Virtuelle Liebe: Wenn der Schwarm ein Videospielcharakter ist

(Special)

von Chiara Bruno (16. Februar 2018)

Die Liebe. Ein wohl allgegenwärtiges Thema im Leben vieler Menschen, ob jung oder alt. Sie kann wunderschön, oftmals jedoch kompliziert oder schmerzhaft sein. Doch wie fühlt es sich an, Gefühle für jemanden zu haben, der nicht real existiert? Wir haben mit Menschen gesprochen, denen es so ergeht und möchten euch dieses Gefühl ein wenig näher bringen.

"Du bist ein merkwürdiges Individuum", "Du brauchst echte therapeutische Hilfe". Einige von vielen, harten Kommentaren, auf die wir in diversen Foren wie Reddit gestoßen sind, als wir nach Menschen gesucht haben, die Gefühle für einen fiktiven Charakter haben oder hatten. Doch ist es wirklich so ungewöhnlich, in jemanden verliebt zu sein, der nicht wirklich existiert und brauchen diese Menschen therapeutische Hilfe?

In Spielen wie Dream Daddy ist es euch möglich, Videospielcharaktere zu daten:

Um die erste Fragestellung zu beantworten: Nein, es ist tatsächlich nicht so ungewöhnlich, für einen fiktiven Charakter Gefühle zu entwickeln. Viele Menschen suchen in den unterschiedlichsten Foren nach Rat bei Gleichgesinnten. In der Szene für Fanfiction (Fanfiction bezeichnet eigene Werke von Fans, die sich zum Beispiel an Bücher oder Videospiele richten) hat sich sogar der Begriff Fiktosexuell oder Fiktophil gebildet. So beschreiben sich Menschen, die sich zu fiktiven Figuren aus beispielsweise Videospielen, Filmen oder Büchern hingezogen fühlen.

Das Videospielgenre Dating-Sim ist sogar darauf ausgelegt, das Gefühl einer Bindung zu einem Videospielcharakter aufzubauen. Die Charaktere haben oftmals interessant gestaltete Persönlichkeiten. So kann mit ihnen unter anderem romantisch interagiert werden. Ziel ist oftmals, eine Beziehung aufzubauen.

Bei der Fiktophilie geht es nicht nur um die sexuelle Anziehung, sondern um eine echte emotionale Bindung zum Charakter und das Gefühl, verliebt zu sein. Im "Gute Frage"-Forum schreibt ein Nutzer, dass er "diese Personen/Figuren nicht nur [liebt], obwohl sie fiktiv sind, sondern ebenso weil sie fiktiv sind." Das ist aber keine Bedingung, um sich als fiktosexuell zu bezeichnen und ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Fiktosexuelle verlieben sich aus dem selben Grund in diese Charaktere, aus denen sich ein Mensch in einen anderen verliebt. Charakter, Aussehen, "kleine Eigenheiten" und eben "das Gesamtpaket".

Während einige fiktophile durchaus in der Lage sind, sich auch zu echten Menschen hingezogen zu fühlen, gibt es andere, die sich ausschließlich zu nicht realen Charakteren hingezogen fühlen und sich teils zusätzlich als asexuell bezeichnen (asexuelle Menschen verspüren kaum bis gar keine sexuelle Anziehung zu anderen Menschen, sind teils aber durchaus in der Lage, Gefühle zu entwickeln. Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich). Auf der folgenden Seite präsentieren wir zwei Menschen, die mit uns über ihre Zuneigung zu Videospielcharakteren gesprochen haben.

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Weiter mit: Menschen sprechen über ihre Liebe zu Videospielcharakteren

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