Frauen in Videospielen - Ein ewiges Auf und Ab - Seite 2 (Special)

Anfang der 2000er wurde 3D-Grafik in Videospielen selbstverständlicher. Damit einhergehend wurde auch viel mehr Wert auf realitätsnahe Darstellung der Figuren gelegt (soweit das damals möglich war). Vergleicht man die Präsenz von Frauen in Videospielen aus dieser Zeit mit der heutigen Situation, scheint es einen Lichtblick zu geben.

Es gab Anfang 2000 durchaus Protagonistinnen, doch war es noch immer selbstverständlich, sich auf Stereotype zu beschränken und die Frauen zu sexualisieren. Ein gutes Beispiel ist da der in den 60er Jahren angesiedelte "First Person"-Shooter No One Lives Forever, in der Cate Archer die Hauptrolle übernimmt.

Cate Archer in No One Lives Forever im luftigen Outfit an kühlen WintertagenCate Archer in No One Lives Forever im luftigen Outfit an kühlen Wintertagen

Erneut wird viel Wert auf äußere Reize gelegtErneut wird viel Wert auf äußere Reize gelegt

Schon wieder wird der Fokus des Spiels deutlich. Nicht einmal an Orten des Spiels, an denen es sichtlich kalt ist, scheuen sich die Entwickler davor, den Fokus auf die Reize der weiblichen Spielfigur zu legen. Auch Square Enix schoss 2003 mit Final Fantasy X-2 über das Ziel hinaus. Drei Protagonistinnen klingt gut. Drei spärlich bekleidete Protagonistinnen eher weniger. Dabei spricht nichts dagegen, Wert auf Ästhetik oder schöne Kleidung zu legen. Doch für die nächsten Jahre war es das auch mit Frauen in der Hauptrolle in Videospielen: Spiele wie Prince of Persia (2005), Hitman (2006), Uncharted 3 (2011) oder Assassin's Creed 3 dominierten die Videospielregale. Fünf Jahre nach erscheinen des ersten "Assassin's Creed"-Teils wagte sich Ubisoft 2012 mit Aveline de Grandpré - dem ersten weiblichen Hauptcharakter - und Assassin's Creed - Liberation in fremde Gewässer. Lara Croft erfreut sich wie gewohnt weiterhin an Beliebtheit.

Yuna, Rikku und Paine in Final Fantasy X-2Yuna, Rikku und Paine in Final Fantasy X-2

Erst in den letzten drei Jahren wurde die Präsenz von weiblichen Hauptcharakteren spürbar. Uncharted - The Lost Legacy ist das erste Spiel der Reihe, in dem es um gleich zwei Frauen geht. Chloe Frazer und Nadine Ross beweisen, dass die Ästhetik nicht durch funktionelle Kleidung leidet. Dasselbe gilt für Aloy aus Horizon - Zero Dawn oder Maxine Caulfield aus Life is Strange. Horizon - Zero Dawn gewann sogar mehrere "Game of the Year"-Awards. Dishonored 2 setzte ebenfalls Maßstäbe. Mit Emily Kaldwin gab es nicht nur einen weiblichen spielbaren Charakter. Auch abgesehen von ihr werden wichtige Rollen durch Frauen vertreten. Unter anderem Soldatinnen und Politikerinnen sorgen dafür, dass Frauen in mächtigen Positionen Normalität sind.

Doch wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Denn während in den vergangenen Jahren deutlich wurde, dass endlich die Zeit gekommen ist, Frauen nicht mehr auf ihr Äußeres zu reduzieren, gibt es immer wieder Studios, die auf das altbewährte Fanservice-Modell zurückgreifen. Ein Klassiker aus dieser Kategorie ist Senran Kagura - Peach Beach Splash. Tanzende Frauen in Bikinis, singende Frauen in Bikinis (An einer Stelle heißt es: "Mein Bikini geht auf, du tust so, als würdest du nichts sehen."), mit Wasserpistolen kämpfende Frauen in Bikinis, Brüste in Bikinis, Bikinis, Bikinis. Selbstverständlich darf die dümmliche und naive Darstellung der Frauen nicht fehlen. Und für die neugierigen Gamer gibt es noch den "Umkleide/Dusche"-Modus.

Fanservice: Fanservice bezeichnet Inhalte in Spielen, die nicht wirklich Einfluss auf die Handlung nehmen, sondern den Fans gefallen sollen und ihnen einen "Service" bieten. Oftmals sind das sexuelle Reize der Charaktere oder übertriebene Gewalt.

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