Zukunftsträchtig: Diese Trends könnten 2018 noch groß werden

(Special)

von Micky Auer (07. April 2018)

Wie alle Bereiche der Unterhaltungsindustrie ist auch die Spielebranche stark trendabhängig. Kein Hersteller kann es sich leisten, das Interesse der Kunden aus den Augen zu verlieren. Wir glauben, dass die folgenden Trends noch eine große Rolle spielen werden.

Trends sind so eine Sache. Wenn man sie rechtzeitig erkennt, kann man in jeder Branche großen Nutzen aus ihnen ziehen. Denn ein Trend bestimmt oft was die Konsumenten haben wollen. Nicht zwingend was sie brauchen. Es geht oft rein um Luxus-Artikel.

Wer sie verpasst, verpasst auch oft eine profitable Schiene in seiner jeweiligen Verkaufssparte. Einen Trend nachzuholen ist so gut wie unmöglich. Denn oft sind sie nur von kurzer Lebensdauer. Manchmal kann man noch drauf aufspringen und etwas mitnehmen, doch nicht selten ist es dann für größere Planungen zu spät. Und ganz klar: Schon so mancher Betrieb hat viel in einen vermeintlichen Trend investiert, nur um dann festzustellen, dass es niemanden interessiert.

Wir haben uns einige Entwicklungen in und rund um die Branche angesehen, die wir euch gerne vorstellen. Ob diese Trends im Endeffekt tatsächlich von längerer Dauer sind und sich auf dem Markt etablieren, können wir natürlich nicht mit Gewissheit sagen. Aber die Chancen dafür stehen zumindest gut.

Verstärkte Einbindung von Augmentierter Realität

Galt Augmentierte Realität (AR) bis vor ein paar Jahren noch nicht mehr als eine nette Spielerei, hat spätestens der Erfolg von Pokémon Go gezeigt, was die Technik in Kombination mit der richtigen Idee bringen kann. Klar, der große Hype und die schon beinahe hysterische Go-Welle, die über die Welt rollte, sind längst nicht mehr so stark im Gespräch wie zu Beginn. Dennoch hat Pokémon Go den Weg für eine Darstellungsform geebnet, die großes Potenzial in sich birgt.

Im Gegensatz zur Virtuellen Realität benötigt AR keine teure Hardware und keine gesicherte Umgebung. Jedes handelsübliche Smartphone ist in der Lage, die echte Welt mit digitalen Elementen verschmelzen zu lassen. Die Spieler haben das Gefühl, durch ihr Smartphone den Blick auf eine unsichtbare Welt richten zu können, quasi wie durch eine Zauberbrille. Dinge in der gewohnten Umgebung entdecken zu können, die scheinbar ständig da sind aber nur durch AR sichtbar werden, üben einen gewaltigen Reiz auf die Spieler aus.

Pokémon Go: Der Vorreiter in Sachen Augmented Reality:

Pokémon Go hat es vorgemacht. Dieser berühmte und zugkräftige Name und das höchst ambitioniertes Projekt werden mit hoher Wahrscheinlichkeit noch weitere Nachahmer auf den Plan rufen. Starke Franchises wie Star Wars, Harry Potter, Dungeons and Dragons oder vielleicht sogar eher Indie-inspirierte Namen könnten noch für ordentlich Aufsehen sorgen. Denn je weiter wir in der Zeit voranschreiten, desto zugänglicher und leichter umsetzbar wird AR-Technik selbst für kleinere Entwickler.

Und wer braucht schon aufwändig gestaltete Hindergründe und Szenarien, wenn die ganze Welt dazu dienen kann? Wir attestieren der Augmentierten Realität auch in Zukunft eine hohe Erfolgsquote.

Neue Vertriebsplattformen versus Steam

Steam ist natürlich die digitale Vertriebsplattform Nummer Eins. Da beißt die Maus keinen Faden ab und das wird sich wohl auch in absehbarer Zeit so schnell nicht ändern. Gänzlich makellos oder frei von Kritik ist aber auch Steam natürlich nicht. Besonders umstritten ist dabei Steam Greenlight.

Ein kleiner Blick auf das Angebot von Itch.ioEin kleiner Blick auf das Angebot von Itch.io

Dabei handelt es sich um die Möglichkeit für Entwickler, ihre Konzepte, Grafiken, Screenshots, Videos und frühe Builds vorzustellen. Wenn ausreichend User das Material gesichtet und für gut befunden haben, wird das Projekt auf den digitalen Marktplatz verlegt. Das führte in der Vergangenheit dazu, dass unzählige unfertige Spiele in den Vordergrund rückten.

Die Konsequenz: So manches wirklich gute Indie-Projekt ging in der Flut unter, verschwand zu schnell aus dem Blickfeld der User und blieb im Endeffekt vielleicht sogar ungespielt. Gerade für kleine Entwickler, die mit wenig Budget aber viel Leidenschaft, Kreativität und Herzblut ihre Projekte umsetzen, ist das eine Katastrophe. So zeigte sich, dass Steam nicht für jeden als optimale Vertriebsplattform dienen kann.

Im Angesicht dieser Situation haben bereits kleinere, spezialisiertere Dienste an Bedeutung gewonnen. Als Beispiel sei hier Itch.io genannt, der "indie game marketplace and DUY game jam host". In der Indie-Szene ist der Name bereits nicht mehr wegzudenken und konnte vor allem durch die höchst offene Preisgestaltung überzeugen. Neben Minimum-Modellen hat sich auch die gänzlich freie Preiswahl seitens der User etabliert.

Bereits 2014 schrieb Leaf Corcoran, einer der Mitbegründer der Plattform, in einem Blog-Eintrag, dass hohe Erträge an Entwickler ausbezahlt wurden. Auch dieser höchst transparente Umgang mit den Finanzen lockt viele Indie-Entwickler und Konsumenten an. Seitdem ist die Plattform weiter gewachsen und ringsum entwickelt das Konzept neue Mitstreiter, die sich an diesem Modell orientieren. Neben einem Erstarken der Indie-Szene attestieren wir euch den entsprechenden Vertriebsplattformen in diesem Jahr großen Erfolg.

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