Test Donkey Kong - Tropical Freeze: Das alte Affentheater, leichter bekömmlich

von René Wiesenthal (01. Mai 2018)

Donkey Kong Country - Tropical Freeze für Nintendo Switch ist eine Portierung des gleichnamigen "Wii U"-Spiels. Nintendo hat sich für die frisierte Version ein paar nette Updates einfallen lassen, die vor allem Gelegenheitsspielern entgegenkommen. Wir haben für euch getestet, was die tropische Hüpfpartie auf Switch hergibt.

Murmeltiertag: Wieder einmal möchte Donkey Kong eigentlich nur mit seinen Primatenkumpels Geburtstag feiern. Schon wieder kommt es anders. "Viehkinger" aus dem kalten Norden steuern auf die Heimatinsel der Affenbande zu, hüllen sie in Schnee und Eis und besetzen sie im Handumdrehen. Schon wird aus der Geburtstags-Party ein ausgewachsenes Abenteuer. Denn natürlich muss Donkey sich auf den Weg machen, die Inselgruppen von dem bösartigen Viehzeug zu befreien.

All das ist dem alten Affenrüden schon einmal genauso widerfahren, im Jahr 2014 auf Nintendos erfolgloser Wii U. Da wir schon im damaligen Test festgestellt haben, wie launig das alles ist, hat es das Spiel keinesfalls verdient, zusammen mit der Flop-Konsole in die ewigen Spielejagdgründe einzugehen. Und so ist es nur konsequent und erfreulich, dass Switch-Spieler nun neben zahlreicher andere Portierungen auch in den Genuss von Donkey Kong Country – Tropical Freeze kommen. Inklusive einiger Neuerungen, die die Einstiegshürden von damals reduzieren.

Hier seht ihr die neue Switch-Fassung in bewegten Bildern:

Einstiegshürden bei einem Nintendo-Spiel? Richtig, wie ihr unserem "Wii U"-Test entnehmen könnt, ist Tropical Freeze alles andere als einfach. Donkey Kong war schon immer bekannt für die eher knackigen "Jump and Run"-Beiträge aus dem Hause Nintendo, ist viel unnachgiebiger als andere Firmenmaskottchen. Auch auf Nintendos Hybridkonsole sind die ersten Schritte noch recht leicht zu bewerkstelligen, während der Schwierigkeitsgrad schnell anzieht. Zu Beginn lernt ihr eine Funktion nach der anderen kennen und werdet immer dann vor die nächstgrößere Herausforderung gestellt, sobald ihr diese gerade verinnerlicht habt. Spätestens nach etwa drei Welten braucht es aber vollste Konzentration, Kombinationsgabe und Fingerspitzengefühl, wenn ihr triumphieren wollt.

Nichts für blutige Anfänger

Der Punkt, ab dem es haarig wird, kündigt sich an, sobald ihr auf die Vollständigkeit der Sammelgegenstände in jedem Level verzichten müsst, wenn ihr nicht richtig fachmännisch zu Werke geht. Er ist dann erreicht, wenn ihr öfter den Löffel (beziehungsweise einen roten Ballon) abgebt und längere Passagen wiederholen müsst. Ohnehin: Neben viel Geschick und schneller Reaktionsfähigkeit erfordern bestimmte Abschnitte das Lernen durch Versuch und Scheitern, um sie aus dem Effeff zu beherrschen. Und das nicht nur fürs Einsammeln aller Goodies, sondern teils auch für das schlichte Bestehen der Levels. Keine leichte Aufgabe und ein Gegenentwurf zu Kirby Star Allies, das kürzlich widerstandslosen Spielfluss auf die Switch brachte. Wer eine Herausforderung sucht, ist bei Tropical Freeze gut bedient.

Sieht aus wie ein Kinderspiel, hat es aber ganz schön in sich. Hier ist das richtige Timing gefragt.Sieht aus wie ein Kinderspiel, hat es aber ganz schön in sich. Hier ist das richtige Timing gefragt.

