Keine Hilfe von Steam: Entwickler kopiert Berliner Indie-Spiel

von Chiara Bruno (06. März 2018)

Es ist wohl der Albtraum jedes Entwicklers: Jahrelange Arbeit, die schonungslos kopiert und als eigene verkauft wird. Das ist dem Berliner Entwickler Stephan Hövelbrinks widerfahren, wie das Magazin Motherboard berichtet. Ein Entwickler-Team übernahm für das Game FukTopia einzelne Elemente seines bis dato unveröffentlichten Spiels Death Trash und veröffentlichte es auf Steam. Die Vertriebsplattform schaue allerdings nur zu.

2015 begann der Berliner Indie-Entwickler Stephan Hövelbrinks die Arbeit an seinem postapokalyptischen Rollenspiel Death Trash, das bisher unveröffentlicht ist. Zu seiner Freude trifft sein Artwork, das er regelmäßig mit der Twitter-Community teilt, auf viel Begeisterung. Einige nennen seine Arbeit sogar inspirierend.

Seine Bilder werden mehrere hundert Male geteilt und geliked. Doch das soll ihm zum Verhängnis werden, wie Motherboard berichtet: Denn er wird Opfer eines Entwicklerstudios namens FreeMinds, das seine Ideen kopiert - und es nicht wahrhaben will. "Jemand hat mich auf Twitter darauf hingewiesen, dass es ein Spiel auf Steam gebe, dessen Stil meinem recht ähnlich sei", so Hövelbrinks in einem Gespräch mit dem Magazin. FukTopia, so der Name des Spiels, bedient sich an wesentlichen Elementen von Death Trash und macht auch vor der Spielbeschreibung keinen Halt:

"(...) Das Spiel hat eine Steam-Seite und sie bemühen sich nicht einmal, sich eine eigene Beschreibung auszudenken. Was immer ihr im Leben tut, seid nicht so scheiße wie diese Leute."

Der entscheidende Unterschied: Das Genre. Während es sich bei Death Trash um ein Rollenspiel handelt, ist FukTopia ein Kampfspiel. Auch habe sich FreeMind nicht nur am Grafikstil bedient, sondern auch an einzelnen Hintergründen. Auch der Name scheint geklaut. Bei FukTopia handelt es sich um eine Stadt in Hövelbringks Rollenspiel. In einem Diskussions-Board auf Steam wendet er sich an FreeMinds und bittet sie, den Namen des Spiels zu ändern. Im Forum heißt es auch, das Spiel orientiere sich an Elementen eines anderen Spiels, das sich Mother Russia Bleeds nennt. Dessen Entwickler fühlen sich allerdings laut FreeMinds geehrt.

Ein Screenshot aus Death TrashEin Screenshot aus Death Trash

Was folgt ist eine Antwort, in schlechtem Englisch, die schon zynisch klingt: "Um einen Namen für das Spiel zu finden, haben wir erst einmal Google gecheckt. Also haben wir in Google FukTopia eingetippt und über 11.500 Ergebnisse in der Google-Suche gefunden und realisiert, dass Death Trash sich den Namen nicht ausgedacht hat und Death Trash den Namen anscheinend selbst kopiert hat. Oder liegen wir falsch und Death Trash hat sich das Wort ausgedacht und andere 11.500 Referenzen kopieren deine Idee (Titel) aus einem deiner Orte im Spiel Death Trash?"

Ein Screenshot aus FukTopiaEin Screenshot aus FukTopia

Auch wenn sich viele auf Hövelbrinks Seite stellen, scheint seine Situation auswegslos, da sein Spiel nicht gänzlich kopiert wurde. Und dafür gibt es auf Steam keine Konsequenzen und kein Beschwerdeformular. Um sich nicht weiter von seiner Arbeit abbringen zu lassen, ändert er nun den Namen der Stadt in Death Trash.

"Die ganze Situation ist vor allen Dingen ein schwerer Schlag für die Moral gewesen. Es bündelt Gedanken und Energie, die ich besser zum konstruktiven Arbeiten am Projekt gebrauchen könnte", so Hövelbrinks. Wie Motherboard richtig klarstellt, zeigen solche Situationen die Hilflosigkeit kleiner Entwickler, wenn es zu solchen Diebstählen kommt. Um "mit dem Projekt" voranzukommen, möchte der Entwickler auch keine "aktiven Schritte" mehr einleiten. Dieser Fall zeigt außerdem, dass es seitens Steam mehr Hilfe für kleine Entwickler geben muss.

Tags: Steam  

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