Test The Swords of Ditto: RPG-Action für zwischendurch

von Michael Krüger (24. April 2018)

Alle hundert Jahre erwacht ein neuer Held und versucht die Welt zu retten. Der Grundstein für nie enden wollende Abenteuer?

Wenn etwas gibt, für das der Publisher Devolver Digital bekannt ist, dann sind es ausgefallene Spielideen und eine auffällige Optik. Beides erwartet euch auch in The Swords of Ditto, das heute am 24. April für PC und PS4 erscheint.

Das Action-RPG setzt auf Roguelike-Elemente und niedliche Charaktere. Kein Held lebt ewig. Und so schlüpft ihr der Reihe nach immer wieder in die Rolle neuer Figuren, die zufällig erstellt werden. Auf diese Weise soll sich jedes Abenteuer frisch anfühlen. Ob das klappt, verrät der Test.

Viele Helden - Ein Ziel

Das putzige Dorf, das sich im Zentrum der Spielwelt von The Swords of Ditto befindet, ist in Gefahr. Eine Art Hexe namens Mormo terrorisiert die Bewohner und verseucht die Gegend mit gefährlichen Monstern. Nachdem der erste Held rasch den Kräften der Schurkin unterliegt, erwacht auch schon ein weiterer Retter und tritt das Erbe als neues Schwert von Ditto an. Ab hier beginnt das eigentliche Spiel und damit ein anhaltender Rhythmus aus Neuversuchen und Niederlagen.

Jeder eurer namenlosen Helden wird zufällig vom Spiel erstellt.Jeder eurer namenlosen Helden wird zufällig vom Spiel erstellt.

Im Grunde ist das die grobe Rahmenhandlung von The Swords of Ditto. Ergänzt wird die Geschichte durch Schriftstücke, die ihr immer mal wieder als Belohnung erhaltet oder in Verstecken findet. Ob ihr euer Wissen über die Charaktere und ihren Wohnraum vertieft, hängt also in erster Linie davon ab, ob ihr Lust darauf habt, die kleinen Erzählungen zu lesen.

Stark ist die Erzählweise also nicht, aber das ist auch nicht weiter schlimm. Denn The Swords of Ditto setzt hauptsächlich auf Spielmechaniken und Präsentation. Dabei bedient sich das Spiel zumindest von Seiten der spielerischen Abläufe bei gängigen Mustern.

Im Kern eine klassische Formel

Zu Beginn eines jeden Heldenlebens besitzt ihr lediglich euer Schwert und ein paar halbwegs nützliche Werkzeuge. Auch wenn sich die Aufteilung der Spielwelt und ihre Inhalte von Mal zu Mal etwas unterscheiden, sind die Abläufe eigentlich immer recht ähnlich. Ihr bahnt euch in der Oberwelt den Weg zu Dungeons, die sich ab einem bestimmten Level öffnen lassen. Diese absolviert ihr und gewinnt so neue Waffen oder schwächt den finalen Endboss.

In den Dungeons dürfen auch Boss-Gegner nicht fehlen.In den Dungeons dürfen auch Boss-Gegner nicht fehlen.

Unterwegs lernt ihr andere Bewohner kennen. Die Aufgaben, die ihr von ihnen oft übertragen bekommt, sehen in der Regel das Sammeln bestimmter Gegenstände vor. Somit erhaltet ihr in der Gänze ein Paket aus klassischen Mechaniken, wie ihr sie aus Links (nicht Zeldas!) ersten Abenteuern kennt. Je länger ihr euch mit der Spielwelt auseinandersetzt, umso mehr Möglichkeiten der Verbesserung entdeckt ihr.

Eine Besonderheit von The Swords of Ditto ist der Koop-Modus. Dieser ist zwar nur lokal verfügbar, bereichert das Spielgefühl allerdings ungemein. Zusammen mit einem menschlichen Mitspieler zwei frischgebackene Helden in den Kampf gegen die fiese Mormo zu führen, macht Laune und erleichtert hier und da den Weg. Besonders bei Feinden, die ihre Schwachstelle am Rücken tragen.

Überraschend kompakt

Die Abläufe in The Swords of Ditto funktionieren im Großen und Ganzen recht gut, doch offenbaren die Mechaniken auch ein paar Schwächen. So steigert sich die Stufe der Gegner stets abhängig von eurem Level. Das Spiel bleibt dadurch immer gleich schwierig. Ein Gefühl von Fortschritt ist dadurch eher minimal wahrnehmbar. Lediglich neue Sticker-Slots deuten im weiteren Verlauf des Spiels auf eine Art Vorankommen hin.

