Test Die blaue Welt von Fe: Einfach traumhaft oder ein Albtraum?

von Emily Schuhmann (16. Februar 2018)

Der Trailer zu Fe sorgte auf der E3 2016 für Begeisterung, aber dann war lange Zeit Funkstille. Wir haben für euch in Erfahrung gebracht, ob sich das Warten gelohnt hat.

Alles so schön lila und blau hier. Mit diesen Farben solltet ihr wirklich keine Probleme haben, wenn ihr Fe so richtig genießen wollt. Das fantastische, nahezu wortlose Abenteuer eines kleinen Fabeltiers erscheint heute, am 16. Februar 2018 für PlayStation 4, PC, Xbox One und Nintendo Switch. Wie schon das hochgelobte Unravel ist auch Fe Teil des "EA Originals"-Programms, mit dem der Publisher-Riese kleine, vielversprechende Projekte unterstützt.

In den letzten Monaten wurde das Spiel des schwedischen Entwicklers Zoink! häufig mit Ori and the Blind Forest verglichen, und das nicht grundlos. Ein niedliches Waldwesen, das springend eine zauberhafte Welt durchquert, neue Fähigkeiten erlernt, gegen eine fremde Macht vorgeht und das alles in einem außergewöhnlichen Grafikstil. Obwohl sich der kantige Polygon-Look von Fe signifikant von den detailreichen 2D-Umgebungen, durch die sich Ori bewegt, unterscheidet, sind beide auf ihre ganze eigene Art und Weise ein Augenschmaus.

Weckt den Entdecker in euch

Fe ist nicht nur der Name des Spiels, sondern auch der des Jungtiers in dessen leuchtendes Fell ihr schlüpft. Vollkommen ohne Erklärung landet ihr auf einer Lichtung und seid anfangs vermutlich erstmal planlos. Wer sein Talent als Entdecker beweisen will, kann den Weg ganz allein suchen und die gegebenen Hinweise auf der Karte ausblenden. Etwas später im Spiel schaltet ihr auch einen Vogel frei, der euch die Richtung weist, wenn ihr ihn zu Hilfe ruft. Ein netter Kompromiss für alle, die nicht von Markierung zu Markierung rennen wollen, aber allein nur im Kreis laufen würden.

Lernt ihr die Vogel-Sprache, könnt ihr auch die großen Vögel zu Hilfe rufen und auf ihnen fliegen.Lernt ihr die Vogel-Sprache, könnt ihr auch die großen Vögel zu Hilfe rufen und auf ihnen fliegen.

Eure Stimme kann allerdings noch viel mehr. Nach und nach lernt ihr es, mit Tieren und Pflanzen in deren eigener Sprache zu kommunizieren. Alle Kreaturen haben einen gemeinsamen, mysteriösen Feind: die sogenannten Geräuschlosen. Diese roboterartigen Zweibeiner sperren alles Lebendige ein und machen auch euch das Leben schwer. Zwar erlernt ihr durch das Sammeln von Kristallscherben neue Fähigkeiten wie Gleiten oder Klettern, Angriffe sind allerdings keine dabei. Geschwindigkeit und Köpfchen sind gefragt, um die Rätsel zu lösen und nicht von den Geräuschlosen erwischt zu werden.

Schweigen ist Gold?

Mit jeder erlernten Sprache sichert ihr euch die Unterstützung der Tiere und Pflanzen, die sie sprechen. So öffnet sich die Welt immer weiter und ihr könnt neue Areale betreten. Zu Beginn ungewohnt ist der nahezu vollkommene Verzicht auf Hintergrundmusik. Die insgesamt zwölf Stimmen sind Dreh- und Angelpunkt des Spiels. Sogar auf Worte, geschrieben oder gesprochen, verzichteten die Entwickler weitestgehend. Die Handlung des Spiels wird so zu einer Art großem Rätsel, das ihr erst lösen müsst. Wer sind die Geräuschlosen? Was ist ihr Ziel? Und was ist eure Rolle in dieser Geschichte?

Seid ihr neugierig geworden? Schaut euch den wunderschönen Launch-Trailer von Fe an!

Etwas ärgerlich: Bei der von uns getesteten PS4-Version ist die Steuerung leicht verzögert, was den Spielfluss manchmal stört. Müsst ihr exakte Bewegung ausführen, kann das gerade anfangs sehr frustrierend sein, aber wie so oft hilft auch hier Übung. Nach etwas Eingewöhnung könnt auch ihr euch zielsicher von Wipfel zu Wipfel schwingen. Abgesehen von diesem Makel ist Fe ein tolles, kurzweiliges Abenteuer in einer fantastischen Welt, das uns daran erinnern sollte, dass alle Lebewesen miteinander verbunden sind.

Meinung von Emily Schuhmann

Spiele, die in mir große Vorfreude wecken, gibt es nur noch recht wenige. Das ist wohl eine Berufskrankheit. Aber wenn es mich doch mal erwischt, dann so richtig. Fe war genau so ein Fall. Als ich den Trailer erstmals sah, war ich hin und weg, und in den kommenden Jahren habe ich regelmäßig erfolglos nach Neuigkeiten gesucht. Die Sorge, dass dieses Kleinod einfach in der Versenkung verschwinden würde, wuchs und wuchs. Zum Glück war meine Angst unbegründet.

Solche Spiele dann tatsächlich in Händen zu halten ist immer ein komisches Gefühl. Einerseits freudige Aufregung, andererseits Angst enttäuscht zu werden. Fe hat mich glücklicherweise nicht hängen lassen. Ja die Steuerung ist nicht perfekt und es ist keine Neuerfindung des Videospiel-Rads, aber es ist eines dieser Spiele, das Träumer wie mich lächeln lässt. Eine fantastische Welt, ein niedlicher Protagonist, stimmige Fähigkeiten, die sich im Laufe des Spiels entfalten und eine angenehme Balance aus Herausforderung und Entspannung. Was will ich mehr?

Hat euch dieser Artikel gefallen? Oder habt ihr Anregungen, Kritik, Verbesserungsvorschläge? Lasst es uns gerne wissen! Schreibt uns eine Mail an redaktion@spieletipps.de und verratet unserer Redaktion eure Meinung.

80

meint: Ein kleines Kunstwerk, das die Entdeckerlust weckt und zum Träumen einlädt. Nicht perfekt, aber dennoch wunderschön.

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Tags: Indie  

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