Test Burnout Paradise Remastered: Auch 2018 noch ernsthafte Konkurrenz für Need for Speed?

von Thomas Stuchlik (13. März 2018)

Vollgas ohne Reue! Die Neuauflage des Raser-Spektakels pfeift auf jegliche Realitätsansprüche und ist voll auf Spaß getrimmt. Kickt das auch 2018 noch?

Es scheint fast so, als ob 2017 das Jahr der Rennsimulationen war – Gran Turismo Sport, Project Cars 2 und Dirt 4 sei Dank. Die erste Hälfte von 2018 steht dagegen voll im Zeichen der Spaßrasereien: Denn zu Gravel und dem kommenden Onrush gesellt sich nun die Remastered-Version des zehn Jahre alten Burnout Paradise.

In Paradise City gilt das Gesetz der Straße. Erstmals in der Burnout-Reihe dürft ihr hier eine Stadt frei befahren. Doch die Metropole wirkt im Vergleich zu aktuellen Konkurrenten überschaubar und fast ein wenig klein. Das Straßennetz führt euch durch die namensgebende Stadt, eine angeschlossene Insel und auf Landstraßen durch das hügelige Umland. Jegliche Veranstaltungen sind ortsgebunden: An vielen Kreuzungen des Straßennetzes fordert euch das Spiel zur nächsten Raserei.

Ab in die Bande!

Ihr beweist euch in 120 örtlichen Veranstaltungen nicht nur bei Wettrennen von Punkt A nach B. Ebenso gibt es "Road Rage"-Events, in denen es nur darum geht, die Gegner von der Strecke zu rammen. Diese sogenannten "Takedowns" sind das Markenzeichen der Burnout-Reihe. Und sie machen auch heute noch genauso viel Spaß wie damals!

Mit gezündetem Boost heizt ihr mit Höchstgeschwindigkeit durch die Lande.Mit gezündetem Boost heizt ihr mit Höchstgeschwindigkeit durch die Lande.

Dank dauerhaft hohem Tempo stehen Crashs an der Tagesordnung. Vorsicht: Verursacht ihr zu viele Unfälle am eigenen Wagen, ist nicht nur eine gute Platzierung futsch. Dann droht auch der Totalschaden. Wie gut, dass ihr selbst innerhalb von Wettrennen den Wagen in Werkstätten reparieren lassen könnt. Einfach, indem ihr mit Vollgas durch sie heizt. Bei Tankstellen füllt ihr auf selbe Weise eure Boost-Leiste auf.

Kaum verwunderlich, dass das Blech-Spektakel auf Lizenzwagen verzichtet. Schließlich demoliert ihr ausschließlich Fantasie-Wagen bis zur Unkenntlichkeit. Damit alles jugendfreundlich bleibt, lassen sich in Paradise City auch keinerlei Fußgänger blicken. Selbiges gilt für die Polizei. Verfolgungsjagden gibt es dennoch: Bei "Marked Man" müsst ihr unbeschadet zum Zielort gelangen, was Straßenrowdys verhindern wollen. Daneben tretet Ihr zu Stuntveranstaltungen an, in denen es um spektakuläre Sprünge und Drifts geht.

Wohin des Weges?

Eine Besonderheit des Spiels ist die Navigation. Denn es bleibt euch überlassen, wie ihr zum Ziel kommt. Es gibt keine vorgegebene Routenplanung oder ein Navi. Nur dezent blendet das Spiel Straßennamen am oberen Bildschirmrand ein, in die ihr einbiegen solltet. Gleichzeitig wird euer Blinker aktiviert. Anfänger rasen aber allzu schnell an der korrekten Abzweigung vorbei.

Im ständigen Temporausch solltet ihr eure nächste Abfahrt nicht verpassen.Im ständigen Temporausch solltet ihr eure nächste Abfahrt nicht verpassen.

Typisch für eine Open World in einem Rennspiel: Überall finden sich spektakuläre Schanzen sowie rote Werbeschilder, die ihr beim Durchrasen zerstört. Hinter Absperrungen eröffnen sich außerdem zahlreiche Abkürzungen, die euch den Sieg in Rennen schenken können. Statt einem separaten Crash-Modus dürft ihr jederzeit einen Massen-Unfall auslösen. Auf Knopfdruck wird euer Auto zum Projektil, das ihr in andere Verkehrsteilnehmer schleudert.

Per Steuerkreuz aktiviert ihr jederzeit den klasse integrierten Online-Modus für acht Spieler. 75 freispielbare Vehikel tummeln sich in der Stadt. Habt ihr sie freigeschaltet, müsst ihr sie nur noch ausfindig machen und von der Straße rammen. Dazu gesellen sich die Inhalte der acht DLCs des Originals, inklusive Motorräder und Spielzeugautos. Daneben erfreut ihr euch am Original-Soundtrack mit rockigen Songs von Guns'n Roses oder Faith No More.

Meinung von Thomas Stuchlik

Burnout Paradise Remastered gelingt etwas, was das jüngste Need for Speed Payback nicht schafft: Es bedient Vollgas-Fetischisten von der ersten Sekunde an. Während ihr in NfS quälend langsam Autos hochrüstet, könnt ihr hier mit Höchstgeschwindigkeit durchstarten. Es gibt weder Tuning noch echte Vehikel, doch beim Rasen stört mich das überhaupt nicht. Vielmehr begeistert mich das hohe Spieltempo, das bei mir schnell einen Tunnelblick auslöst. Wie in Trance heize ich durch die Lande.

Heutzutage nervt allerdings die fehlende Schnellreise-Funktion sowie die mäßige Navigation in den Rennen, die euch oft falsch abzweigen lässt. Technisch gibt es auch 2018 wenig zu meckern: Das Geschehen läuft mit bombenfesten 60 Bildern pro Sekunde – auf PS4 Pro und Xbox One X sogar in 4K-Auflösung. Klar dürft ihr angesichts des Alters des Originals keine große Detailverliebtheit an jeder Straßenecke erwarten. Doch bei Burnout ging es noch nie um die Aussicht, sondern immer schon um spektakuläre Vollgas-Ausfahrten!

85 Spieletipps-Award

meint: Das rasante Highspeed-Spektakel mit offener Stadtkulisse ist voll auf Spaß statt auf Realismus getrimmt.

Jetzt eigene Meinung abgeben

Tags: Arcade   Remake  

So sollte das kommende Assassin's Creed sein

Wunschdenken: So sollte das kommende Assassin's Creed sein

Es gab eine Zeit, in der ihr jährlich mit einem neuen Assassin's Creed rechnen konntet. Mit Assassin's Creed - (...) mehr

Weitere Artikel

Neun kostenlose Spiele bei Frühjahrsputz-Aktion

Steam: Neun kostenlose Spiele bei Frühjahrsputz-Aktion

Dieses Wochenende dürft ihr bei Steam wieder einmal kostenlos spielen. Ganze neun Spiele sind im Rahmen der sogena (...) mehr

Weitere News

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

Meinungen - Burnout Paradise

Jochaan
61

Spielspaß nur für kurze Zeit

von gelöschter User

Alle Meinungen

Burnout Paradise (Übersicht)
* gesponsorter Link