Vorschau Darwin Project: Ein heißkalter Kandidat im Kampf um die "Battle Royale"-Krone?

von Emily Schuhmann (28. April 2018)

"Möge das Glück stets mit euch sein." Eigentlich sollten die Entwickler diesen Satz irgendwo im Spiel unterbringen, denn die Parallelen zu den berüchtigten Hungerspielen sind unübersehbar und machen erst den Reiz aus.

Den Namen Darwin haben vermutlich die meisten unter euch schon mal in irgendeinem Zusammenhang gehört. Entweder im Biologieunterricht als es um Evolution ging oder als Namensgeber der berühmt berüchtigten Darwin Awards, die die dämlichsten Todesfälle weltweit auszeichnen. Charles Darwin definierte die These des Überlebens, der am besten angepassten Individuen.

Herr Darwin wäre vermutlich Schirmherr aller Battle Royale-Spiele gewesen, aber welches passt zu euch?

Nur der Stärkste, Schnellste oder Klügste kann bestehen und genau auf dieser Grundidee basiert das Spiel Darwin Project von Scavenger Studios. Die ungewöhnliche Mischung aus Survival und Battle Royale ist seit dem 9. März im Steam Early Acess und Xbox Game Preview verfügbar, und das seit dem 21. April sogar kostenlos.

Kampf in der Kälte

Schauplatz des Spiels ist eine dystopische Welt, geplagt von Überbevölkerung und Klimakatastrophen. Als Vorbereitung auf eine bevorstehende Eiszeit wird ein neues Projekt, halb Wissenschaftsexperiment, halb Massenbelustigung, ins Leben gerufen. Das namensgebende "Darwin Project" fordert die Teilnehmer heraus, in der beißenden Kälte der kanadischen Rockies zu überleben. Auf dem Weg zum Sieg müsst ihr extremen Umweltbedingungen in der Arena trotzen, Fallen stellen und eure Gegner ausschalten.

Das sechseckige Spielfeld ist in sieben Zonen unterteilt und von einer reinweißen, unberührten Schneedecke überzogen. Im Laufe der meist knapp fünfzehn Minuten andauernden Partien färbt sich diese unschuldige Landschaft allerdings blutig rot. Dafür sind die insgesamt zehn Spieler verantwortlich, die mit Axt und Bogen in die Arena geworfen wurden. Aufgrund der stetig sinkenden Temperaturen und den Vorteilen des Fernkampfs müssen zahlreiche Bäume für Feuerholz und Pfeile das Zeitliche segnen. Natürlich will keiner der Kontrahenten dieses Schicksal teilen.

Die Tribute von Panem lassen grüßen

Vergleiche zwischen den erfolgreichen Genre-Kollegen Fortnite – Battle Royale und PlayerUnknown's Battlegrounds und der ebenso erfolgreichen Romanreihe "Die Tribute von Panem" sind zahlreich, allerdings besitzt nur Darwin Project eine der bedeutendsten Parallelen: den Spielmacher. Der "Show Director" bildet die Brücke zwischen den Teilnehmern und Zuschauern und ist Meister der Arena. In dieser Rolle kann der elfte Spieler Bomben regnen lassen, Zonen sperren oder sogar Vor- und Nachteile direkt an einzelne Charaktere vergeben.

Die Regisseure können Spieler gezielt ansprechen. Manche machen Individuen Angebote, andere locken mit sogenannten Electronics an einen Ort, wo es dann meistens zum Blutbad kommt.Die Regisseure können Spieler gezielt ansprechen. Manche machen Individuen Angebote, andere locken mit sogenannten Electronics an einen Ort, wo es dann meistens zum Blutbad kommt.

Für Streamer oder deren Publikum sehr interessant: Twitch- und Mixer-Zuschauer können ebenfalls als Teil der Spielleitung mitmischen. So könnt ihr auch indirekt am Geschehen teilnehmen und über das Schicksal der armen Teufel in der Arena abstimmen oder Wetten platzieren. Welcher Spieler verdient eine lebensrettende Heilung? Welche Zonen soll der Regisseur sperren? Diese Kombination aus der Möglichkeit das klitzekleine bisschen Sadismus in einem auszuleben oder sich an nie gleiche Gegebenheiten anpassen zu müssen machen den Reiz des Spiels aus. Ein neuartiges Konzept mit Potenzial.

Meinung von Emily Schuhmann

Ein Battle Royale mit nur zehn Spielern hat meiner Meinung nach das Zeug dazu eine Nische für sich zu finden. Vor allem wegen der Grafik behaupten viele, dass hier von Epics Goldesel abgekupfert wurde, ohne dabei zu bedenken, dass Fortnites "Battle Royale"-Modus nachträglich an das Basisspiel angehängt wurde, als Darwin Project schon lange in der Entwicklung war. Zusätzlich gibt es den Show Director auch nur in einem dieser Spiele.

Der kann Dinge wirklich unfair machen, damit muss man klarkommen, wenn man dieses Spiel zockt und darin liegt für mich auch der größte Reiz. Ein Beispiel: Ich bin halbtot, habe eigentlich schon mit der Spielrunde abgeschlossen, mein Gegner hebt die Axt und plötzlich füllt sich mein Lebensbalken. Der Moderator war mir wohlgesonnen und jetzt ist es mein Fast-Mörder, der um sein Leben bangt.

Darwin Project ist auf Streamer zugeschnitten, so viel ist klar. Auch Otto Normalspieler kann seinen Spaß haben, allerdings muss sich erst zeigen, wie der frostige Überlebenskampf bei der breiten Masse ankommt. Die Rolle des Spielleiters macht mir persönlich am meisten Laune. Es fült sich tatsächlich manchmal an, als wäre ich Gott und das hat definitiv seinen Reiz.

Jetzt eigene Meinung abgeben

Tags: Free 2 play   Multiplayer  

Braucht es bei so einer Kassandra noch einen Alexios?

Assassin's Creed - Odyssey: Braucht es bei so einer Kassandra noch einen Alexios?

"Ich finde sie passt nicht so ins Setting!", ist ein Satz, den ich in letzter Zeit häufiger auf Facebook, Twitter (...) mehr

Weitere Artikel

Im PlayStation Store gibt es über 200 Games im Sale

Schnäppchenjäger aufgepasst: Im PlayStation Store gibt es über 200 Games im Sale

Nach dem Release von Assassin's Creed-Odyssey und der Vorbestellung von Red Dead Redemption 2 herrscht in eurem Portemo (...) mehr

Weitere News

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

Darwin Project (Übersicht)
* gesponsorter Link