Vorschau Smoke & Sacrifice: Mehr als nur ein weiteres Survival-Spiel?

von René Wiesenthal (08. März 2018)

Auf den ersten Blick ist Smoke and Sacrifice ein gewöhnliches Rogue-like mit einem durchaus besonderen Grafikstil. Die Ambitionen, die das Entwickler-Team von Solar Sail Games hat, sind aber andere. Tatsächlich steckt mehr hinter dem Spiel als es anfänglich den Anschein hat. Was das genau ist, verraten wir euch in der Vorschau.

Das Erste, was einem beim Anspielen von Smoke and Sacrifice durch den Kopf geht ist das Survival-Spiel Don’t Starve. Die Prämisse und Darstellungsform beider Spiele sind erst einmal recht ähnlich. Der Spieler versucht in einer unwirtlichen, lebensfeindlichen Welt zu überleben und sammelt dabei allerlei Utensilien in der Umgebung ein, die dafür nützlich sein könnten. Gezeigt werden beide Spiele aus einer isometrischen Perspektive auf eine dreidimensionale Welt, die von zweidimensionalen Geschöpfen bewohnt ist.

Sehr viel weiter scheinen die Gemeinsamkeiten aber dann doch nicht zu reichen. Denn Smoke and Sacrifice ist kein Rogue-like und möchte auch keines sein. Stattdessen will es bekannte Survival-Elemente in eine handgemachte Spielwelt verlagern, in der eine packende Geschichte erzählt wird. Inwieweit das gelingen könnte, durften wir bei einem ersten Anspielen der PC-Fassung erfahren.

Hier seht ihr den ersten Trailer zu Smoke and Sacrifice

Wie es sich für ein Spiel ziemt, in dem der Kampf ums Überleben im Mittelpunkt steht, ist die Welt von Smoke and Sacrifice größtenteils düster und abweisend gehalten. Das zeigt sich auch in einem Grafikstil, der größtenteils mit dunklen Farbtönen auskommt und mit Lichteffekten spielt, die der Düsternis gegenüberstehen.

Garstige Gegner und düsteres Szenario: Smoke and Sacrifice.Garstige Gegner und düsteres Szenario: Smoke and Sacrifice.

Auch die Handlung startet nicht gerade mit einem Freudenfest: Ihr beginnt das Spiel in einer Siedlung, die durch geheimnisvolle Laternen vor todbringender Kälte bewahrt wird. Die Protagonistin Sachi muss für den Fortbestand der Siedlung ihr Kind opfern – so wie es der Brauch verlangt. Nur so seien die schützenden Geräte am Laufen zu halten. Viele Jahre später wird das Dorf von Monstern überrannt. Sachi flüchtet durch die Apparatur, durch die ihr Sohn genommen wurde und findet sich in einer fremden Welt wieder, in der sie erfährt, dass ihr Nachwuchs noch am Leben sein könnte. Eine Suche beginnt.

Mehr als nacktes Überleben

Die Entwickler beschreiben Smoke and Sacrifice als Survival-Rollenspiel. Was sich dahinter verbirgt sind Crafting-Elemente, kleine Rätsel, Echtzeitkämpfe und allerlei Gegenstände zum Sammeln. Wenn ihr Ausrüstung anlegt, verschlechtert sich bei Benutzung kontinuierlich ihr Zustand, so dass ihr immer frische Ressourcen dabeihaben solltet, um diese zu reparieren oder Neues anzufertigen. Nahrung könnt ihr haltbar machen, indem ihr sie kocht. Die Inventarplätze sind beschränkt, aber es stehen Truhen zur Aufbewahrung zur Verfügung.

Nur mit hergestellten Schneeschuhen könnt ihr solche Passagen betreten.Nur mit hergestellten Schneeschuhen könnt ihr solche Passagen betreten.

