Vorschau Onrush: Temporausch für den Teamsieg

von Thomas Stuchlik (20. März 2018)

Wie im Rausch: In Codemasters' neuester Offroad-Raserei Onrush stehen nicht Rennen, sondern der teambasierte Wettkampf im Vordergrund. Beim ersten Anspielen überrascht das Spiel mit ebenso ungewohnten Inspirationsquellen.

Rasen ohne Reue: Arcade-Racer sind aktuell wieder angesagt, wie Beispiele wie Gravel und Burnout Paradise Remastered beweisen. Selbst Sim-Spezialist Codemasters pfeift auf Realitätsnähe und legt mit Onrush ein rasend schnelles Rennspiel vor. Doch Moment, im Grunde handelt es sich gar nicht um ein Rennspiel ...

Hinter dem Projekt stecken keine Unbekannten: Entwickler der vormals aufgelösten Evolution Studios haben sich erneut unter der Codemasters-Flagge zusammen gefunden. In ihrer Historie stehen sie verantwortlich für große Marken wie Motorstorm und Driveclub, was aufhorchen lässt und den Arcade-Charakter von Onrush erklärt.

Doch laut den Machern holt sich Onrush obendrein ungewöhnliche Wettkampf-Inspiration aus der "Street Fighter"-Reihe, Rocket League und Overwatch. Vor allem der Vergleich zu Letzterem fällt beim ersten Anspielen ins Auge. Denn die Raserei setzt voll auf aufgabenbasierte Veranstaltungen. Dabei geht es eben nicht um Platzierungen, sondern um den Teamgewinn nach Punkten oder nach der Uhr.

Über Stock und Stein

Beim ersten Anspielen versetzt uns Onrush auf hügelige Rundstrecken mit steilen Wegbegrenzungen. Die Offroad-Pisten führen mal durch enge Canyons, mal über steile Anstiege, mal durch offenes Gelände mit vielen Schanzen. Letztere sind nicht nur Spaßfaktor, sondern auch gut, um genretypisch den eigenen Boost aufzuladen.

Beim Rasen verbringt ihr viel Zeit in der Luft, nur um Sekunden später auf darunter liegendes Terrain zu krachen.Beim Rasen verbringt ihr viel Zeit in der Luft, nur um Sekunden später auf darunter liegendes Terrain zu krachen.

Dabei gilt nicht das Motto "Jeder gegen jeden", sondern Sechs versus Sechs – das zwölfköpfige Fahrerfeld teilt sich in zwei Teams. Obendrein tummeln sich zusätzliche Computerfahrer auf der Piste, die als Kanonenfutter dienen. Beim ersten Spiel-Modus "Overdrive" sammelt Ihr Punkte für eure Mannschaft. Das gelingt durch Sprünge, Boosts und Ramm-Attacken. Letztere gleichen dem Genrekollegen Burnout, denn auch hier schiebt ihr Kontrahenten in die Bande oder in den nächsten Felsen. Wer nach Ablauf der Zeit die meisten Punkte erringt, gewinnt. Ganz simpel.

In Onrush zählt nur der Wettstreit untereinander: Seid ihr zu langsam oder in einen Unfall verwickelt, versetzt euch das Spiel immer wieder zurück ins Getümmel. Ihr dürft wahlweise mit Motorrädern sowie Autos - vom Buggy über Pickup bis zum Gelände-Truck - herumheizen. Dank simplifiziertem Fahrverhalten ist Bremsen fast unnötig. Doch leider unterscheiden sich die acht enthaltenen Wagenklassen viel zu wenig untereinander. Auch wenn diese Spezialfähigkeiten besitzen, die Schilde oder mehr Angriffskraft verleihen.

Inspiriert von Burnout und Overwatch

Spätestens bei den anderen Spielmodi wird klar wie sehr Onrush auf Online-Duelle ausgelegt ist. Bei "Countdown" laufen unerbittlich die Sekunden herunter. Fahrt schnell durch auftauchende Tore, um die Zeit für euer Team zu verlängern. Schnell entwickelt sich ein aufregendes Gedrängel und Geschiebe mit der Gegnermannschaft.

Bei "Countdown" heizt ihr von Tor zu Tor, um wertvolle Sekunden für das eigene Team zu erringen.Bei "Countdown" heizt ihr von Tor zu Tor, um wertvolle Sekunden für das eigene Team zu erringen.

Leider noch nicht spielbar war der "Switch"-Modus – ein Eliminierungs-Duell, in dem jeder Teilnehmer über nur drei Leben verfügt. Auch interessant klingt "Lockdown", wo ihr ständig wechselnde Zonen mit eurem Vehikel sichert. Quasi eine Variante von "King of the Hill". Schön übrigens, dass Spieler jederzeit in laufende Partien ein- und aussteigen dürfen.

Trotz allem Fokus auf Online bietet Onrush auch eine Solo-Kampagne, in der diesselben Disziplinen warten. Doch das erscheint weitaus weniger reizvoll, denn das Teamergebnis ist kaum voraussehbar, der Ausgang immer überraschend.

Technisch gefällt das Gezeigte bereits mit 60 stabilen Bildern pro Sekunde - egal ob PC, PS4 oder Xbox One. Die runderneuerte Ego-Engine aus eigenem Hause liefert auch 4K-Auflösungen für PS4 Pro und Xbox One X. Soundtechnisch wummern treibende Beats über die Lautsprecher, aber keine markanten Songs.

Meinung von Thomas Stuchlik

Die Grundidee hat viel Potenzial, denn sie kombiniert simples Rasen mit kompetitiven Online-Modi. Im Kern ist Onrush deshalb kein Rennspiel, vielmehr ein Action-Duell auf vier Rädern – das sollte potenziellen Käufern klar sein. Da stört auch der allgegenwärtige Gummiband-Effekt nicht. Dennoch lassen sich manchmal Gegner einfach nicht einholen, um sie zu rammen. Dem Spiel mangelt es jedoch an fehlendem Fahrgefühl. Alle Vehikel verhalten sich zu ähnlich und zu gutmütig und lassen sich kaum driften.

Die verschiedenen Disziplinen sorgen vor allem Online für Spannung mit oftmals offenem Ausgang. Der eigentliche Streckenverlauf rückt da in den Hintergrund. Gleichzeitig schwankt die Optik zwischen "schön" und "Na ja". Mal rast ihr durch ein wunderschönes Wüstental mit tief stehender Sonne, mal pflügt ihr euch durch vernebeltes Terrain, das kaum Wiedererkennungswert hat. Dennoch reizt das Geschehen mit erneuten Partien und Revanchen – bleibt nur die Frage der Langzeitmotivation.

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Tags: Multiplayer   Koop-Modus  

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