Wenn ich Rogue-Like lese, habe ich schon keinen Bock mehr

(Kolumne)

von Daniel Kirschey (07. Februar 2018)

Es gibt diese Wörter, meist als Tag oder als Genrebeschreibung, wenn ich sie lese, fällt ein Spiel meist bei mir sofort unten durch. Wie oft ist es schon vorgekommen, dass meine Augen ein vielversprechendes Spiel erspähen, ich mir ein Video anschaue, auf Steam gehe und die Tags Rogue-Like oder Permadeath lese. Mein anfängliches Interesse löst sich schlagartig in Luft auf.

Vielleicht ging es einigen von euch eine Zeit lang ähnlich mit Begriffen wie Open World, Survival, Crafting oder Early Access. Ja, auch mich nervten die ganzen Spiele, die sich alle versuchten zu kopieren. Jetzt geht es mir so mit Rogue-Like-Spielen. Es gibt so tolle Spielideen und so schöne Grafik - aber gefühlt jeder zweite Indie-Entwickler baut Permadeath und ein schreibt sich Rogue-Like auf die Fahne. Wenn es nicht ganz so extrem implementiert wird, steht als Tag ein relativierendes Rogue-Lite.

Ich kann's einfach nicht mehr sehen. Ja, es gibt viele gute Spiele, die diese Spielmechanik aufgreifen und wundervoll einsetzen - und das war erfrischend. The Binding of Isaac gehört zu einem meiner Lieblingsspiele. Das liegt hauptsächlich an den vielen Gegenständen und dass das Spiel unglaublich gut balanciert ist. Andere Beispiele sind Crypt of the Necrodancer, Ironcast, Rogue Legacy - die jedoch nicht nur "einfach Rogue-Like-Spiele" sind, sondern eine Meta-Ebene zum eigentlichen Spiel einführen. Der Tod der Figur, das Menü des Spiel sind Teil des Spiels selbst.

Inzwischen scheint die Flut an solchen Spielen aber alles wegzuschwemmen - gerade auf Steam. Nicht jedes Spiel profitiert unbedingt davon, dass Rogue-Elemente eingeführt werden. Ähnlich wie Survival- und Crafting-Spiele eine Indie-Welle ausgelöst haben, ist seit einiger Zeitn die Rogue-Welle da. Jeder will etwas vom Kuchen ab. Das Problem: Wenn die Spielmechanik nicht mit Bedacht in ein Spiel implementiert wird, wird's lediglich frustig und nervig. Und so häufen sich die durchschnittlichen oder gar schlechten Rogue-Indie-Spiele.

Es bleibt nur zu hoffen, dass sich bald das Genre "Rogue-Like", diese Spielmechanik, gesund schrumpft. Entwickler sehen sich dann vielleicht auch nicht mehr genötigt in jedes verdammte Spiel Permadeath einzubauen. Das wäre dann irgendiwe wieder erfrischend. Naja. Bald findet ihr dann wohl überall den Tag "Battle Royale". Wenn ihr dann kein Multiplayer-Spiel mehr findet, das nicht auch ein "Battle Royale"-Spiel ist, wird's wieder Zeit für die nächste Schimpftirade.

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