20 Jahre spieletipps: Was habt ihr nur ohne uns gemacht!? - Seite 2 (Special)

Victorias Secrets: Tutti Frutti im Hexenkessel

"Ich habe damals als Kind viel mit meiner Oma gezockt. Wir hatten ein Sega Mega Drive und haben da so ein Hexenspiel gespielt (Wiz 'n' Liz). Da musste man in begrenzter Zeit Hasen einfangen und Bosse bekämpfen. Zudem konnte man Früchte in einem Hexenkessel kombinieren. Es gab über 100 Kombinationen und zuerst haben wir alles ausprobiert und handschriftlich festgehalten. Ich habe das Ganze dann sogar auf einer Schreibmaschine noch mal abgetippt (ja, ich komme aus einem kleinen 300-Mann-Dorf mit wenig Technik).

Ihr kennt Wiz 'n' Liz nicht? So sah der Titelbildschirm aus.Ihr kennt Wiz 'n' Liz nicht? So sah der Titelbildschirm aus.

Irgendwann hatten wir dann auch eine Games-Zeitschrift, bei der eine unvollständige Liste abgedruckt wurde, die einige Kombinationen beinhaltete, die wir noch nicht ausprobiert hatten. Es war eine echt schöne Zeit. Ich habe auch erst kürzlich bei einem Umzug diese alten vergilbten Seiten gefunden. Echt irre, wenn man mal daran zurückdenkt!“

Micky auf der Jagd nach dem nächsten großen Cheat

"In den späten 80ern gab es nur eine vernünftige Quelle: Hörensagen. Vor allem meine Geschwister haben sich auf dem Schulhof schlau gemacht und sind dann mit diversen Cheats nach Hause gekommen, die wir natürlich sofort ausprobieren mussten. Dabei drehte sich meist alles um NES- und Amiga-Spiele. Ich weiß gar nicht mehr, wie viele wir da aufgeschrieben und gesammelt hatten, aber das Büchlein mit unseren gesammelten Cheats liegt noch bei unseren Eltern im Schrank. Es handelt sich um ein in Geschenkpapier mit Blumendruck gebundenes Schreibbuch, das wir uns geteilt haben. Darin hatten wir auch auf Kästchenpapier gezeichnete Karten für Spiele wie The Legend of Zelda, Willow und Startropics eingeklebt.

Diese Cheats sind einfach legendär:

Der Konami-Cheat war einer der ersten, die wir versucht haben. Und erstaunlicherweise hieß er schon damals 'Konami-Cheat'. Der fand Anwendung in Life Force und Probotector. Erst ab dem Zeitpunkt als ich ein SNES hatte, habe ich verstärkt auf Print-Magazine zurückgegriffen, in der Hoffnung, dass dort im Tipps-Bereich vielleicht Lösungen für genau die Spiele zu finden waren, die ich gerade gespielt habe. Hin und wieder gab es auch kleine Heftchen mit Komplettlösungen. Ich kann aber absolut nicht mehr sagen, wo die herkamen. Ich glaube, die hat mir immer irgendjemand mitgebracht.

Danke liebe "Video Games", jetzt wissen wir Bescheid! Das Bild stammt aus einer Originalausgabe von 92.Danke liebe "Video Games", jetzt wissen wir Bescheid! Das Bild stammt aus einer Originalausgabe von 92.

Richtige Lösungsbücher gab es damals so gut wie nicht, höchstens ein paar schlecht übersetzte US-Produktionen, die für den deutschen und österreichischen Markt mit einem Kopierer und ein paar Heftklammern an diverse Zeitschriftenläden verteilt wurden. Es war irrsinnig schwer und oft vom Zufall gesteuert, ob und wie man an Cheats und ähnliches gekommen ist. Aber es war auch irgendwie total spannend und jeder Cheat, der dann mal funktioniert hat, war etwas ganz Besonderes.“

Chiara und die Nintendo Hotline: Ihr Freund und Helfer

"The Legend of Zelda – Ocarina of Time war eines der ersten Spiele, das ich jemals gespielt habe. Da ich mit fünf Jahren noch nicht lesen konnte, spielte ich gemeinsam mit meiner Mutter. Meistens las sie mir wichtige Sachen vor, die blau markiert waren. Man könnte nun meinen, dass der berüchtigte Wassertempel Mutter und Tochter vor eine Probe stellte. Allerdings war es der Geistertempel in der Wüste, der uns den Kopf zerbrach. Eine Wand versperrte uns relativ zu Beginn des Dungeons den Weg. Klassischerweise bombardierten wir diese. Doch es half nichts. Heutzutage würde ich mein Smartphone aus der Tasche holen und nach der Lösung schauen. Doch damals hatten wir zwar einen Computer, allerdings kein Internet.

Unsere Erlösung fanden wir im beiliegenden Booklet. Dieses erläuterte vor Zeiten der digitalen Downloads nicht nur Spielmechaniken, sondern enthielt zusätzlich die Telefonnummer der Nintendo Hotline. Sie half Spielern in ausweglosen Situationen. Eine freundliche Stimme am Telefon erklärte uns, dass wir lediglich mit dem Auge der Wahrheit durch die Wand schauen sollten. Dieser einfache Tipp kostete uns zwar ein paar Mark, allerdings konnten wir endlich weiterspielen. Danke, 'Nintendo Hotline'-Mensch!"

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