Duck Season: Plötzlich sorgt die geliebte Kindheitserinnerung für Albträume

(Kolumne)

von Emily Schuhmann (22. April 2018)

Virtual Reality bietet eine völlig neue Ebene, auf der sich die Videospielentwickler austoben können. Kein Gebiet lässt so viel Innovation zu und nach dieser Erfahrung bin ich mir sicher, dass der Kreativität hier keine Grenzen gesetzt sind.

Als Fan der Jagd würde ich mich wirklich nicht bezeichnen, na gut, Monsterjagden á la Dauntless sind die Ausnahme. Und dann gibt es da noch dieses kleine, kultige NES-Spiel, das am 21. April seinen 24. Geburtstag feierte. Von Duck Hunt haben die Jüngeren unter euch bestimmt noch nie gehört, oder?

Duck Hunt auf NES: Im Original gibt es von Horror keine Spur.Duck Hunt auf NES: Im Original gibt es von Horror keine Spur.

Es fühlt sich an, als sei eine halbe Ewigkeit vergangen, seit ich mit meinem Bruder virtuelle Enten gejagt und mich mit ihm um die dazugehörige Plastikpistole gestritten habe. Das davon inspirierte VR-Spiel Duck Season von Stress Level Zero war für mich ein toller Nostalgietrip, … zumindest bis der verdammte Jagdhund den Spieß umgedreht hat.

Ähnlich, aber doch anders

Die Achtziger habe ich nicht selbst erlebt, aber das virtuelle Wohnzimmer im Spiel sieht genau so aus wie es die unzähligen Filme und Serien aus diesem Jahrzehnt darstellen. Ein großer Kastenfernseher ist Mittelpunkt des Raumes und zwischen unzähligen VHS-Kassetten (Wer erinnert sich noch an diese Dinger?) liegt das bekannte "Duck Hunt"-Schießeisen. Das dazugehörige Spiel ist nirgendwo zu entdecken, doch da kommt Mama auch schon durch die Tür, im Gepäck ein geliehenes Exemplar.

Muss man gesehen haben, um es zu glauben: Dieser absurde (Jagd-)Trip erwartet euch!

Statt jetzt allerdings einfach "nur" vor der virtuellen Flimmerkiste zu zocken, lande ich im Spiel im Spiel. Hinter mir sehe ich den kleinen Jungen, durch dessen Augen ich kurz zuvor noch den Bildschirm betrachtet habe. Alles schon ein bisschen merkwürdig. Die Schrottflinte im Anschlag müssen jetzt erst mal leider einige Enten dran glauben und plötzlich taucht der Hund auf. Er sieht aus wie ein Maskottchen und die konnte ich noch nie leiden. Ich lege an, schieße und bereue meine Neugier quasi sofort. Hoffentlich war das kein Fehler.

Hunde- ... äh Geisterstunde

Jetzt geht der Psychotrip so richtig los. Die Uhr schlägt Mitternacht, ich verlasse die Spielwelt und lande im nun dunklen Wohnzimmer. Vorbei ist es mit der Nostalgie, jetzt stellen sich bei mir die Nackenhaare auf. Ich schaue nervös aus dem Fenster und hinter die Couch. Die Tür knarrt und öffnet sich langsam und plötzlich geht der Hund aus dem Spiel auf mich los. Das VR-Headset fliegt in die Ecke und ich versuche meinen Herzschlag zu beruhigen.

Mir war bewusst, dass Duck Season ein Horror-Spiel ist, aber ich werde mich wohl nie an VR-Grusel gewöhnen. Es fühlt sich alles so echt an und auch wenn ich ein Angsthase bin, es macht einfach Spaß. Ich komme auf jeden Fall wieder, um die anderen Enden, Minispiele und Geheimnisse von Duck Season zu entdecken, allerdings werde ich den kichernden Hund in Duck Hunt ab jetzt mit völlig anderen Augen sehen.

Tags: Horror   Indie   Virtual Reality  

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