Der Kompromissvorschlag von Nintendo

Wer allerdings weniger frustresistent ist oder einen leichteren Einstieg sucht, darf sich über die Neuerungen der Switch-Fassung freuen: Neben dem Original-Modus, der all das beinhaltet, was ihr in unserem "Wii U"-Test nachlesen könnt, bietet die Switch-Fassung den so genannten Funky-Modus. Der kommt euch damit entgegen, dass ihr nun nicht mehr nur zwei, sondern ganze drei Herzen pro Affe erhaltet, bis zu fünf Gegenstände mit ins Level nehmen könnt und diese bei Funky Kong im Laden zum geringeren Preis gegen Münzen austauschen könnt. Der Affe, der dem Modus seinen Namen gibt, ist außerdem als spielbarer Charakter wählbar. Geht mit ihm auf Reisen, wenn ihr trotz der zusätzlichen Hilfestellungen noch immer Probleme habt, voranzukommen.

Funky Kong ist die neue spielbare Figur. Und so etwas wie ein leichterer Modus.Funky Kong ist die neue spielbare Figur. Und so etwas wie ein leichterer Modus.

Wenn ihr's lieber funky möchtet

Funky hat von Beginn an fünf Herzen in seiner Energieleiste, kann dafür aber keine Partneraffen auf seinen Rücken packen, um deren Fähigkeiten zu nutzen und die Lebensleiste aufzustocken. Das hat er aber auch gar nicht nötig. Durch den ihm eigenen Doppelsprung und der Möglichkeit, langsam im Gleitflug mit dem Surfbrett herabzuschweben, rettet ihr euch mit Funky auch aus missglückten Situationen. Stacheln kann er mit dem Sportgerät ebenso gefahrlos überwinden, zudem unendlich lange tauchen und ohne Unterbrechung rollen. Anspruchslos wird das Spiel durch ihn nicht. Wer aber das etwas zahmere Erlebnis möchte, greift zu Funky Kong.

Optisch ist auf Nintendo Switch alles beim Alten: Tropical Freeze sieht ansprechend, aber nicht überragend aus. Das Design der Stages ist abwechslungsreich, Hintergründe bieten meist eine stimmige Kulisse. Alle Figuren und Objekte sind sauber gestaltet - ohne große Ecken und Kanten, aber auch ohne fiese Grafikfehler. Vor allem auf dem portablen Screen wirkt sich dieser Umstand positiv aus, da Hindernisse, Gegner und Fallen immer gut erkennbar sind. Ohnehin ist das Spiel durch seine Einteilung in einzelne Levels perfekt zum Spielen unterwegs geeignet.

Meinung von René Wiesenthal

Donkey Kong – Tropical Freeze für die Switch ist klar die bessere von beiden Versionen. Denn es beinhaltet alles, was die "Wii U"-Fassung schon auszeichnete und verfeinert diese durch dezente Ergänzungen. Es hätte etwas mehr neuer Inhalt sein können, wie ihn Mario Kart 8 Deluxe geboten hat, die Neuerungen sind aber sehr sinnvoll und damit umso nützlicher.

Schon ohne Funky als neuen spielbaren Charakter, machen die zusätzlichen Herzen und Gegenstands-Slots das Spiel deutlich fairer und weniger frustrierend für Einsteiger. Gelegenheitsspieler greifen zu Funky Kong und erleben ein immer noch forderndes, aber ganz klar einfacheres Spielerlebnis.

Wer das Spiel auf Wii U gemeistert hat, wird eine neue Version, die hauptsächlich um Erleichterungen erweitert ist, kaum attraktiv finden. Außer natürlich, ihr möchtet es unbedingt noch einmal unterwegs spielen. Vor allem für Switch-Besitzer, die die "Wii U"-Fassung nicht gespielt haben oder denen sie zu schwer war, ist die verbesserte Variante geeignet.

87 Spieletipps-Award

meint: Knackiger Hüpfspaß wie schon auf Wii U, diesmal mit neuer spielbarer Figur und optionalen Erleichterungen.

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Tags: Singleplayer  

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