So richtig viele Vorteile bringt ein Stufenaufstieg nicht mit sich.So richtig viele Vorteile bringt ein Stufenaufstieg nicht mit sich.

Doch neue Sticker und damit neue Fähigkeiten müsst ihr bei jedem Helden erneut kaufen oder finden. Es gibt nur wenige Verbesserungen, die sich sinnvoll von einem Leben in das nächste übertragen lassen. So könnt ihr zwar bei manchen NPCs Stärkungen für den nächsten Versuch erwerben, doch wirft das auch immer die Frage auf, ob ihr nicht lieber für einen späteren Anlauf sparen solltet.

Zumal ihr auf eurem Weg zu Mormo jedes Mal nur ein paar Tage im Spiel Zeit habt. Dadurch gestalten sich die Wege zwischen den Dungeons abhängig vom Schwierigkeitsgrad ziemlich hektisch. Das alles wäre eigentlich auch gar kein Problem, stünde am Ende der Strapazen ein angemessener Gewinn. Dieser lässt jedoch irgendwie auf sich warten. Statt neuer Vorteile oder Belohnungen, wartet am Schluss jeder Heldenkarriere eigentlich nur ein Neubeginn, dessen Variationen sich nach zehn bis zwölf Stunden ziemlich abnutzen.

Die Stufenbegrenzungen der Dungeons bremsen hin und wieder den Spielspaß.Die Stufenbegrenzungen der Dungeons bremsen hin und wieder den Spielspaß.

Und trotz dieser Kritikpunkte lässt sich The Swords of Ditto einen gewissen Charme nicht absprechen. Die Kämpfe fühlen sich zwar teilweise etwas steif an, doch machen sie auch Spaß. Taktiken unterscheiden sich je nach Gegner. Und ist der Zufall euch gnädig und ihr findet ein paar besondere Waffen oder Aufkleber, entstehen ganz neue Möglichkeiten. Die Rätsel im Spiel passen sich ebenfalls gut in die Abläufe ein.

Auch die Darstellung von The Swords of Ditto verdient ein Lob. Die Zeichentrick-Optik passt hervorragend zum Spielgeschehen und habt ihr die Möglichkeit am PC in 4K zu spielen, ist die Übersicht umwerfend. Hier profitiert die Präsentation definitiv vom hohen Detailgrad der Gestaltung.

Meinung von Michael Krüger

Eigentlich bringt The Swords of Ditto so gut wie alles mit, was ich von einem Action-RPG erwarte. Und dennoch bin ich nicht wirklich zufrieden mit dem Endergebnis. Die Wege von einem Dungeon zum nächsten kann ich aufgrund des Zeitdrucks nicht richtig genießen. Hier sind Gegner lediglich ein Hindernis. Zwar bringen sie Erfahrungspunkte, doch innerhalb eines Dungeons kann ich ohne das Ticken der Uhr noch besser meinen Charakter-Level steigern.

Umstände wie diese verhindern einen durchweg angenehmen Spielfluss und hemmen meine Neugier, Geheimnisse der Spielwelt zu erkunden. Dafür sind die Belohnungen auch einfach zu belanglos. Laufwege werden zu schnell lästig und das anfängliche Erkunden einer frisch generierten Spielwelt verkommt rasch zu einer reinen Pflichtaufgabe. Die eigentliche Action findet hauptsächlich in den Dungeons statt.

Hier ist der Unterhaltungswert höher und die Stärken des Spiels kommen zur Geltung. Auch die Darstellung, sowie die grundlegenden Ideen sind gelungen. Doch obwohl The Swords of Ditto viele meiner Knöpfe drückt, springt der Funke nicht über. Zumindest entfacht er langfristig kein Feuer. Für kurzweiliges und eher kompaktes Vergnügen reicht die Packung jedoch aus und macht im lokalen Koop-Modus sogar noch mehr Spaß.

72

meint: The Swords of Ditto macht vieles richtig, manches sogar besonders. Sperrige Mechaniken verhindern jedoch anhaltenden Langzeitspaß.

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Tags: Fantasy   Koop-Modus  

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