Die Spielwelt erschließt ihr euch Stück für Stück, deckt also immer mehr von der Karte auf, während ihr Haupt- und Neben-Quests erledigt, die euch von skurrilen Figuren - wie zum Beispiel Geistergestalten - in Auftrag gegeben werden. Die Welt stellt ein selbständiges Ökosystem mit sich vermehrenden und interagierenden Lebewesen dar, auf die ihr mit euren Handlungen Einfluss nehmen könnt. Ignoriert ihr zum Beispiel eine bestimmte Tierart, pflanzt sie sich ungebremst fort und kann zur Bedrohung werden. Ihr könnt sie aber auch im Zaum halten und für Ressourcen umbringen. Wie komplex und dynamisch das System am Ende sein wird, war zum Anspielzeitpunkt schwer einzuschätzen, der Ansatz ist aber interessant.

Alles ist vergiftet

Ein Kernelement des Spiels ist ein giftiger Nebel, der durch die mysteriöse Welt strömt und euch bei Kontakt permanent schadet sowie Lebewesen in der Welt gefährlicher werden lässt. Eine Uhr zeigt die Phasen, in denen der Nebel kommt. Die behaltet ihr im Blick während ihr in kleinen Schritten Gegenstände sammelt, Ausrüstung baut und verbessert und damit durch den Nebel in der frei begehbaren Welt vordringt. Gewappnet seid ihr gegen das Gift mit Laternen oder leuchtenden Pflanzen, die kleinere Bereiche zu sicheren Zonen machen. Stirbt eure Figur, werdet ihr zum letzten Speicherpunkt zurückgesetzt. Diese sicheren Zonen solltet ihr oft aufsuchen, denn ihr werdet vermutlich nicht nur einmal vom recht anspruchsvollen Spiel besiegt.

Mit der Laterne geht es gegen die Giftwolken an.Mit der Laterne geht es gegen die Giftwolken an.

Die Optik von Smoke and Sacrife ist eher schlicht, aber durchaus ansehnlich. Das Design der Figuren sticht hevor – sie wurden allesamt handgemalt und zeugen von liebevoller Feinarbeit. Worauf das Abenteuer hinausläuft, wollten die Entwickler natürlich nicht verraten. Die Geschichte soll aber voller Überraschungen und emotionaler Momente stecken. Satte 30 Stunden werdet ihr angeblich brauchen, um sie einmal durchzuspielen. Wir sind gespannt, ob Smoke and Sacrifice diese Versprechen am Ende halten kann.

Nachbesserungsbedarf

Die Version von Smoke and Sacrifice, die wir spielen durften, wirkte noch etwas unfertig, aber die Entwickler warnten uns vor. Das Spiel befindet sich noch mitten in der Entwicklung und hat derzeit noch keinen Release-Termin. Versprochen ist es aber für 2018. Bis es erscheint, sollten vor allem ein paar weitere Komfortfunktionen ergänzt werden, die das ohnehin knackige Spiel ein wenig benutzerfreundlicher machen.

Beispielsweise ist die Verwaltung des Inventars derzeit noch etwas umständlich. Dass da nachgebessert wird, ist aber in Aussicht gestellt. Was leider ebenso negativ aufgefallen ist, sind die doch eher spartanischen Kämpfe. Die Entwickler messen diesen einen ebenso großen Wert bei wie dem Survival-Part, so sagen sie selbst. Zum Zeitpunkt des Anspieltermins wirkte dieser Aspekt aber eher aufgesetzt und lästig, da er weder besonders vielschichtig noch gut spielbar war.

Meinung von René Wiesenthal

Smoke and Sacrifice ist ein liebevolles, handgemachtes Survival-Abenteuer, das eine große Geschichte verspricht. Deren Anfang macht bereits neugierig und die bedrohliche Welt mit ihren seltsamen Figuren Lust auf Erkundungsausflüge. Davon abgesehen macht das Spiel nicht zu viel neu, um Survival-Affine zu überfordern, ist aber dennoch angenehm anspruchsvoll.

Zu hoffen bleibt, dass die Dynamik im Ökosystem sich nicht auf simple Aktion/Reaktion-Mechaniken beschränkt, sondern weitreichende und komplexe Veränderungen in der Spielwelt mit sich bringen kann. Außerdem muss beim Inventar und den etwas rudimentären Kämpfen nachgebessert werden. Da sich die Entwickler noch Zeit nehmen wollen, sind wir dahingehend guter Dinge.

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Tags: Singleplayer  

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