Blick in die Zukunft: Werdet ihr mal zockende Senioren sein?

(Kolumne)

von Emily Schuhmann (17. März 2018)

Senioren und Videospiele sind noch keine gängige Kombination, aber unsere Generation bleibt auch nicht ewig jung. Wir sind die Eltern und Großeltern der Zukunft und unser Nachwuchs bleibt davon verschont uns erklären zu müssen, dass Online-Spiele nicht pausierbar sind. Juhu!

Mal ein ungewöhnlicher Anfang für einen Artikel: Am Donnerstag feierte ich meinen 25. Geburtstag. Statt gemütlich mit meinen Freunden oder der Familie zusammenzusitzen und Kuchen zu vernichten, hat es mich an meinen Laptop gezogen, denn ein paar Gedanken lassen mich seit ein paar Tagen einfach nicht mehr los. Jahr für Jahr werde ich älter (schockierend, ich weiß), und auch wenn das jetzt noch nicht in Frage kommt, irgendwann habe ich vielleicht mal Kinder. Gruselig.

Ob mich dieses Spiel wohl auf das Elternsein vorbereiten könnte?

Meine hypothetischen Sprösslinge müssten sich nie mit einer Mutter herumärgern, für die jeder Charakter ein Mario oder Pikachu ist und die nicht versteht, dass sich Spiele nicht zu jedem Zeitpunkt abspeichern und ausschalten lassen. Meine Eltern haben Letzteres erst nach jahrelanger Erziehung begriffen und der eine oder andere unter euch erzieht Mama und Papa vermutlich noch immer.

"Wehe, du wählst das falsche Starter-Pokémon!"

Falls ich irgendwann Kinder habe und sie sich für Videospiele interessieren, könnte ich bei ihrem Hobby mitreden oder sogar mit ihnen gemeinsam zocken. Aber will ich das überhaupt? Ja, es wäre toll, wenn meine Eltern nachempfinden könnten, warum ich die virtuelle Welt so mag. Es kann allerdings auch gelinde gesagt kompliziert sein, eine Lieblingsbeschäftigung mit jemandem zu teilen, der viele Jahre Erfahrungsvorsprung hat.

In der Simpsons-Folge "Marge Online" ist Bart gar nicht davon begeistert, dass seine Mutter auch "Earthland Realms" zockt und sich einmischt.In der Simpsons-Folge "Marge Online" ist Bart gar nicht davon begeistert, dass seine Mutter auch "Earthland Realms" zockt und sich einmischt.

Vermutlich sind die Memes gar nicht mal so aus der Luft gegriffen, in denen eine Mutter ihrem Sohn Hausarrest verpasst, weil er beispielsweise Dark Souls nur mit Hilfestellung schafft oder sich für die Horde statt die Allianz entscheidet. Ich würde mir vermutlich auch auf die Zunge beißen müssen, um Dinge nicht kaputt zu erklären oder Einspruch einzulegen.

Teil der Normalität

Aber auch ohne Nachwuchs ist die Zukunft der Gamer-Demografie ein interessantes Thema, oder? Natürlich gibt es auch jetzt schon zockende Eltern oder sogar Großeltern, aber bald wird ein riesiger Anteil an älteren und alten Menschen Videospiele lieben und viel Zeit mit ihnen verbracht haben. Würden wir jetzt schon in dieser Zeit leben, müsste ich im Gespräch mit Omas und Opas nicht verzweifelt nach einfachen Wörtern suchen, um meinen Beruf zu erklären oder zum hundertsten Mal darauf beharren, dass Spiele keine Zeitverschwendung sind.

Auch die Spielindustrie wird sich vermutlich an diesen Wandel anpassen. Die Zielgruppe für Games ist längst nicht mehr fast ausschließlich jugendlich und männlich. Immer häufiger laufe ich in MMOs Menschen im Rentenalter über den Weg, die meine Liebe zu diesem Hobby teilen und in den kommenden Jahren wird das mit ziemlicher Sicherheit immer normaler. Dann sitzen wir alle irgendwann im Altersheim, feuern unser favorisiertes "Dota 2"-Team an und debattieren über Verbesserungen an den eingesetzten Helden. Klingt doch irgendwie ganz nett, meint ihr nicht?

Tags: Fun  

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