Test Assassin's Creed - Rogue: Hoffnungsschimmer für den Querschläger

von Michael Krüger (19. März 2018)

Ein bislang wenig bis kaum beachtetes Abenteuer der berühmten Assassinen-Serie erhält nach nur knapp drei Jahren eine Neuauflage. Ob es diese Extrabehandlung verdient, verraten wir im Test.

Es gab mal eine Zeit, in der erschien jedes Jahr ein neues Assassinen-Abentuer. Auf dem Zenit dieser Entwicklung veröffentliche Ubisoft sogar zwei Spiele im Abstand von nur wenigen Tagen. Nur zwei Tage bevor Assassin's Creed - Unity in den Regalen landete, erschien bereits Assassin's Creed - Rogue. Zur Überraschung vieler allerdings nur für PC, PS3 und Xbox 360, konnte Unity doch schon auf PS4 und Xbox One gespielt werden.

Ein "Assassin's Creed"-Spiel für eine überholte Konsolengeneration? Und das im gleichen Zeitraum, in dem ein technisch fortschrittlicheres Exemplar veröffentlicht wurde? Dass diese Rechnung nicht aufgehen kann, wundert sicherlich niemanden. Und so wurde aus dem gar nicht mal so uninspirierten Spiel ein dunkler Fleck in der Chronik der Serie.

Alte Bekannte

Wie eben angedeutet, ist Assassin's Creed - Rogue prinzipiell ein interessanter Ableger. Immerhin spielt ihr einen Großteil des "Open World"-Abenteuers auf Seiten der Templer. Angesichts der Tatsache, dass ihr über etliche Spiele hinweg fast ausschließlich gegen eben diese Fraktion kämpfen musstet, wird das Erlebnis somit durchaus zu etwas Besonderem.

Orte und Personen aus dem Vorgänger tauchen regelmäßig auf.Orte und Personen aus dem Vorgänger tauchen regelmäßig auf.

Wie es dazu kommt, dass ihr euch in der Rolle von Shay Patrick Cormac von der Bruderschaft der Assassinen abwendet, ist im Spiel schnell erzählt und wirkt auch in der überarbeiteten Fassung nach wie vor stark überhastet. Schnell wird klar, dass sich die Handlung, die sich chronologisch im Zeitraum kurz nach Assassin's Creed 4 - Black Flag einordnet, recht ähnlicher Elemente wie der Vorgänger bedient. So trefft ihr auf viele Figuren, die ihr bereits kennt.

Auch Schiffsfahrten, Schatzsuchen und andere Mechaniken, die in Black Flag zum Einsatz kommen, finden sich ebenfalls in Rogue in identischer oder zumindest ähnlicher Form wieder. Einzig die Perspektive der Templer bringt ein paar Neuerungen ins Spiel. So verfügt ihr über deutlich mehr und vor allem größere Schusswaffen, die von einfachen Pistolen, über großkalibrige Flinten bis hin zu Granatwerfern reichen. Und das sorgt dann doch zumindest etwas für frischen Wind.

Der Zahn der Zeit

Seit der erstmaligen Veröffentlichung von Assassin's Creed - Rogue sind ein paar Jahre vergangen und die damals gängige "Open World"-Formel von Ubisoft wurde in der Zwischenzeit in großen Teilen verändert und weiterentwickelt. Spielt ihr Assassin's Creed - Origins, erkennt ihr zwar einiges wieder, doch vergesst ihr auch schnell, welche Schwachpunkte die Reihe vor drei Jahren noch hatte.

Hübscher als das Original, dennoch nicht ohne Macken.Hübscher als das Original, dennoch nicht ohne Macken.

An diesen wurde in Remastered-Fassung von Assassin's Creed - Rogue nichts verändert, so dass ihr damals wie heute aus Versehen an Wänden hochklettert, an Kanten hängenbleibt und gelegentlich aufgrund von Glitches frustriert seid. Bugs waren schon zum Release von Rogue ein großes Thema und das sind sie auch noch in der neu aufgelegten Version.

Hübscher und ansprechender ist das Remaster dennoch. Immerhin sind die Kanten um einiges glatter, die Texturen weniger verschwommen und auch die Gesichter sind nun etwas glaubwürdiger, wenn auch nach wie vor nicht besonders charismatisch. Zusammen mit den kürzeren Ladezeiten lässt sich zumindest aus technischer Sicht eher wenig beanstanden.

Meinung von Michael Krüger

Auch drei Jahre später merkt ihr Assassin's Creed - Rogue deutlich an, dass die damalige Entwicklung äußeren Umständen zum Opfer viel. Über nettes Beiwerk zu Assassin's Creed - Black Flag kommt das Spielerlebnis einfach nicht hinaus und wirkt nach wie vor eher wie ein umfangreicher DLC als ein eigenständiges Spiel.

Dabei hätte Assassin's Creed - Rogue aufgrund der interessanten Handlung eigentlich mehr verdient. Dass trotz der technischen Aufarbeitung noch so viele Schwächen im Spiel stecken, zeigt deutlich, dass ein Remake hier die bessere Entscheidung gewesen wäre. Denn die Geschichte rund um den abtrünnigen Assassinen Shay Patrick Cormac ist gerade für Fans der Serie spannend und sehenswert.

77

meint: Auch die Neuauflage kann nicht gut machen, was einst schief lief. Rogue bleibt technisch unausgereift, doch erzählt nach wie vor eine spannende Geschichte.

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Tags: Singleplayer   Open World  

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