Assassin's Creed - Origins: Geschichte lernen durch ein Videospiel?

(Special)

von Matthias Kreienbrink (16. Februar 2018)

Mit dem Discovery Mode habt ihr in Assassin's Creed - Origins ab dem 20. Feburar die Möglichkeit, ägyptische Geschichte spielerisch zu erlernen. Was dahinter steckt und ob das auch Gefahren bergen könnte, erfahrt ihr hier.

Assassin's Creed hat viele Änderungen durchmachen müssen, um zu dem zu werden was es heute ist:

"Geschichte als etwas Cooles", das würde Jean Guesdon gerne sehen. Er ist der Creative-Director von Assassin's Creed - Origins und ist auch der Kopf hinter der Discovery Tour. Mit dieser möchte er Geschichte Spielern näher bringen, ohne dabei als Lehrer aufzutreten, so betont er.

In der Discovery Tour könnt ihr in insgesamt 75 Touren mehr über die Geschichte Ägyptens erfahren. Wenn ihr eine solche Tour startet - entweder direkt auf der Übersichtskarte oder indem ihr in der offenen Welt über sie stolpert - werden euch anhand verschiedener Stationen spefizische Aspekte des damaligen Ägyptens erklärt. Etwa wie die Sphinx ihre Nase verloren hat. Oder welche Berufe es in der damaligen Zeit gab. Erscheinen soll dieser Modus am 20. Februar. Kostenlos für alle, die das Hauptspiel besitzen. PC-Besitzer ohne Assassin's Creed - Origins können ihn sich jedoch auch für circa 20 Euro separat kaufen. Wohl vor allem im Hinblick auf Schulen oder Universitäten, die den Modus so auch nutzen können.

"Wir wollen Geschichte dem Mainstream näher bringen", bestätigt Jean Guesdon im Gespräch. Dabei gehe es ihm jedoch nicht nur um Menschen, die sich sowieso für Videospiele interessieren. Vielmehr erhoffe er sich, den Modus einem breiteren Publikum zugänglich machen zu können. Bei der Arbeit an diesem Modus habe das Entwickler-Team mit Universitäten, Museen und Historikern zusammengearbeitet. So etwa mit dem Neuen Museum in Berlin, das digitale Exponate zur Verfügung gestellt habe. Diese sind dann auch im Spiel zu finden, sogar mit einer entsprechenden Quellenangabe. So kann das Spiel für interessierte Entdecker zum Ausgangspunkt weiterer Forschungen werden.

Guesdon betont aber, dass er die Discovery Tour keineswegs als Ersatz für Unterricht oder Lehre sieht. Vielmehr könnte er sich vorstellen, dass der Modus im Unterricht als zusätzliches Anschauungsmittel fungiert. Aber eben immer mit einer entsprechenden Einordnung der Lehrer.

Die Geschichte der Geschichte in Videospielen

Dass Geschichte in Videospielen behandelt wird, ist nichts Neues. Man denke nur an die vielen Strategie-Spiele, die seit Jahrzehnten geschichtliche Ereignisse als Vorlage nehmen. Oftmals könnt ihr in diesen auch Daten und Fakten lernen. Etwa, von wann bis wann bedeutende Feldherren, Könige oder Königinnen gelebt haben. Diese Daten bieten dann den Hintergrund für euer Spielerlebnis. Dienen als Kulisse für die Entscheidungen, die ihr im Spiel trefft.

Ein weiteres Beispiel ist Call of Duty - WW2. Das Spiel möchte den Zweiten Weltkrieg so detailreich wie möglich auf den Bildschirm transportieren. Freilich müssen die Entwickler dabei Abstriche machen. Damit ein First-Person-Shooter mit jeder Menge Action funktioniert, muss die historische Akkuratesse in den Hintergrund rücken. In Zwischensequenzen werden dann zwar die von euch zu schlagenden Schlachten kontextualisiert. Es wird auch mal angerissen, wie es zu diesem Krieg kam. Wie viele Opfer es gab. Wann er wie stattfand. Aber schlussendlich ist der Zweite Weltkrieg doch eine sehr aufwändig produzierte Kulisse. Eine Kulisse die dazu dient, Heldentum und Aufopferung zu romantisieren. Das steht dem Spiel auch zu. Funktioniert doch eigentlich jeder Kriegsfilm aus Hollywood auf genau die gleiche Art und Weise.

Ist das Geschichte? Und wenn ja, welche?

Doch eines machen Videospiele eben doch besonders. Ihr betrachtet hier nicht das Geschehen. Ihr seid selbst Teil davon. Und daher kann sich dann ein Spiel mit historischem Szenario mal sehr viel "authentischer" anfühlen, als es eben ist. Gerade weil ihr selbst steuert, selbst erlebt. "Es findet immer eine Vorauswahl von Ereignissen statt, eine Einbettung in eine Erzählung, also eine sinnstiftende Abfolge. Geschichte wird also inszeniert und dies sollte hier und da auch mal sichtbar werden", behauptet Dr. Angela Schwarz, Geschichts-Professorin an der Universität Siegen.

Schon seit 2000 beschäftigt sie sich intensiv mit der Darstellung von Geschichte in Videospielen. "Als Historikerin interessiert mich vor alem, wie Geschichte in einer weiteren Öffentlichkeit, also in unserer Gesellschaft diskutiert wird." Genau dazu gehört eben auch, wie Videospiele mit Geschichte umgehen. Welche Aspekte sie in den Vordergrund stellen, welche sie ganz auslassen. Und wie sie das alles inszenieren.

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