Red Dead Redemption 2: Diese 8 Dinge dürfen die Entwickler nicht versauen

(Special)

von Michael Krüger (05. Mai 2018)

Die Fußstapfen im sandigen Boden könnten kaum größer sein. Sie zu füllen wird nicht leicht. Zum Glück zeigt der Vorgänger des anstehenden Blockbusters, was funktioniert und was nicht.

Für kaum ein Spiel macht sich der allgemeine Wunsch nach einer Fortsetzung in den vergangenen Jahren so deutlich bemerkbar wie bei Red Dead Redemption. Das umfangreiche Western-Epos konnte nicht ohne Grund Topwertungen einfahren und gilt auch heute noch als eine beliebte Referenz für gelungene "Open World"-Konzepte.

Eigentlich stehen die Chancen gut, dass Red Dead Redemption 2 noch eine Schippe obendrauf packt. Auch der neue Trailer lässt vermuten, dass euch ein ähnlich intensives Abenteuer wie im Vorgänger bevorsteht. Doch damit diese Rechnung aufgeht, sollten sich die Entwickler der Stärken des ersten Teils voll bewusst sein und diese weiter ausbauen. Denn es sind ganz bestimmte Aspekte, die Red Dead Redemption zu etwas Besonderem machen.

Die vielen Gesichter des Wilden Westens - Zwischen Romantik und dreckiger Realität

Betrachtet ihr Red Dead Redemption als Ganzes, fällt schnell auf, dass es sich einer breiten Palette von Western-Klischees bedient. Während ihr einerseits ruhige Abschnitte erlebt, die in ihrer Leichtigkeit schon fast an "Unsere kleine Farm" erinnern, erlebt ihr auf der anderen Seite brutale und düstere Szenen, die euch das rohe Bild eines erbarmungslosen Lebens aufzeigen.

Die raue Prärie kennt viele Geschichten.Die raue Prärie kennt viele Geschichten.

Die Mischung aus romantisierten Einblicken und moralischen Abgründen bietet den idealen Nährboden für spannende Geschichten und starke Emotionen. Um hier an die bleibenden Eindrücke des Vorgängers anknüpfen zu können, sollte Red Dead Redemption 2 unbedingt den etablierten Grundton und dessen breites Spektrum beibehalten.

Ausmaße der Handlung

Und wenn wir schon bei der Handlung sind, betrachten wir doch auch einmal die Dimensionen von Red Dead Redemption. Einen Großteil seiner Faszination verdankt das Rollenspiel nämlich dem zeitlichen Ausmaß der Erzählung. Anstatt nur einen Bruchteil aus dem Leben des Protagonisten kennenzulernen, durchlauft ihr immer wieder neue Lebensabschnitte und nehmt so an der stetigen Festigung und Veränderung seines Charakters Teil.

Erst durch den Zeitfaktor fühlen sich Reisen bedeutend an.Erst durch den Zeitfaktor fühlen sich Reisen bedeutend an.

Dass sich Red Dead Redemption so groß und bedeutend anfühlt, rührt sicher auch daher, dass ihr die Hauptfigur über einen langen Zeitraum begleitet. Und je länger diese Reise ist, umso besser versteht ihr ihre Entscheidungen. Außerdem gewinnt jede Handlung spätestens dann an zusätzlichem Gewicht, wenn Jahre später ihre Konsequenzen abzulesen sind. Diese Tragweite darf Red Dead Redemption 2 gerne weiter auf die Spitze treiben.

Lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende

Wir haben gelacht, geweint und gewütet. Kaum ein Spieler kann behaupten, dass Red Dead Redemption ihn nicht an irgendeinem Punkt im Spiel emotional packen konnte. Das liegt natürlich zum Teil an den bereits beschriebenen Aspekten, aber auch an der Handlung selbst. Denn diese hält sich nicht gerade zurück in Sachen Tragik.

Es wird mit Sicherheit spannend!Es wird mit Sicherheit spannend!

Anders tragisch ist allerdings das Ende von Red Dead Redemption. Denn auch hier sind sich die meisten einig: Es zieht sich stark in die Länge. Und als wären ein paar der Minispiele nicht während des Spielverlaufes schon anstrengend genug gewesen, dürft ihr am Schluss noch einmal eine Art Compilation der uninteressantesten Mechaniken durchlaufen, bevor die Reise ihr turbulentes Ende findet. Irgendwie wird das Finale dem Rest des Spieles dabei nicht ganz gerecht - zumindest was die Abläufe betrifft. Da bleibt nur zu hoffen, dass Rockstar Games aus diesem Fehler gelernt hat und ihn in Red Dead Redemption 2 nicht wiederholt.

Location, Location, Location

Der bereits beschriebene zeitliche Umfang von Red Dead Redemption spiegelt sich auch im Ausmaß der Kartengröße wider. Das Gefühl einer weiten und zum Teil unerforschten Welt passt hervorragend zur Stimmung des Wilden Westens. Dass es den Entwicklern gelungen ist, diese riesigen Weiten mit passenden und vor allem abwechslungsreichen Inhalten zu füllen, ist jedoch noch viel bemerkenswerter.

Jedes Terrain erfordert andere Spielweisen.Jedes Terrain erfordert andere Spielweisen.

