Test Yakuza 6: Das Lied von Licht und Schatten

von René Wiesenthal (15. März 2018)

Yakuza 6 – Das Lied des Lebens soll der letzte Serienteil werden, in dem ihr in die Haut von Haudegen Kazuma Kiryu schlüpft. In unserem Test sagen wir euch, ob das Spiel ein würdiger Abschied des liebgewonnenen Gangster-Rentners ist.

Ein neues Yakuza-Spiel ist bereits angekündigt und angeblich schon in der Mache. Bevor wir das aber zu Gesicht bekommen, muss erst einmal eine Person verabschiedet werden, die die Reihe wie keine andere geprägt hat: Kazuma Kiryu. Der Tritt in Yakuza 6 – Das Lied des Lebens wohl seinen letzten Gang an. Wir haben ihn dabei begleitet.

Wer sich bereits ausgiebig mit Yakuza beschäftigt hat, wird sich vermutlich schnell in den Eröffnungssequenzen von Yakuza 6 zurechtfinden. Für alle, die mit dem sechsten Teil einsteigen, ist es wohl ein verwirrender Einstieg. Um da Abhilfe zu schaffen, bekommt ihr zu Beginn der Kampagne eine Kurzfassung der Ereignisse, die bis zur eigentlich Handlung des Spiels geführt haben und wahlweise auch noch ein paar zentrale Figuren vorgestellt.

So sieht Yakuza 6 in bewegten Bildern aus:

Wer immer noch auf dem Schlauch steht, kann sich übers Hauptmenü Zusammenfassungen aller bisherigen Spiele durchlesen. Eine nette Geste von Sega, um Neueinsteiger abzuholen, so ganz ohne Vorwissen werden aber nicht alle Fragen endgültig geklärt. Da Yakuza 6 aber genug eigene Handlung mitbringt, ist es nicht zwingend notwendig, den vollen Durchblick zu haben, um dem Spiel einigermaßen folgen und es genießen zu können. Deswegen ersparen wir euch ein Diagramm aller Charakterbeziehungen und geben euch die nötigsten Infos.

Ein Epos geht zu Ende

Kazuma Kiryu ist ein Ex-Yakuza, also ein ehemaliger japanischer Gangster, der seine Rente als ziviler Bürger zubringen möchte. Nach dem Absitzen einer mehrjährigen Haftstrafe gilt seine volle Aufmerksamkeit deswegen dem von ihm gegründeten Waisenhaus, das er auch als erstes nach der Haftentlassung besucht. Bei seiner Ankunft erfährt er, dass seine Ziehtochter Haruka vor einigen Jahren von dort verschwunden ist. Sie war ein Pop-Idol, stand im Rampenlicht, wodurch das Waisenhaus nach dem Bekanntwerden ihrer Beziehungen zu einem Ex-Yakuza in Verruf geraten ist.

Die Kinder freuen sich über das Wiedersehen. Auf Kazuma wartet eine böse Überraschung.Die Kinder freuen sich über das Wiedersehen. Auf Kazuma wartet eine böse Überraschung.

Um den anderen Kindern dort nicht die Zukunftschancen zu verbauen, flüchtete sie. Kazuma findet sie zu seinem Leidwesen erst im Krankenhaus von Tokio wieder. Sie liegt im Koma nachdem sie von einem Auto erfasst wurde und hinterlässt einen einjährigen Säugling. Kazuma mopst das Kind und beginnt zu ergründen, was genau mit dem Mädchen nach ihrem Verschwinden geschehen ist und ob da nicht irgendwelche dunklen Mächte am Werk waren. Der Ärger, der ihn bereits sucht, findet ihn in Form von Yakuza, chinesischen Triaden und anderem Ganoventum.

Um Veteranen und Neueinsteiger gleichermaßen zufriedenzustellen, ist das etwa 40-minütige Intro eine Mischung aus Wiedersehen, Rückblenden und ausgiebigen Erklärungen, die sehr viel Geduld abverlangen, möchtet ihr in das letzte Kapitel der Geschichte eintauchen. Ihr verbringt vor allem sehr viel Zeit damit, allen beim Schwadronieren zuzuhören. Am besten gewöhnt ihr euch auch direkt daran, denn in Yakuza 6 wird eine Menge geplappert.

