Schwarze Schafe sind hübsch: Warum ungeliebte Serienteile trotzdem Freunde haben - Seite 2 (Special)

Breath of Fire - Dragon Quarter

Die "Breath of Fire"-Spiele sind nicht jedem Spieler hierzulande bekannt, dementsprechend auch keine derartigen Massenlieblinge wie zum Beispiel die "Final Fantasy"-Reihe. Unter Kennern gehören die auf dem SNES geborenen Rollenspiele aber zu den besten JRPGs ihrer Zeit. Bis Breath of Fire – Dragon Quarter kam.

Bis zu diesem Punkt zeichnete sich die Reihe durch ein einzigartiges, farbprächtiges Gegner- und Charakter-Design aus, zudem durch fordernde Rundenkämpfe mit tollen Animationen. Für JRPG-Standards sind die Geschichten der Spiele weitestgehend erwachsen und klischeebefreit. Damit hat Capcom über die Jahre viele Fans für die Reihe gewinnen können. Breath of Fire – Dragon Quarter machte dann nahezu alles anders und schaufelte damit das Grab für die Reihe. Das Spiel floppte völlig.

Breath of Fire 4 - Intro

Aus einer großen Fantasy-Welt wurde ein klaustrophobisches Gewölbe unter der Erde, das durch karge, industrielle Korridore strikt weiter nach oben führte. Die Geschichte war schwer zu durchschauen, eher kryptisch erzählt. Die Zufallskämpfe wurden ersetzt durch ein Rundensystem, das auf der Weltkarte stattfindet und die Positionierung der Figuren auf dem Schlachtfeld sowie vorausschauenden Einsatz von Aktionspunkten essentiell werden ließ. Damit verlor Capcom seine Kern-Fanbase, gewann aber zeitgleich nicht genügend neue Spieler dazu, die dem gegenüber aufgeschlossen waren.

Sicher ist Dragon Quarter extrem linear. Dass das alten Fans vor den Kopf stößt, war abzusehen. Auch das neue Design der Figuren und die triste, abweisende Spielwelt konnte farbverwöhnte Fan-Augen nicht überzeugen. Neulinge schreckten wohl die durchwachsenen, größtenteils eher mäßigen Kritiken ab. Dragon Quarter war einfach zu speziell.

Und so karg und düster sah dann Dragon Quarter aus. Das störte wiederum nicht alle Spieler.
Und so karg und düster sah dann Dragon Quarter aus. Das störte wiederum nicht alle Spieler.

Und dabei gewann es gerade durch diese Spezialität eine ganz bestimmte Gruppe von Gamern für sich, die darüber hinwegsahen, dass das Spiel den Namen Breath of Fire trägt oder denen die Reihe bis dato fremd war. Diese fanden in dem Spiel eine düstere, dystopische Geschichte in einer kalten, atmosphärischen Endzeitwelt. Das fordernde Kampfsystem begeisterte Taktiker, die sich gern anspruchsvollen Gegnern stellen. Zudem bietet das Spiel einige Anreize für wiederholte Durchläufe. Manche Spieler bezeichnen Dragon Quarter als mutige, verkannte Perle.

The Legend of Zelda – The Wind Waker

Mit The Legend of Zelda – The Wind Waker machte Link sein Debut auf dem Nintendo Gamecube, dem noch ein weiterer Serienableger auf dem lila Kasten folgen sollten. Die Entwickler trafen einige mutige Entscheidungen, die bei einer Vielzahl von Fans leider nicht auf Gegenliebe gestoßen sind.

So konnten sich viele Alteingesessene beispielsweise nicht mit der ungewöhnlichen Comic-Grafik und Links neuem, kindlichen Design anfreunden. The Wind Waker wurde außerdem häufig der Vorwurf gemacht, es sei zu kurz beziehungsweise ließe es sich zu schnell durchspielen. Das führte dazu, dass das Spiel von langjährigen Serien-Fans oftmals insgesamt als eher kindgerecht betrachtet und nicht ernst genommen wurde.

Doch auch ältere Serienteile bedürfen, sofern ihr nur strikt der Handlung folgt, keiner ausufernden Spielzeiten, um zum Abspann zu gelangen. The Legend of Zelda lebt seit jeher davon, dass das Entdecken und Erleben der Spielwelt zu großen Teilen am Spaß und der Spielzeit beiträgt. Und diese Anforderungen erfüllt gerade die riesige offene Welt von The Wind Waker allemal. Spieler, die dem Szenario und den ausgedehnten Bootsreisen etwas abgewinnen konnten, bekamen mehr denn je Zerstreuung abseits des Hauptpfades auf den vielen kleinen und großen Inseln des Meeres geboten.

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