Test Sea of Thieves: Auf dem Weg zur Piratenlegende oder doch zu Davy Jones?

von Emily Schuhmann (21. März 2018)

Arrr, ihr jämmerlichen Landratten würdet doch keine Minute auf hoher See überleben! Ihr glaubt, ihr habt doch das Zeug zu einem waschechten Piraten? Jetzt könnt ihr es uns und der Welt beweisen und in See stechen.

Gleich vorweg: Dieser Test soll euch so schnell wie möglich einen Überblick verschaffen, was euch in Sea of Thieves erwartet. Da so ein Online-Rollenspiel allerdings in so kurzer Zeit keineswegs zu unserer und eurer Zufriedenheit getestet werden kann, lest ihr hier unseren vorläufigen Erfahrungsbericht. Wenn wir einige Stunden mehr auf unserem Piratenschiff verbracht haben, werden wir den Artikel mit neu gewonnen Erkenntnissen und einer numerischen Wertung ergänzen. Aber jetzt genug der Vorworte und auf ins Abenteuer!

Zu sagen, Sea of Thieves hätte eine bewegte Vergangenheit hinter sich, ist eine ziemliche Untertreibung. Im Laufe der letzten drei Jahre, so lang ist die Ankündigung des Spiels mittlerweile tatsächlich her, hat sich Microsofts Vorzeigespiel für die „Xbox One“-Familie ganz schön verändert. Unter anderem hat es seine Konsolenexklusivität verloren und ist am 20. Februar auch für Windows 10 erschienen. Für alle die erstmal nur den großen Zeh ins Salzwasser halten wollen: Mit dem 14 Tage kostenlosen Xbox Game Pass könnt ihr ausprobieren, ob Sea of Thieves überhaupt etwas für euch ist.

Auf die Größe kommt es an

Gehört ihr zu den Kindern, die davon geträumt haben, mal Pirat zu sein? Ja? In diesem Spiel von Industrielegende Rare könnt ihr diesen Kindheitstraum voll ausleben. Seeschlachten, Schatzsuche und ein legendäres Seemonster warten auf euch. Erstmal müsst ihr allerdings einen Charakter erstellen und das ist hier gar nicht so leicht. Statt Regler hin und her zu schieben, habt ihr die Wahl zwischen acht zufällig generierten Figuren, die teilweise ziemlich ... interessant aussehen. In einem Rollenspiel, das quasi komplett auf ein kosmetisches Fortschrittssystem setzt, ist so ein Piraten-Zufallsgenerator eine eher merkwürdige Wahl.

Immerhin könnt ihr beliebig oft eine neue Gruppe Seebären generieren und Figuren favorisieren, allerdings müsst ihr Geduld mitbringen.Immerhin könnt ihr beliebig oft eine neue Gruppe Seebären generieren und Figuren favorisieren, allerdings müsst ihr Geduld mitbringen.

Ihr habt am Anfang jeder Sitzung die Wahl zwischen verschiedenen Crew- und Schiffsgrößen. Zwar könnt ihr tatsächlich auch allein spielen, aber es ist nicht zu empfehlen, denn erst in der Gruppe macht Sea of Thieves wirklich Spaß. Die Schiffe sind alle unterschiedlich groß und anders aufgebaut, aber sie alle haben die gleiche Ausrüstung. Lagertruhen, Kartentisch, Krähennest, Segel, Steuerrad, Anker und nicht zu vergessen Kanonen. Denn was wäre ein Piratenschiff ohne die Möglichkeit anderen Booten und deren Besatzung das Leben schwer zu machen?

Lust auf Schiffe versenken?

Der wichtigste Aspekt von Sea of Thieves ist definitiv das Zusammentreffen mit anderen Piraten. Auf den wunderschön anzusehenden Wellen zu segeln fühlt sich wirklich gut an, auch wenn ihr bei dem Geschaukel nicht anfällig für Seekrankheit sein solltet. Die Crew wuselt über das Deck und jeder spricht im Voicechat (absolut Pflicht!) durcheinander. Auf der Jagd nach nichtsahnenden Spielern ist Zusammenarbeit der Schlüssel zum Erfolg und das entstehende Chaos macht einfach Laune. Die Chancen im Kampf sind immer ausgeglichen, denn ihr sammelt auf Kaperfahrt weder Erfahrungspunkte noch bessere Ausrüstung. Alles ist kosmetisch.

So spielt sich das Piraten-Abenteuer Sea of Thieves:

Neue Ausrüstung, Schiffsanpassungsoptionen und Kleidungsstücke könnt ihr euch auf den bewohnten Inseln kaufen. Dafür braucht ihr natürlich Dublonen und die verdient ihr durch Aufträge von drei Organisationen: Goldsammler, Händler und Seelenorden. Setzt Segel zu Schatzinseln und bringt Kisten voller Kostbarkeiten zurück, macht legale Handelsfahrten oder schickt Skelett-Lords endgültig ins Reich der Toten. Anfangs sind diese Missionen noch gratis, später müsst ihr zahlen, aber dementsprechend höher sind auch die Belohnungen. Worauf wartet ihr Bilgeratten noch? Schnappt euch ein paar Freunde, singt ein Shanty und stecht gemeinsam in See!

Meinung von Emily Schuhmann

Mich als Wasserratte zu bezeichnen ist eine Untertreibung. Ich liebe das Meer und tatsächlich könnte ich in diesem Spiel einfach nur stundenlang am Strand sitzen und die Wellen beobachten. Die Atmosphäre in Sea of Thieves stimmt einfach. Sonnenaufgang und -untergang tauchen alles in rosa-orangefarbenes Licht, nachts funkeln die Sterne am Himmel und zieht ein Sturm auf, wird das Meer zu einer brodelnden, grauen Suppe. Ich könnte noch weiter philosophieren, aber ich denke, ihr versteht worauf ich hinaus will.

Weniger glücklich bin ich mit der Charaktererstellung. Mit ein paar Schiebereglern hätte ich im Bruchteil der Zeit ins Abenteuer starten können. Wenn ich nur kosmetische Gegenstände erspielen kann, muss für mich einfach die Basis stimmen. Im eigentlichen Spiel ist das Aussehen dann doch irgendwie zur Nebensache geworden. Ihr seht eure eigene Figur eh kaum.

Ich kann das Spiel wirklich niemandem empfehlen, der lieber allein unterwegs ist. Ohne meine Freunde an Bord hätte ich mich vermutlich schnell gelangweilt, denn wirklich abwechslungsreich sind die Missionen bisher nicht. Sich gegenseitig Piraten-Jargon um die Ohren zu pfeffern, die wirklich großen Galeonen über das Meer zu navigieren, Inseln erkunden und natürlich andere Schiffe zu versenken, DAS macht Sea of Thieves zu einem Erlebnis.

65

spieletipps meint: Eine tolle Atmosphäre und massenweise Potenzial, aber aktuell fehlt noch der Tiefgang. Eher nichts für Solo-Piraten.

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