Warum ich nie wieder ein Pokémon-Spiel anfangen möchte

(Kolumne)

von Matthias Kreienbrink (06. Februar 2018)

Haltet ein! In dieser Kolumne möchte ich euch nicht erklären, wieso ich Pokémon doof find. Diese Kolumne könnte ich auch gar nicht schreiben, denn ich mag Pokémon - theoretisch jedenfalls. Hier soll es stattdessen darum gehen, wieso ich nie wieder ein Pokémon anfangen möchte.

Der Stein des Anstoßes:

Letztes Wochenende war es, als ich dachte, dass ich doch mal wieder ein Pokémon-Spiel zocken könnte. So richtig habe ich, neben Spielen wie Pokémon Snap oder Pokémon Stadium, eigentlich nur ein Hauptspiel der Pokémon-Serien gespielt: Pokémon Blaue Edition.

Damals konnte ich mich für Wochen nicht von meinem Game Boy trennen. Kaufte mir extra ein Magazin mit Komplettlösung. Jedoch nicht, weil mir das Spiel zu schwierig war. Sondern vielmehr, weil ich gerne auch außerhalb des Spiels Pokémon angaffen wollte. Denn die waren in diesem Magazin alle aufgelistet - und ich wollte sie alle!

Am letzten Wochenende also packte mich wieder die Sammelwut. "Wie", so dachte ich, "würde ich ich wohl heute mit einem Pokémon-Spiel umgehen? Würde es mich wieder so lange fesseln können?". Die kurze Antwort ist: nein. Die lange Antwort etwas diffizieler.

Doch zurück zum Anfang. Ich lief also in ein Spielfachgeschäft und kaufte mir Pokémon Ultramond. Machte es mir dann auf dem Sofa gemütlich und harrte der Dinge, die da kommen mögen. Aber irgendwie ... kam da nicht so viel. Oder es kam viel zu spät und dann auch nur in viel zu kleinen Häppchen.

Denn dieses Spiel wollte meine Hand halten. Und sie nie wieder loslassen. Freilich musste ich zunächst mein Pokémon wählen. Für mich war das Flamiau. Auch wenn Eulen eindeutig die besseren Tiere sind, liegt mir Feuer näher als Luft. Selbstverständlich erklärte mir das Spiel dann erstmal ausgiebig, wie das denn funktioniert, mit diesen Pokémon. Wie sie kämpfen, wie ich sie heile, wie ich sie fange, wie ich sie tausche, wie ich sie benenne, wie ich sie ...

Dafür hatte ich durchaus noch Verständnis, kann es doch sein, dass das für jemanden das erste Pokémon-Spiel ist. Doch die Hand ließ einfach nicht locker. Auch nach mehreren Stunden wollte mich das Spiel nicht ... ja, nicht spielen lassen! An jeder Ecke wartete ein Charakter, dem, sobald er mich erblickte, ein Ausrufezeichen über dem Kopf erschien. Der mich dann vollschwallte mit sich inhaltlich gleichenden Sätzen. Jedes noch so selbsterklärende Item wurde mir ausführlich erklärt. Immer wieder fragte mich dieses Spiel, ob ich denn nicht vielleicht doch dem neu gefangenen Pokémon einen Namen geben möchte. Ich möchte nicht.

Kurzum, das Spiel ließ mich nie länger als zehn Minuten einfach mal mein Ding machen. Nie konnte ich mich als Spieler mal selbst ausprobieren. Immer wieder kam das Spiel kreischend um die Ecke um mein Gesicht in den nächsten offensichtlichen Spielabschnitt zu drücken. Nach gut fünf Stunden konnte ich dann nicht mehr. Ich landete gerade auf der zweiten Insel, aber das Spiel hielt noch immer meine Hand gekrallt.

Ich muss also sagen: nie wieder möchte ich ein Pokémon-Spiel anfangen. Stattdessen hätte ich gerne, dass ich diesen gesamten Wahnsinn einfach überspringen kann. Oder dass zukünftige Pokémon-Spiele einfach ganz anders anfangen. Das hat bei Zelda - Breath of the Wild doch auch so schön funktioniert. Dort ist das offensichtliche Tutorial einen schmerzlosen Tod gestorben. Und niemand vermisst es.

Wie geht es euch denn bei Pokémon-Spielen? Geht euch das endlose Händchen-Halten auch so auf die nerven, oder seid ihr vielleicht sogar dankbar, diese Hilfe zu haben? Schreibt uns eure Meinung doch in die Kommentare.

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