The Division 2: Da habe ich Freude und Bauchschmerzen zugleich

(Kolumne)

von Matthias Kreienbrink (13. März 2018)

Vergangene Woche wurde The Division 2 von Ubisoft angekündigt. Genau zwei Jahre nach der Veröffentlichung des ersten Teils wurde der Öffentlichkeit mitgeteilt, dass ein Nachfolger erscheinen wird. Ich freue mich darüber. Und habe zugleich einige Befürchtungen.

Wie spricht man eigentlich Division aus? Bei einigen Videospielen haben Menschen Probleme:

Ich habe es schon in der ein oder anderen Kolumne zum Ausdruck gebracht: The Division ist für mich eine Hass-Liebe. Eigentlich ist es so gar nicht mein Spiel. Repetitives Gamesplay, uninspirierte Missionen, ein ziemlich bedenkliches Szenario. Und doch habe ich schon so viele, viel zu viele, Stunden in dieses Spiel gesteckt.

Bin durch die schneeverwehten Straßen New Yorks gelaufen, habe Passanten eine Dose Cola zugesteckt - und dafür sinnlose Goodies bekommen. Dann wieder habe ich mich mit den Straßenbanden angelegt. Habe Polizei-Truppen beschützt, Nachschub für die Basis gesichert und mich dabei immer gefragt, ob ich meinem Charakter nicht doch andere Schuhe anziehen soll.

Kurzum, ich habe The Division mehrmals deinstalliert und dann wieder installiert. Habe immer wieder lange Pausen eingelegt, um dann doch wieder mit dem Spielen anzufangen. Habe immer wieder diesen tollen Klängen der verfallenen Stadt gelauscht. Darum habe ich mich über die Ankündigung von The Division auch zunächst gefreut. Habe gehofft, dass der Nachfolger die Stärken des ersten Teils beibehalten und verbessern würde.

Inzwischen gibt es auch Gerüchte, dass über 1000 Entwickler an diesem Spiel arbeiten. Es damit also das größte Spiel von Ubisoft überhaupt wäre. Auch wurden für das dritte Jahr des ersten Teil nun sogenannte "Shields" vorgestellt. Das sind Achievements, die in The Division 2 beweisen sollen, dass ihr schon beim Vorgänger dabei wart.

Ich hoffe also, dass der zweite Teil einige Verbesserungen bringen wird. Vor allem wünsche ich mir viel abwechslungsreichere Missionen. Auch würde ich mir wünschen, dass die Charaktere im Spiel eine interessantere Geschichte bekommen. Dass sie nicht allesamt auswechselbar sind. Ebenso wäre es schön, wenn man viel mehr mit der Stadt interagieren könnte. Wenn etwa die eigenen Entscheidungen und Taten sich auf die Bevölkerung auswirken, sie sich entsprechend zu eurem Verhalten würden.

Doch seit der Ankündigung sind zu der Freude und der Hoffnung auch Bauchschmerzen hinzugekommen. Denn ich befürchte, dass einer meiner größten Kritikpunkte am Spiel auch in der Fortsetzung problematisch sein wird. Denn in The Division waren eure Gegner einfach nur "Aufständische". Also Menschen, die in dieser apokalyptischen Stadt um ihr Überleben kämpfen - und die ihr dann erschießen müsst. Zu keinem Zeitpunkt hat das Spiel erläutert, wieso sie eigentlich "aufständisch" sind. Wieso wir - doch eigentlich "die Guten" - diese Menschen erschießen. Vieles an der Inszenierung erinnerte dann auch noch Polizei-Schießereien in den USA, aus denen etwa auch die "Black Lives Matter"-Bewegung hervorgegangen ist.

Aus einem hochkomplexen Thema - der Untergang der Gesellschaft durch einen Virus und wie die Menschheit damit umgeht - wurde also ein simples "das sind die Bösen, jetzt schießen". Dieser Umstand ist mir damals immer wieder sauer aufgestoßen. Ich hoffe, dass Ubisoft auch an diesem Aspekt des Spiels arbeiten wird. Denn wenn auch diese Thematik differenziert inszeniert wird, kann das gesamte Spiel besser, interessanter werden. Und dann ist es vielleicht sogar mal berechtigt, dass ich Stunden um Stunden in dieses Spiel stecke.

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