trumpf!

Meinung von Benjamin Braun

Der Bereich der Survival-Spiele wird in den letzten Jahren regelrecht überflutet, insbesondere mit Horror-Hintergrund. Während mich aber viele der anderen Spiele aus diesem Genre gnadenlos bestrafen und damit oft meine Motivation zerstören, ist Subnautica ganz anders. Die fantasievolle Unterwasserwelt mit ihrer reichhaltigen Flora und Fauna ermuntert mich von Beginn an zu Erdungstouren. Bereiche, die mir mit meiner anfänglichen Ausrüstung kaum oder gar nicht zugänglich sind, stacheln mich dazu an, neue Werkzeuge zu bauen und meine Ausrüstung zu verbessern.

Die hohe Motivation habe ich in Subnautica aber nicht bloß in den ersten Stunden, sondern das gesamte Abenteuer hindurch. Es bedeutet zwar einen gewissen Aufwand, bis ich mein erstes U-Boot bauen und nutzen kann. Aber ich kann stets zielgerichtet auf solche Ziele hinarbeiten und werde auf dem Weg dorthin nicht ständig hart bestraft und zurückgeworfen. Fehler wie den Bau eines zunächst weniger wichtigen Objekts kann ich zwar begehen, aber die rächen sich nie so, dass ich das Versäumte nicht auch später noch nachholen kann. Ein Selbstläufer ist Subnautica deshalb aber noch lange nicht. Wer grundlegende Elemente des Spielsystems ignoriert, kommt nicht weit. Wenn ihr auf Erkundung und Ressourcen-Abbau keine Lust habt, werdet ihr keinen Erfolg haben.

Aber abseits dessen ist Subnautica ein motivierender und vergleichsweise zugänglicher Vertreter, der euch im Rahmen der spannenden Geschichte immer wieder in die richtige Richtung stößt. Damit ist es ein perfekter Kandidat für Genre-Einsteiger und geeignet, um selbst von anderen Survival-Spielen frustrierte Spieler doch noch erfolgreich ins Boot dieser Gattung von Abenteuern zu holen.

86 Spieletipps-Award

meint: Ein intensiver und überaus motivierender Überlebenskampf in einer faszinierenden Unterwasserwelt mit erstaunlich wenig Frustfaktoren.

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Tags: Science-Fiction   Singleplayer  

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