EA & Co.: Alle jammern, dennoch haben diese Firmen großen Erfolg

(Special)

von Micky Auer (10. Februar 2018)

"EA ist die schlechteste Firma der Welt!" - "Nie mehr kauf ich was von Ubisoft!" - "Activision betreibt doch nur Abzocke!" - So oder so ähnlich lautet der Tenor im Netz. Frage: Warum haben die großen Publisher dann dennoch so viel Erfolg?

Die Diskussion rund um gewisse Geschäftspraktiken großer Firmen und Monetarisierungs-Methoden in Videospielen dauert an. Dann kommt noch hinzu, dass beliebte Franchises und Spieleserien verwässert, bekannte Entwicklerstudios vom Publisher geschlossen werden.

Dann wiederum macht die Nachricht die Runde, dass Lootboxen gegen Glückspielgesetze verstoßen und vorproduzierte DLCs im Nachhinein für teures Geld angeboten werden. Mikrotransaktionen, Paywalls, "nur rein kosmetische Spielgegenstände", selbstverständliche Inhalte, die plötzlich Geld kosten ... Der Strom der Beschwerden reißt nicht ab. Und es sind immer wieder die gleichen Publisher, die im Kreuzfeuer der Kritik landen.

Nun möchte man meinen, dass sich bei so viel verbalem Widerstand gegen diese Geschäftsmodelle gerade auf Seiten der Konsumenten eine Resistance formiert, die großen Konzernen dorthin tritt, wo es ihnen am meisten weh tut. Nämlich in den Geldbeutel. Und siehe da: Manchmal scheint das tatsächlich zu funktionieren, wie am Beispiel von Electronic Arts und dem Desaster rund um Star Wars Battlefront 2 zu sehen war. Gehen wir kurz näher auf dieses Beispiel ein:

So verlor das Unternehmen an der Börse heftig an Wert, nämlich um mehr als drei Milliarden US-Dollar. Hauptgrund dafür soll das besagte Star Wars Battlefront 2 sein. Genauer: die darin enthaltene Lootbox-Mechanik. Viele Spieler haben sich anhand dieses Beispiels die Hände gerieben und sich gedacht: "So, denen haben wir's gezeigt!" Aber ist das auch wirklich so?

Kein Rückzug - Es geht genau so weiter

Die aktuelle Quartals-Konferenz von EA fand im Januar dieses Jahres statt. CEO Andrew Wilson und CFO Blake Jorgensen gehen dabei auf den Stand des Unternehmens ein und äußern sich auch direkt zu den Auswirkungen von Star Wars Battlefront 2.

Star Wars Battlefront 2: Sinnbild für das Lootboxen-Desaster.Star Wars Battlefront 2: Sinnbild für das Lootboxen-Desaster.

So wird zwar vollmundig erklärt, dass diese Angelegenheit für EA ein gutes Beispiel war, um zu lernen, jedoch scheint das Ergebnis aus dieser Lernphase nicht signifikant anders auszusehen als die Ausgangssituation. Denn EA glaubt fest daran, dass Live Services mit optionaler digitaler Monetarisierung die beste Erfindung seit geschnittenem Brot seien. Mikrotransaktionen sind also gut, es ginge lediglich darum, sie richtig einzusetzen.

Was haben also die Konsumenten erreicht, indem sie ein wichtiges Spiel boykottiert und ihren Unmut geäußert haben? Die Antwort lautet: Nicht viel.

Denn ein großer, profitorientierter Konzern lässt sich nicht so einfach von seinem Geschäftsplan abbringen. Er wird stattdessen nach Wegen suchen, ihn in anderer Form umzusetzen. Wenn die Chefs von EA also sagen, dass die Firma durch die Vorfälle gelernt hat, bedeutet das: EA wird eine neue Methode entwickeln, Mikrotransaktionen in Spielen einzubauen.

Die Welt der Zahlen spricht da eine deutliche und exakte Sprache. Denn trotz all der Kritik, trotz all der temporären Rückschläge, trotz allen Unmutes seitens der Spieler - also euch - geht es Firmen wie EA nach wie vor blendend. Das zeigt ein Blick auf die Börsenwerte des Jahres 2017.

Bringt der Widerstand angesichts der Erfolge überhaupt was?

Obwohl zurzeit ein Transit von Discs als Datenträger hin zum rein digitalen Vertrieb stattfindet, ist es der Spieleindustrie gelungen, im Jahr 2017 substanzielle Zuwächse zu verzeichnen. Die Aktien großer Spiele-Publisher können mit zwei- bis mitunter dreistelligen Zuwachsraten aufwarten. Außerdem wurde der Exchange Traded Fund (ETF) im abgelaufenen Jahr um 50 Prozent größer. Es handelt sich dabei um den ersten Anlagefonds innerhalb der Industrie, der sich ausschließlich um Gaming dreht.

Ist das die Zukunft? Fe wird nur als Download erhältlich sein.

De facto geht es den großen Firmen in der Branche so gut, dass auch der Finanzkonzern Goldman Sachs darauf aufmerksam wurde und sich in der Forschung des Sektors annimmt. Aus einem Bericht geht hervor, dass sich die Publisher "inmitten einer Reinaissace befänden". Laut einem Report der Consulting-Firma Price-Waterhouse-Cooper sind bis 2019 Einnahmen durch Videospiele in der Höhe von 93,2 Milliarden US-Dollar erwartet. Auch sollen laut dem Unternehmen im selben Zeitraum 12,9 Milliarden US-Dollar an Umsatz durch digitale Verkäufe erzielt werden.

Nachfolgend erhaltet ihr einen Überblick über die drei US-Aktien aus der Spielebranche, die 2017 eine Aufwärtstrend erfahren haben, den sie aller Voraussicht nach ins Jahr 2018 übernehmen werden. Die Daten stammen vom 22. Dezember 2017.

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