Kosten wie in Hollywood: 10 der teuersten Spieleentwicklungen

(Special)

von Micky Auer (25. April 2018)

"High-End-Grafik! Actionreiche Fights! State of the Art Gameplay! Und ganz wichtig: Episches Setting und noch epischere Storyline! - Das alles hat seinen Preis. Große Spieleproduktionen können auf zwei Dinge nicht mehr verzichten: Hohle Schlagworte und große Budgets.

Es ist ja nun mittlerweile keine Seltenheit mehr, dass große Hollywood-Produktionen für die große Leinwand ein Budget von 200 Millionen US-Dollar oder mehr reißen. Teure Schauspieler, teure Effekte und teure Ausstattung fordern nun mal ebenso teure Gagen und sonstige Ausgaben. Wie sieht das eigentlich in gerade dem Medium aus, das dem Film in so vielerlei Hinsicht am nächsten steht?

Auch die Produktionskosten von Videospielen steigen gerne mal in ungeahnte Höhen, und das nicht erst seit gestern. Bereits vor 20 Jahren wurden Gelder für Spiele locker gemacht, die problemlos mit den großen Hollywood-Budgets konkurrieren können. Dabei teilt sich die Spieleindustrie das gleiche Risiko wie die Filmindustrie. Denn das Schreckgespenst "Flop" hängt ständig über den Produktionsfirmen wie das Schwert des Damokles. So wie ein Flop im Filmgeschäft das Aus für ein Studio bedeuten kann, so trifft das auch auf Spieleentwickler zu. Und das haben wir schon oft genug gesehen ...

Wir haben uns mal umgesehen und zehn der teuersten Produktionen in der Welt der Videospiele für euch gelistet. Es handelt sich dabei nur um eine lose Reihung, denn oft können die tatsächlichen Kosten nur von Analysten und Spezialisten geschätzt werden. Die Publisher selbst geben nur selten Einblick in die tatsächlichen Ausgaben.

Auch handelt es sich hier um die Kosten zum jeweiligen Zeitpunkt der Entstehung. Die Inflation konnten wir nicht berücksichtigen. Sie würde aber dazu führen, dass nach heutigem Maßstab die Ausgaben wohl noch höher angesetzt werden würden. Nun denn, viel Spaß beim Schmökern! Ihr werdet so manchen bekannten Namen vorfinden, aber sicher auch die eine oder andere Überraschung.

Platz 10: Too Human

Gesamtkosten: 60 - 100 Millionen US-Dollar

Das viel zu ambitionierte Projekt Too Human für Xbox 360 von Silicon Knights (das im Endeffekt auch deren Untergang besiegelte) zog sich über einen erstaunlich langen Entwicklungszeitraum von sechs Jahren, verschlang dabei Unsummen von Geldern und war im Endeffekt eine bestenfalls mittelmäßige Enttäuschung.

Was in der Konzeption, Planung und Umsetzung dieses Mammut-Projekts alles schiefgelaufen ist, würde locker einen eigenen Artikel füllen. Darum geht es aber hier gar nicht. Too Human gehört mit seinen Gesamtproduktionskosten zu den teuersten Spieleentwicklungen der Industrie. Schätzungen diverser Analysten sind im Bereich von 60 bis 100 Millionen US-Dollar angesiedelt. Genauere Zahlen liegen dahingehend nicht vor.

Der Versuch, das vollkommen verkorkste Projekt durch eine aufwändige Marketing-Kampagne zu retten, dürfte jedoch auch nicht billig gewesen sein. Leider war im Endeffekt alles nur ein sehr teurer Schuss in den Ofen.

Quelle: US Gamer

Platz 9: Red Dead Redemption

Gesamtkosten: 80 - 100 Millionen US-Dollar

Ebenfalls im dreistelligen Millionenbereich vermutet ist die Entwicklung von Red Dead Redemption von Rockstar. In diesem Beispiel wurde das Budget aber wesentlich erfolgreicher verbraten. Nicht nur ist Red Dead Redemption ein sehr gutes Spiel, es hat auch bewiesen, das Rockstar außer in urbanen Gangster-Geschichten auch auf anderen Ebenen Atmosphäre erzeugen kann.

