Vorschau Dual Universe: Wenn Mincecraft und Star Citizen ein Kind bekommen

von René Wiesenthal (02. Mai 2018)

Was wäre, wenn es ein Spiel gäbe, in dem sich ein frei zugängliches Universum nach euren Wünschen umgestalten ließe? In dem ihr theoretisch ganze Planeten abbauen oder mit riesigen Städten zupflastern könntet? Willkommen bei Dual Universe – oder dem, was es einst werden soll.

Es ist nicht einmal zwei Jahre her, als wir Dual Universe von den Franzosen von Novaquark (was für ein toller Name!) erstmals präsentiert bekamen. Dass das aberwitzige Projekt seitdem nicht im Sande verlaufen ist, erfüllt uns mit großer Freude und vorsichtigem Optimismus. Dual Universe sollte unbedingt Realität werden. Wie wirklich die ambitionierten Fantasien der Entwickler um Kreativkopf Jean-Christophe Baillie bereits sind, durften wir bei einem erneuten Besuch des Teams bestaunen. Im Gott-Modus führte der Herr uns durch ein nahtloses MMO-Universum, das voll ist mit schier endlosem, spielerischem Potenzial. Und vielen bereits umgesetzten Ideen.

Minecraft trifft Eve Online trifft Star Citizen

Um noch einmal kurz zusammenzufassen, um was es bei Dual Universe geht: Das Vorhaben der Entwickler ist es, ein MMO in einem nahtlosen, völlig frei zugänglichen Universum zu schaffen, das Spieler nach Belieben verändern können. Zerstören, erschaffen, der Kreativität sollen keine Grenzen gesetzt sein. Es gibt eine ganz grobe Rahmenhandlung, die nur dazu dient, das Szenario zu etablieren. Davon abgesehen warten weder NPCs, noch Quests auf euch - keine konkreten Inhalte, wie die Schöpfer selbst sagen.

In bewegten Bildern vermittelt sich Dual Universe wohl am besten:

Dual Universe ist eine Sandbox in Reinform – die Spieler müssen die Lore selbst schaffen, dem Handeln einen Sinn geben, Entscheidungen über die Gestaltung des Universums treffen. In den bisher an feste Termine gebundenen Spiele-Sessions, an denen ausschließlich Kickstarter-Unterstützer teilnehmen können, ist dahingehend schon einiges passiert. Die derzeit zwölf Planeten sind reichlich bebaut, wie wir bewundern durften. Auch, wenn die einzelnen Stationen und Kolonien erst einmal ob der kolossalen Ausmaße des Universums und der einzelnen Himmelskörper gefunden werden müssen.

Die aktiven Spieler zeigen schon jetzt, was in Dual Universe alles möglich ist.Die aktiven Spieler zeigen schon jetzt, was in Dual Universe alles möglich ist.

Und auch außerhalb des Spiels werden Unterstützer schon aktiv: Seitenweise nutzergenerierte Inhalte zu Fraktionen, Bündnissen, Vorgeschichten und Regelwerken finden sich auf der "Dual Universe"-Homepage. Die von den Spielern geschaffene Geschichte ist bereits weit vor Release so komplex wie die eines epischen Rollenspiels.

“Kann man denn einen kompletten Planeten entfernen?“

Doch was passiert da eigentlich in Dual Universe? Spieler landen zu Beginn auf ein und derselben Station eines Planeten. Alle sollen auf einem einzigen Server beheimatet sein. Dual Universe will ein Universum bieten, das potenziell Millionen von Nutzern gleichzeitig verbindet. Die Handlung jedes Einzelnen könnte sich so grundsätzlich jedem anderen Spieler zeigen. Somit wäre deren individueller Einfluss natürlich umso größer, da das Treiben nicht auf verschiedene Server verteilt wird.

Gemeinsam sollt ihr Zivilisationen gründen, wie hier im Bild geschehen.Gemeinsam sollt ihr Zivilisationen gründen, wie hier im Bild geschehen.

Koalitionen bilden sich, Städte entstehen, ganze Imperien verfeindeter oder verbündeter Fraktionen sind denkbar. Erschaffen können Spieler mittels Ressourcen, die sie - ganz wie in Minecraft – aus der Spielwelt abbauen und zu Neuem formen. Rein theoretisch sei es so möglich, ganze Planeten abzufarmen. Dazu bräuchten aber Tausende von Spielern viele Jahrzehnte an Zeit, wie die Entwickler uns auf die Frage hin beantworteten.

