Test Frantics: Abgedreht, knallbunt und ganz ohne Controller

von Emily Schuhmann (06. März 2018)

Mario, Yoshi, Peach und Co. können zu Hause bleiben. Ein Fuchs und seine tierischen Kandidaten wollen ihnen in Sachen Partyspiel den Rang ablaufen. Wie sie sich dabei anstellen, lest ihr hier.

Controller sind irgendwie out. Immer mehr bekannte Videospielserien erhalten Spin-offs für Smartphones, und sogar auf der Konsole versucht das Handy dem klassischen Bedienelement seinen Platz streitig zu machen. Sonys PlayLink-Reihe ging letztes Jahr mit gleich mehreren Spielen ins Rennen, die ihr und eure Mitspieler bequem über die dazugehörige, kostenlose App auf euren Mobilgeräten zocken könnt. Jetzt steht ein neues Spiel der Serie in den Startlöchern: Frantics.

In diesem Partyspiel können bis zu vier Spieler, bei weniger Teilnehmern springen KI-Gegner ein, in 15 Minispielen gegeneinander antreten. Diese reichen von chaotischen Prügeleien bis hin zu Wettkämpfen, in denen strategisches Denken gefragt ist.

Das exklusiv für PS4 erscheinende Spiel belohnt allerdings auch Manipulation und intrigantes Verhalten. Langeweile kommt hier trotz der recht geringen Auswahl an Minispielen also nicht so schnell auf. Ziel des Spiels ist es möglichst viele Runden und damit Kronen zu gewinnen, die am Ende im großen Finale eure Lebenspunkte bestimmen.

Vielleicht dann doch lieber mit Controller?

Frantics besitzt eine wesentlich umfangreichere Steuerung als die bisher erschienenen PlayLink-Spiele. Vor jedem Minispiel seht ihr eine Erklärung der Regeln, die ihr allerdings auch abschalten könnt, aber beim ersten Mal solltet ihr vielleicht besser zuhören. Es sei denn, ihr seht das Ausknobeln der Bedienung als ganz eigene Herausforderung.

Der Gyrosensor eurer Smartphones kommt sonst vermutlich recht selten zum Einsatz, aber hier ist das Gegenteil der Fall. Um eure Spielfiguren, ziemlich verkatert aussehende Tiere in Knetmasse-Optik, zu bewegen, müsst ihr euer Gerät in die entsprechende Richtung neigen.

Chaotisch, bunt und ziemlich durchgeknallt - so spielt sich Frantics:

Als Ausgangspunkt für die Bewegungssteuerung nutzt das Spiel eine vorher von euch festgelegte Position, allerdings immer im Hochformat, und sich daran zu gewöhnen ist gar nicht so einfach. Für die betreffenden Spiele wäre die beidhändige Bedienung im Querformat vermutlich intuitiver gewesen. Alle anderen Spiele bedient ihr über den Touchscreen. Das Ziehen und Tippen verläuft meistens exakt, aber manchmal reagieren die Figuren erst verzögert auf eure Eingabe. Und wenn ein Minispiel Bewegungs- und Berührungssteuerung kombiniert, kann das auch mal zu verknoteten Fingern oder fallenden Handys führen.

Ganz schön ausgefuchst dieser Moderator

Während ihr euch Dynamit zusteckt, möglichst spät euren Fallschirm öffnet, um die Wette rennt oder Bürostuhl-Curling spielt, sitzt der moderierende Fuchs in seinem Sessel und lacht sich ins Fäustchen. Für jedes gewonnene Minispiel belohnt er mit Kronen. Allerdings lässt er immer wieder auch demjenigen Münzen zukommen, der für das meiste Chaos gesorgt hat. Manchmal meldet er sich auch bei einem Spieler und gibt ihm eine geheime Mission. Beispiel gefällig? "Wenn das Pferd die nächste Partie gewinnt, bekommst du ebenfalls eine Krone."

Dieses Spiel könnt ihr nur zu zweit gewinnen, aber auch der größte Haudrauf bekommt manchmal eine Belohnung.Dieses Spiel könnt ihr nur zu zweit gewinnen, aber auch der größte Haudrauf bekommt manchmal eine Belohnung.

Münzen bekommt ihr allerdings nicht nur vom Fuchs, sondern auch in Minispielen. Damit könnt ihr auf hilfreiche Gegenstände bieten oder sie euch für das große Finale aufsparen. Eure gesammelten Kronen sind hier jeweils ein Leben wert. Bevor es richtig losgeht versteigert der Moderator Hilfsmittel aus den vorangegangenen Spielen, die euch besondere Fähigkeiten verleihen. Diese müsst ihr einsetzen, um eure Konkurenz von einer stetig kleiner werdenden Plattform zu befördern. Spätestens hier ist es dann vorbei mit der Freundschaft und sein wir doch mal ehrlich, das gehört bei solchen Spielen einfach dazu.

Meinung von Emily Schuhmann

Macht Frantics Laune? Definitiv! Kann es mit den "Mario Party"-Spielen mithalten? Eher nicht. Es hat für mich dieselben Stärken und Probleme wie schon "Wissen ist Macht": stilistisch sehr ansprechend, aber etwas zu träge, um als flotte Abendunterhaltung zu taugen.

Meiner Meinung nach ist es kein Spiel, das ich mit meiner ganzen Familie spielen könnte. Alle die mitmachen sollten in etwa gleich gut mit einem Smartphone umgehen und sich schnell an neue Umstände anpassen können. Die Bewegungssteuerung war schon für mich und meine videospielerfahrenen Mittester ungewohnt, da will ich mir gar nicht vorstellen, wie sich beispielsweise meine Eltern anstellen würden.

Ohne Tutorials vor jedem Minispiel sind die Partien schneller und wesentlich lustiger und vor allem das große Finale weckt diese Hassliebe zu meinen Mitspielern, die ich an Partyspielen so mag. Frantics hat ein tolles Konzept, allerdings ist es nicht so zugänglich und dadurch massentauglich wie die anderen "Play Link"-Ableger. Spaß hatte ich absolut, aber für Spiele dieser Art bleibt der klassische Controller eindeutig mein Favorit.

70

meint: Charmantes Partyspiel mit ansprechender Optik und Mechanik, aber die Smartphone-Steuerung ist noch nicht ganz ausgereift

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Tags: Fun  

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