Das japanische Nicht-GTA

Yakuza ist nicht das japanische Pendant zu Grand Theft Auto, wie es manchmal heißt. Es ist genau genommen etwas vollkommen Anderes. Sobald sich das Spiel für euch öffnet und die Spielwelt zugänglich wird, zeigt sich das sehr deutlich. Ihr beginnt in Kamurochi, einem fiktiven Städtchen der Präfektur Tokio, das Serienkenner bereits in vorherigen Yakuza-Spielen besucht haben. Zu Beginn ist die Stadt noch bedingt zugänglich, viele Straßen und Gassen sind gesperrt. Mit Fortschreiten der Geschichte könnt ihr sie dann erst einmal frei erkunden, inklusiver einiger Innenbereiche wie Restaurants oder Einkaufszentren.

Die Karten im Spiel sind überschaubar groß.Die Karten im Spiel sind überschaubar groß.

Auch wenn in Yakuza 6 noch eine weitere kleine Stadt in der Präfektur Hiroshima zugänglich wird, ist die Spielwelt niemals wirklich groß. Wo und zu welcher Tageszeit ihr euch aufhaltet, gibt euch zudem die Handlung vor. Also nutzt eure "Freizeit" zwischen den Missionen gut aus, nicht immer steht euch alles frei zur Verfügung.

Nicht nur darin zeigt sich die starke Linearität des Spiels. Open World oder gar Sandkasten gibt es hier nicht. Zwar könnt ihr, wenn ihr das möchtet, einiges an Nebenbeschäftigungen erledigen, aber die zeichnen sich nicht durch besondere Komplexität aus. Ebenso geradlinig ist auch die Geschichte aufgebaut. Beim Stromern in den Stadtbereichen seid ihr zudem strikt auf die normalen Wege und Straßen beschränkt. Ihr springt also nicht ausgelassen über Hindernisse und klettert auch nicht an Hauswänden hoch.

Wortgefechte und Faustkämpfe

Damit zu dem, was Yakuza 6 nicht ist. Was aber ist es dann? Am besten lässt es sich als Action-Adventure beschreiben, das in erster Linie eine Geschichte erzählen möchte. Der größte Teil des Spiels besteht aus ausgedehnten Dialogen, allesamt voll vertont in japanischer Sprache. Die sind besonders in Sequenzen der Kampagne sehr gelungen und machen Figuren nahbar, werden aber abseits derer oft auch redundant, weil jede noch so kleine Kleinigkeit dramatisch aufgeladen und ausführlich durchgekaut wird.

Daneben gibt es Abwechslung anhand kleinerer Rollenspielelemente und Nebenmissionen sowie spektakulärer Kämpfe. Unterwegs in der Stadt begegnet ihr nämlich immer wieder Banden von Herumtreibern und Kleinkriminellen, die Kazuma aus irgendeinem Grund nicht leiden können und ihm auf die Pelle rücken.

Die Schurken haben nichts zu lachen, wenn sie sich mit Kazuma anlegen.Die Schurken haben nichts zu lachen, wenn sie sich mit Kazuma anlegen.

Da das Ausdiskutieren von Problemen nicht die größte Stärke von Kazuma ist, greift er dann des Öfteren zu den Waffen, die gefährlicher sind, als seine Zunge: Seinen Fäusten. Wobei das eine Vereinfachung seiner Kampfkünste darstellt. Kazuma ist mit vollem Körpereinsatz bei der Sache, schlägt, tritt, springt und greift. Alles in Echtzeit und an Ort und Stelle, wo ihr den Schurken begegnet. Mit dem aufladbaren Heat-Modus weckt Kazuma per Knopfdruck zusätzlich schlummernde Kräfte.

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Tags: Singleplayer  

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