Voxels am Nachthimmel

Was die Spieler schon getan haben, ist erstaunlich. So gab es Felsen, die von Gruppierungen großflächig ausgehöhlt und mit futuristischen Wohnräumen bebaut waren. Inklusive Landeplätzen für Raumschiffe, Schlafkabinen, Kellergewölben ... es ist wirklich beeindruckend, was die Community bereits zustande gebracht hat. Das Handwerkszeug, welches das Spiel dafür mitgibt, ist aber auch unvorstellbar umfangreich. Mittels so genannter Voxels (dreidimensionale Pixel) könnt ihr nahezu jede Form aus der "In Game"-Materie bilden, logisch miteinander kombinieren und so komplexe Kreationen hervorbringen.

So einen Flieger zu bauen, ist harte Arbeit, aber grundsätzlich jedem möglich.So einen Flieger zu bauen, ist harte Arbeit, aber grundsätzlich jedem möglich.

Das führt soweit, dass ihr Computern mittels einer einfachen Programmiersprache Befehle beibringen, eigene Software im Spiel produzieren und sie auf Bildschirmen abspielen könnt. Wir haben Voxels gestaunt, als wir das in Aktion sahen. Doch Dual Universe soll kein Coding-Game werden, in dem Spieler Nachteile haben, die nicht programmieren können. Es soll ein breites Spektrum an Betätigungsfeldern geben, in denen ihr euch jeweils spezialisieren könnt, um einen Beitrag zu leisten und eure eigene Geschichte zu erleben.

Schraubt beispielsweise Metallteile geschickt zusammen, setzt die Antriebe an die richtige Stelle, verbindet die Kabel korrekt und ihr habt ein funktionierendes Raumschiff – vollkommen selbst gebaut. So einfach, wie sich das liest, ist es am Ende natürlich nicht. Wer auch hier nicht die Geduld und Expertise mitbringt, etwas Tolles zu schaffen, soll anderen Spielern, die es draufhaben, fertige Schiffe auch abkaufen können. Dazu gibt es eine zentrale Währung – den Markt selbst machen die Spieler. Oder aber ihr trollt einfach herum und baut nur Quatsch in die Landschaft oder grabt Löcher in Planeten – diese Freiheit habt ihr natürlich auch.

Meinung von René Wiesenthal

Wenn wir Dual Universe nicht mit eigenen Augen in Aktion gesehen hätten, wären die Informationen dazu ähnlich spannend wie es die leeren Worte im Vorfeld zu Wunschträumen wie No Man’s Sky aus heutiger Sicht sind. Doch auch wenn das Spiel alles andere als fertig ist und bei der Präsentation auch immer wieder Grafikfehler auftauchten: Das was bereits möglich, spielbar und teils auch schon seitens der Spieler geschehen ist, lässt uns staunend zurück. Da steigen die Entwickler in ein hochdetailliertes Raumschiff-Cockpit ein, das Spieler zuvor in Kleinstarbeit kreiert haben, und heben mit dem Flieger Marke Eigenbau ein paar Meter in die Luft ab. Um uns zu zeigen, dass sie nicht alles Gebaute für die Präsentation vorbereitet haben, stampfen sie kurzerhand ein Schiffsgerüst an Ort und Stelle aus dem Boden – mit Formen und Kombinationen, die schier unendliche Variation bieten. Am liebsten wollten wir direkt selbst Hand anlegen und unsere albernsten und kuriosesten Ideen umsetzen. Die Zeit war zu knapp.

Neben all der Euphorie bleibt aber natürlich noch einiges an Arbeit, die die Entwickler in das Spiel stecken müssen, damit alle Versprechen gehalten werden. So gab es zum Präsentationstermin beispielsweise noch keinen Waffeneinsatz respektive kein PvP. Zudem sahen wir nicht, wie der Übergang von Planet zu All zu Planet im Spiel tatsächlich vonstattengeht, wie stabil die aktuelle Pre-Alpha-Version läuft, wenn der Server von Spielern befüllt ist. Wir hoffen sehr, dass die kreativen Leistungen der Backer belohnt werden und Dual Universe eines Tages als vollwertige Version zur Verfügung steht.

So viel wie wir schon in die Tat umgesetzt gesehen haben, sind wir auf jeden Fall verblüfft. Da noch einiges offen im (Welt)Raum steht und schon andere große Spieleambitionen vor die Wand gefahren wurden, sind wir nur vorsichtig optimistisch. Die Betonung liegt auf dem Optimismus: Ein Spiel wie Dual Universe soll einfach existieren, es wäre der nächste große Schritt in die Spielezukunft, die wir uns wünschen.

Tags: Multiplayer   Kickstarter   Online-Zwang   Science-Fiction   Open World  

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