RDR war für das Studio ein großer Erfolg. Die hohen Investitionen sieht man dem Spiel für die damaligen Verhältnisse auch äußerst positiv an. Selbst nach heutigen Standards kann es sich noch sehen lassen. Die große Fan-Gemeinde ruft seit Jahren nach einer Fortsetzung, und diese befindet sich nun tatsächlich auch in Entwicklung.

Quelle: New York Times

Platz 8: APB - All Points Bulletin

Gesamtkosten: 100 Millionen US-Dollar

All Points was??? Ihr habt davon noch nie gehört? Genau das ist das Problem. Realtime Worlds, ehemals weltgrößtes unabhängigers Entwicklungsstudio mit 200 Angestellten in Schottland, existierte nur von 2002 bis 2010. Gegründet wurde das Studio von Dave Jones, einem der Schöpfer der GTA-Reihe. Der große Name und das ambitionierte MMO-Projekt All Points Bulletin haben letzten Endes nicht verhindern können, dass sich nur etwa 130.000 User für das Spiel begeistern konnten. Eine Katastrophe für ein MMO, eine noch größere Katastrophe für den Entwickler.

100 Millionen US-Dollar (manche Quellen behaupten, es sei mehr gewesen) hat der Entwickler in APB investiert. Es sollte das "Online GTA" werden. Das hat nicht funktioniert. Wie das dennoch klappen kann, hat Rockstar selbst viel später mit GTA - Online bewiesen. Die hohen Produktions- und Wartungskosten allein waren jedoch kein Garant dafür, dass das MMO auch ausreichend Profit generieren würde. Hoch gepokert, leider verloren.

Quelle: The Guardian

Platz 7: Grand Theft Auto 4

Gesamtkosten: 100 Millionen US-Dollar, vielleicht auch mehr

Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Name "Grand Theft Auto" in dieser Auflistung auftauchen würde, oder? So richtig günstig war keine der GTA-Produktionen. Das ist aber schon beinahe nebensächlich, wenn ihr bedenkt, welchen Erfolg jedes einzelne Spiel in der langjährigen GTA-Reihe eingefahren hat.

Das gilt auch für Grand Theft Auto 4, das von vielen Fans als eines der schwächsten in der Serie angesehen wird. An den hohen Produktionswerten kann das aber nicht liegen. Denn man sieht dem Spiel durchaus an, dass da sehr viel Geld reingeflossen ist. Doch auch wenn es Erfolg auf der einen Seite, dafür Kritik auf der anderen Seite gab, ist gerade GTA 4 ein gutes Beispiel dafür, dass ein unerhört großes Budget nicht synonym für unerhört große Erfolge stehen muss.

Quelle: Gamesindustry

Platz 6: Max Payne 3

Gesamtkosten: 105 Millionen US-Dollar

Und schon wieder Rockstar beziehungsweise Take Two. Mit diesen Namen sind fast ausschließlich große, teure und entsprechend aufwändige Produktionen verbunden. So auch Max Payne 3, das im Zuge seiner Entwicklung 105 Millionen US-Dollar verschlungen haben soll.

Die ersten beiden Teile haben sich gemeinsam etwa sieben Millionen Mal verkauft. Der teure dritte Teil müsste allein die Vier-Millionen-Marke knacken, um die hohen Kosten wieder einzuspielen. Das hat nicht ganz geklappt, denn im ersten Durchgang konnten "lediglich" drei Millionen Exemplare abgesetzt werden, was für einen negativen Geschäftsbericht sorgte.

Zwar erwies sich das Spiel in weiterer Folge als erfolgreich, weil die Absatzzahlen sich über einen längeren Zeitraum aufbauten, jedoch wurde es nicht zu dem umwerfenden Hit, den sich die Verantwortlichen angesichts der hohen Produktionskosten erhofft haben.

Quelle: Industrygamers via Gamingbolt

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