Far Cry 5: Diese 8 Dinge darf der Entwickler nicht versauen

(Special)

von Michael Krüger (12. Februar 2018)

Nach vier Hauptspielen und zwei Spin-Offs sollte ja eigentlich bei einer Fortsetzung nichts zu befürchten sein, oder? Vielleicht aber auch gerade deswegen. Ein paar Bedenken gibt es nämlich doch.

Nur noch wenige Wochen trennen euch von Far Cry 5 und damit von einem der begehrtesten "Open World"-Spiele 2018. Auch wenn die Serie bereits einige Höhen und Tiefen hinter sich hat, schafft sie es immer wieder, zu überraschen. Doch je erfolgreicher eine Spielereihe ist, umso größer werden auch die Erwartungen der Fan-Gemeinde.

Und auch wenn sich die Spiele seit Far Cry stetig weiterentwickeln, gibt es nach wie vor genügend potenzielle Stolpersteine. Nicht jede neue Idee ist automatisch gut und nicht jede ist es wert, beibehalten zu werden. Und während manche Mechaniken für die Gesamtwertung kaum ausschlaggebend sind, steht und fällt mit anderen der komplette Spielspaß. Die folgenden acht Dinge dürfen die Entwickler in Far Cry 5 unter keinen Umständen versauen.

Aiming und Waffen-Balance

Eines steht fest: Es können noch so viele "Far Cry"-Spiele erscheinen, doch wir werden nie vergessen, wie mies das Zielverhalten in Far Cry 2 auf den Konsolen ist. Aufgrund einer unnötigen Beschleunigung der Blickrichtung, wird präzises Zielen hier häufig zur Geduldsprobe. Mittlerweile haben weitere Ableger zwar gezeigt, dass Ubisoft aus diesem Fehler gelernt hat, doch der Schrecken sitzt tief.

Einfache Rechnung: Je mehr gute Waffen im Spiel sind, desto größer ist der Spaß, sie zu testen.Einfache Rechnung: Je mehr gute Waffen im Spiel sind, desto größer ist der Spaß, sie zu testen.

Doch selbst wenn die Waffen dort treffen, wo sie sollen, sind längst noch nicht alle Schäfchen im Trockenen. So groß die Auswahl an schillernden Knarren in der Serie stets ist, so wichtig ist nämlich auch deren Balance. Sind ein paar Exemplare nämlich zu stark, kann es schnell passieren, dass die meisten Spieler einen Großteil ihres Abenteuers mit der gleichen Ausrüstung bestreiten. Und das sollte unbedingt vermieden werden. Der Anreiz neue Waffen auszuprobieren, stellt einen nicht unerheblichen Teil des Spielspaßes in der Reihe dar und sollte daher auch in Far Cry 5 nicht unterschätzt werden.

Open World 2.0

Ja, Ubisoft hat die moderne "Open World"-Gattung maßgeblich mitdefiniert und ja, die jüngsten Ableger von Far Cry konnten in diesem Aspekt brillieren. Doch während der Entwicklungsdauer von Far Cry 5 wehte ein frischer Wind durchs Genre. Spiele wie Horizon - Zero Dawn und The Legend of Zelda - Breath of the Wild konnten in dieser Zeit spaßbringende Features etablieren und auf gewisse Weise sogar neue Maßstäbe setzen.

Aktivitäten wie Angeln passen natürlich super zur übergeordneten Thematik.Aktivitäten wie Angeln passen natürlich super zur übergeordneten Thematik.

Hier mitzuhalten, bedeutet natürlich nicht, stumpf zu kopieren. Doch zumindest liegt die Hoffnung nahe, dass sich die Entwickler von Far Cry 5 ähnlich mutig zeigen und der eingespielten Formel ausreichend frische Ideen spendieren. Wenn sie diese dann noch in Einklang mit der Ursprungsformel bringen, dürften sowohl eingefleischte Fans als auch Neulinge begeistert sein.

Ein Tabu-Thema?

Dass Ubisoft die Spieler in Far Cry 5 in einen Kampf gegen christliche Terroristen wirft, kam wohl für die meisten ziemlich überraschend. Immerhin handelt es sich hierbei um ein durchaus aktuelles und äußerst spezielles Thema, das jede Menge Fingerspitzengefühl verlangt. Dass Religion an sich schon ein heikles Thema ist, weiß man bei Ubisoft spätestens seit dem ersten Assassin's Creed.

Inszenierungen wie diese bewegen sich auf dünnem Eis.Inszenierungen wie diese bewegen sich auf dünnem Eis.

In Far Cry 5 kämpft ihr gegen eine Sekte und ihren durchgeknallten, jedoch ebenso charismatischen Anführer Joseph Seed. Ein Charakter, der in Zeiten von Trump-Amerika erschreckend realistisch erscheint. Dass dieser Terrorist bereits für diverse Merchandise-Produkte in Jesus-ähnlicher Pose herhalten muss, wirkt schon etwas befremdlich. Ubisoft muss aufpassen, dass Seed nicht am Ende gar als Identifikationsfigur für einen (hoffentlich verschwindend geringen) Teil der Spielerschaft taugt. Immerhin gilt Vaas - seines Zeichens Oberschurke in Far Cry 3 - bis heute als besonders kultiger Fiesling. Mit dem erheblichen Unterschied, dass dieser offensichtlich eine reine Fantasiefigur darstellte.

Gleichzeitig stellt sich im Moment noch die große Frage, wie das Spiel die Gefolgschaft des skrupellosen Sektenführers inszeniert. Haben wir es hier mit Hinterwäldern zu tun, die Generationen von Inzest entspringen? Oder handelt es sich um einen pöbelnden Mob, der sich aus Unzufriedenheit über das eigene Leben in die Hände eines irren Fanatikers begibt? Die Frage ist vermutlich noch nicht einmal, welches dieser Szenarien im Spiel dargestellt wird, sondern welche Antwort die Gratwanderung zwischen Unterhaltung und politischer Haltung schafft.

So oder so steht fest: Ein solches Thema in einem Spiel umzusetzen, erfordert Arbeit am Detail. Denn so willkommen die Aufmerksamkeit im ersten Moment für den Publisher sein mag, so unliebsam und im schlimmsten Fall vernichtend können die Reaktionen auf das Ergebnis ausfallen. Und das Timing könnte nicht schwieriger sein. Denn Nachrichten über einen Präsidenten, der keine klare Haltung gegen fanatische Nationalisten zeigt, machen den moralischen Balance-Akt sicher nicht leichter.

Gute Bedingungen für jeden Spielstil

Wie diverse Videos zu Far Cry 5 zeigen, werden euch wieder einmal zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um gegnerische Außenposten einzunehmen. Die sogenannten Guns-For-Hire unterstützen euch dabei jeweils mit passenden Mitteln. Wie auch schon in den Vorgängern wird es also möglich sein, sowohl leise als auch mit wehenden Fahnen vorzugehen.

Im Moment hat es den Anschein, dass genügend Hilfsmittel für jeden Spielstil zur Verfügung stehen. Das sollte auch unbedingt so sein. Fehlen beispielsweise Wege, wirklich in jeder Situation aus dem Verborgenen zu agieren, könnten die Angriffe zu schnell und vor allem zu oft auf stumpfe Ballerei hinauslaufen. Das macht zwar auch hin und wieder Spaß, doch die Mischung muss stimmen.

Weiter mit: Bitte nicht versaubeuteln: Punkte 5 bis 8

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Tags: Singleplayer   Koop-Modus   Open World  

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