Vorschau God of War angespielt: - Mehr zu Kampfsystem, Rätsel und Präsentation

Vorbildliches Beil-Spiel

Wie praktisch, dass Kratos nicht nur seine Fäuste, sondern auch eine magische Axt schwingen kann. Via Steuerkreuz aktiviert ihr das göttliche Beil für den Nah- und eben auch den Fernkampf. Denn das Ding scheint aus derselben Schmiede zu stammen wie Thors Hammer: Schleudert Kratos es seinen Feinden entgegen, bleibt es in ebendiesen (oder im Falle eines Fehlwurfs in der Wand dahinter) stecken, kann aber auf Knopfdruck zurückgeholt werden. Praktischer Nebeneffekt: Kreuzen sich auf dem Rückweg Axt und weitere Unholde, bekommen diese auch noch was ab.

Ein Video sagt mehr als 1.000 Worte! Wir zeigen euch, wie die Kämpfe mit Axt und Atreus funktionieren:

Anfangs ist der Umgang mit dem Werkzeug etwas ungewohnt und nicht ganz so komfortabel, wie mit den Kettenklingen, die gar nicht erst davonfliegen konnten. Gerade im hektischen Kampfgetümmel gegen mehrere Feinde vergisst man gerne mal, dass die Axt ja noch in irgendeinem Schädel steckt. Mit etwas Übung kommt aber ordentlich Flow auf und das Gemetzel macht ähnlich Laune wie in den Vorgängern, ja, bekommt durch den gezielten Einsatz des Wurfbeils und der Hilfe von Atreus sogar etwas mehr strategischen Tiefgang, wenn man das denn so nennen möchte.

Mit kühlem Kopf und eiskalter Axt

Beide Helferlein - also Axt und Atreus - kommen auch bei den Rätseleinlagen zum Zuge, die jetzt gerne mal stark an die Knobelpassagen der letzten “Tomb Raider”-Episoden erinnern: Immer wieder gilt es mehr oder weniger komplexe Mechanismen zu (de)aktivieren, um Brücken zu senken, Tore offen- und Fallen aufzuhalten. Das gelingt, indem etwa Atreus Vorsprünge erklimmt, die für Kratos nicht erreichbar sind, während dieser die zweite magische Eigenschaft seiner Axt zum Einsatz bringt: Sowohl getroffene Gegner, als auch Gegenstände werden von ihr vereist.

Objekte, die ihr mit der Axt einfrieren könnt, werden durch ein dezentes, blaues Schimmern markiert.Objekte, die ihr mit der Axt einfrieren könnt, werden durch ein dezentes, blaues Schimmern markiert.

So friert ihr zum Beispiel das Zahnrad eines Fallgitters ein und holt das Beil erst dann zurück, wenn ihr durch das entsprechende Tor geschritten seid. Wirklich harte Kopfnüsse sind uns bisher zwar nicht begegnet, Kratos’ neue Optionen ermöglichen aber durchaus clevere Rätsel, die sich merklich von den tendenziell eher stumpfen Kistenschiebereien vergangener Abenteuer abheben.

Freude, schöner Götterfunken!

Wie von Sonys eigenem Santa Monica Studio nicht anders zu erwarten, gibt sich auch die Präsentation keine Blöße. Im Gegenteil: Was hier optisch aufgefahren wird, gehört wahrscheinlich zum Maximum, was aus der PS4 zu kitzeln ist. Umgebung und Charaktere strotzen vor Detailreichtum, die Animationen sind über jeden Zweifel erhaben und fantastische Beleuchtung sowie bombastische Effekte sorgen endgültig für feuchte Augen. Wo früher die vordefinierten Kameraschwenks für so manchen epischen oder überraschenden Moment gesorgt haben, kommen jetzt vermehrt spektakulär inszenierte Zwischensequenzen zum Einsatz, die fließend ins Gameplay eingebunden sind.

Als ob sie ihre Angeber-Optik nochmal besonders hervorheben wollten, lassen die Entwickler unseren ersten Ausflug mit Hipster-Kratos in einem wunderschönen neuen Abschnitt enden: Wir treffen eine freundliche und durchaus attraktive Hexe, die in einem märchenhaften, farbenfrohen Zauberwald unter einem Baum wohnt, der auf einer gigantischen Schildkröte wächst. Als der Schriftzug “Ende der Demo” auf dem Bildschirm erscheint, legen wir traurig das Joypad nieder - weil wir gerne noch weiter gespielt hätten - aber auch, weil wir wissen, wie es um Kratos‘ Glück mit Frauen bestellt ist ...

Ungewohnte Idylle: Der spielbare Abschnitt endet in einer für "God of War"-Verhältnisse außergewöhnlich romantisch anmutenden Szenerie. Fraglich, wie lange der Wald so zauberhaft bleibt.Ungewohnte Idylle: Der spielbare Abschnitt endet in einer für "God of War"-Verhältnisse außergewöhnlich romantisch anmutenden Szenerie. Fraglich, wie lange der Wald so zauberhaft bleibt.

Bewertung von Markus Rehmann

Ich gebe es zu: Als großer “God of War”-Fan war ich ziemlich skeptisch, ob die Neuausrichtung rund um “Bartos” wirklich in die richtige Richtung geht. Ein neues Szenario war überfällig, aber die frei drehbare Kamera stieß bei mir erstmal auf Ablehnung, bedeutet sie doch zwingend auch eine Änderung des grundlegenden Spielprinzips. Und tatsächlich rückt God of War damit, und mit der offeneren Spielwelt, ziemlich nahe an die typische Action-Adventure-Riege à la Uncharted, Tomb Raider oder Horizon - Zero Dawn.

Zumindest soweit ich bisher spielen konnte fiel außerdem auf, dass sich Kratos jetzt auch in Sachen übertriebener Gewaltdarstellung etwas zügelt und dafür auch mal andere Gefühle als puren Hass zeigt - wenn auch nur im stillen Kämmerlein. Ob das Altersmilde ist oder doch nur Erschöpfung aufgrund der vergangenen Ereignisse, die im Laufe des Abenteuers wieder gegen rasende Wut getauscht wird, bleibt abzuwarten.

Dem Spielspaß tut das aber eh keinen Abbruch. Wie heißt es so schön: Unkraut vergeht nicht, und so haben wir es trotz aller Änderungen immer noch unverkennbar mit dem fiesen alten Kratos zu tun. Sowohl Atmosphäre als auch Kampfsystem fühlen sich nach “God of War” an und auch die fette Präsentation ist eines Spartaners mehr als würdig. Fraglich bleibt höchstens noch, ob die sehr nahe Kamera in den Kämpfen nicht vielleicht zu Problemen führt, wenn es Kratos später mit noch mehr, noch garstigeren Gegnern zu tun bekommt. Ach und falls sich jemand gewundert hat: Mehr schlecht als recht versteckte Item-Kisten gibt es auch immer noch.

Ein Bonus-Schnappschuss, den wir euch nicht vorenthalten können: Markus (links) und Kratos beim Austausch von Bartpflegetipps auf der E3 2017.Ein Bonus-Schnappschuss, den wir euch nicht vorenthalten können: Markus (links) und Kratos beim Austausch von Bartpflegetipps auf der E3 2017.

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