Iron Harvest: Ein Strategiespiel auf der Kickstarter-Überholspur

(Special)

von René Wiesenthal (06. April 2018)

Ein Echtzeitstrategiespiel eines deutschen Indie-Entwicklers knackt die Spendenmarke von 1.000.000 Euro und wird damit zum erfolgreichsten Kickstarter-Videospiel aus Deutschland. Höchste Zeit, Iron Harvest mal unter die Lupe zu nehmen.

Iron Harvest ist ein Echtzeitstrategiespiel vom deutschen Entwickler-Team KING Art Games. Falls euch der Name selbst nichts sagt, dann bestimmt einige der Spiele, die das Studio bereits veröffentlicht hat: KING Art sind die Schöpfer von Spielen wie Die Zwerge und The Book of unwritten Tales – ganz und gar keine unbeschriebenen Blätter also. Was ist an deren aktuellem Projekt nun so herausragend?

Nun, während manch einer von euch Iron Harvest vielleicht noch nicht kennt, haben über 12.000 Unterstützer des Indie-Spiels für einen erstaunlichen Finanzierungsrekord gesorgt: Knapp 800.000 Euro konnten zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung für die Fertigstellung des Spiels auf der Spendenplattform gesammelt werden.

Mit diesem Trailer startete der Kickstarter-Erfolg

Zusammen mit so genannten Pledges, also Zahlungsversprechungen für den Fall der Zielerreichung, ist die Eine-Million-Euro-Marke bereits überschritten. Iron Harvest ist das erfolgreichste deutsche Spieleprojekt auf Kickstarter. Dass so viele Menschen bereitwillig spenden oder ihre Unterstützung zusagen, hat gute Gründe. Das Spiel scheint ein Fest für Strategie-Fans zu werden.

Willkommen im Jahr 1920+

Angesiedelt ist es in einer alternativen Version von Europa, erzählt dessen Geschichte also neu. Genauer gesagt befinden Spieler sich im Jahr 1920 einer fiktiven, parallelen Zeitachse. In dieser ist der Menschheit durch das Experimentieren mit neuen Technologien die Erfindung von rustikalen Mechs gelungen. Die schwerfälligen Monstren dienten als Kriegsgerät in einem so genannten "Großen Krieg", zogen danach ins tägliche Leben der Bürger ein. Es kommt wie es kommen muss: Geheime Mächte wollen Europa nun weiter destabilisieren, natürlich auch mit Hilfe der Mechs.

Die Solo-Kampagne des Spiels dreht sich nun um drei Fraktionen, im Grunde abgewandelte Formen von Polen, Sachsen und der Sowjetunion – alle mit unterschiedlichen Ausgangspositionen nach Ende des Krieges und dementsprechend verschiedenen Interessen. Wie genau die übergeordnete Geschichte verläuft, ist noch nicht klar. Angekündigt ist aber, dass Spieler diese jeweils aus der Sicht einer dieser Fraktionen erleben können. Die Geschichte soll dabei nicht einfach zweckdienlich, sondern fesselnd und imposant inszeniert sein.

Frisches Blut in trockenen Strategieadern

Wie es sich für Echtzeitstrategiegefechte gehört, gibt es verschiedene Einheitentypen, die ihr aus der Luft befehligt. Darunter auch die beschriebenen Mechs, die nicht nur was Optik und Stimmung betrifft frischen Wind in das Genre bringen. Auch spielerisch sollen sie neue Möglichkeiten eröffnen. Als Ergänzung der Infanterie besitzen sie jeweils besondere Stärken, Schwächen und Spezialfähigkeiten, die ihr geschickt nutzen oder – mit Blick auf den Feind – umgehen müsst.

Seht hier eine Demonstration der Technik und Steuerung des Spiels:

Besondere Fähigkeiten besitzen auch die Heldeneinheiten, die sich jeweils nach gewählter Fraktion unterscheiden, wie ihr es zum Beispiel aus Warcraft 3 - Reign of Chaos kennt. Auch tierische Begleiter sollen in den Kämpfen mit von der Partie sein. Eine wilde Mischung. Trotz Echtzeitabläufen soll das Spiel nicht in Stress ausarten, sondern zu jeder Zeit die Möglichkeit bieten, sich mit Bedacht auf neue Situationen einzustellen. Somit ist Iron Harvest also eine Weiterentwicklung des "Company of Heroes"-Konzeptes mit eigenen Kniffen.

Und das klingt nicht nur gut, sondern sieht in Vorabvideos auch enorm stimmig und unterhaltsam aus. Iron Harvest könnte ein Spaß werden, auf den obendrein auch Konsolenspieler nicht verzichten müssen: Eine Veröffentlichung für PC, PlayStation 4 und Xbox One ist angedacht, als Alpha-Version sogar schon im Sommer dieses Jahres.

Kreative Freiheit

Laut eigenen Aussagen auf der Homepage der Entwickler habe sich das Team deswegen für Crowdfunding entschieden, um volle kreative Kontrolle über die Ausrichtung des Projekts zu behalten. Die Entwickler wollen keine Abstriche machen müssen und die Wünsche der Spieler, die sie zuvor in einer Umfrage ermittelt haben, bestmöglich umsetzen.

Dass sie dieses Versprechen ernst nehmen, zeigt sich in der Transparenz im Umgang mit gesammelten Geldern und den regelmäßigen Updates zum Stand der Entwicklung. Je nachdem wie erfolgreich das Crowdfunding am Ende wird, sollen zusätzliche Inhalte zu den bisher fertiggestellten im Spiel enthalten sein. Sollte dieses den geschürten Erwartungen gerecht werden, steht euch wahrscheinlich ein Echtzeitstrategie-Hit bevor, der einem derzeit höchstens auf Sparflamme laufenden Genre neues Leben einhauchen könnte.

Haben wir euch neugierig gemacht? Sagt uns, was ihr von Iron Harvest haltet und ob ihr das Spiel im Auge behalten werdet. Wir zumindest hoffen, dass das Spiel am Ende hält was es verspricht. Sagt uns in den Kommentaren, ob es euch ähnlich geht!

Tags: Update   Science-Fiction   Kickstarter  

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