Immer wieder gelangt ihr in neue Gebiete und findet andere Voraussetzungen vor. Das Leben der Menschen ist nicht überall gleich. Der allgemeine Ton und die Stimmung variieren und auch kulturelle Unterschiede sind oft deutlich abzulesen. Hinzu kommen Abweichungen im Klima, sowie andersartige Ausprägungen in Sachen Flora und Fauna. Alleine schon der Moment, in dem ihr das erste Mal über die Grenze nach Mexiko geht, macht unmissverständlich klar, dass dieser Aspekt ein absolutes Muss für die Fortsetzung darstellt.

Die richtigen Minispiele

Wie bereits bei den Bedenken hinsichtlich des Endes angedeutet, bewegen sich nicht alle Minispiele in Red Dead Redemption auf dem gleichen Niveau. Besonders die Arbeiten rund um die Farm können zumindest aus spielerischer Sicht nicht so ganz überzeugen. Doch in der Summe stellen diese Fehltritte glücklicherweise die Ausnahme dar.

Das Stadtleben steckt voller Möglichkeiten.Das Stadtleben steckt voller Möglichkeiten.

Denn an den richtigen Stellen warten nicht nur unterhaltsame, sondern auch durch ihre Natur geradezu für ein Thema dieser Art prädestinierte Minispiele und ergänzen das Spielgefühl um elementare Eindrücke. Hierzu zählen beispielsweise Pokerpartien, die in bester Westernmanier gerne einmal ausarten, aber auch einfache Beschäftigungen, wie ein schneller Drink an der Bar. In Red Dead Redemption 2 dürft ihr sicher ähnliche Freizeitaktivitäten erwarten. Bleibt nur zu hoffen, dass sich diese eher auf dem Niveau von Pokerspielen als dem der Kuhpflege aus dem Vorgänger bewegen.

Zitternde Hände

Erinnert ihr euch an eure ersten Stunden mit Red Dead Redemption auf PS3 oder Xbox 360, erinnert ihr euch sicher auch an die etwas schwammige Zielmechanik. Ja, mit der Zeit stellt sich eine Art Gewöhnungseffekt ein, doch so richtig will das Zielverhalten auch später nicht in Fleisch und Blut übergehen. Besonders im Mehrspieler-Modus liegt hier großes Frustpotenzial, was wohl auch mit ein Grund für die Tatsache sein dürfte, dass PVP-Spiele in Red Dead Redemption rasch in Vergessenheit geraten sind.

Duelle dürfen natürlich auch im zweiten Teil nicht fehlen.Duelle dürfen natürlich auch im zweiten Teil nicht fehlen.

Nun liegen ja schon ein paar Jahre zwischen Red Dead Redemption und dem zweiten Teil. Und Rockstar Games konnte mit Grand Theft Auto 5 in der Zwischenzeit beweisen, dass es auch anders geht. Die Hoffnung ist also groß, dass ihr euren Revolver in Read Dead Redemption 2 intuitiver schwingt. Immerhin könnt ihr euch nicht ständig auf euer Dead-Eye verlassen. Natürlich darf die Zeitlupenfunktion in der Fortsetzung ebenfalls nicht fehlen. Dennoch wäre es wünschenswert, wenn ihr auch ohne sie bewegte Ziele trefft.

Ergiebiges Endgame

Aufgepimpt bis unter die Hutschnur und ein epochales Abenteuer in eurem Rücken, wartet am Ende von Red Dead Redemption eine im Großen und Ganzen eher überschaubare Liste an Aufgaben, die ihr noch abarbeiten könnt. Hier und da fehlen euch eventuell noch ein paar Nebenmissionen und das eine oder andere Gebiet möchte noch weiter erkundet werden. Alles in allem ist die Ausbeute jedoch vergleichsweise gering.

Am Ende der Reise warten neue Abenteuer.Am Ende der Reise warten neue Abenteuer.

Für Red Dead Redemption 2 dürfen die Entwickler gerne noch eine Ladung draufpacken. Wie wäre es beispielsweise mit ausgiebigem "Housing"? Stellt euch vor, ihr baut eure eigene Farm im Verlauf des Spiels auf oder erarbeitet euch ein stattliches Anwesen mit Personal. Habt ihr dann nach Beenden des Spiels die Möglichkeit, euer Reich weiter auszubauen, dürfte so mancher Traum eines erfüllten Cowboy-Lebens zumindeste in spielbarer Form in Erfüllung gehen.

Read Dead Redemption Online

Neben der Zielmechanik gibt es einen weiteren Aspekt aus GTA 5, an dem sich die Entwickler für Red Dead Redemption 2 orientieren sollten. Die Rede ist von GTA Online. Was sich hier in den vergangenen Jahren getan hat, ist schon bemerkenswert. Weltweit nutzen Spieler das Grundgerüst der Online-Erfahrung, um daraus eine ganz eigene Rollenspiel-Kultur zu entwickeln. Hier nehmen Leute mit einer Ernsthaftigkeit am digitalen Leben Teil, die schier beispiellos ist.

Die Banküberfälle dürfen gerne etwas spektakulärer ausfallen.Die Banküberfälle dürfen gerne etwas spektakulärer ausfallen.

Ausgestattet mit diesem Wissen dürfte es den Entwicklern leicht fallen, bereits im Vorfeld Weichen für solche Communities zu stellen und ihnen im Spiel entsprechende Werkzeuge zur Verfügung zu stellen. Natürlich sollten auch die Heists aus GTA Online als Vorbild für die Online-Erfahrung von Red Dead Redemption 2 herhalten. Stellt euch nur einmal einen Überfall auf einen Zug vor, auf den eine spannende Flucht in Gruppenformation folgt, die mit der Verteidigung eines Unterschlupfs endet. Hier steckt definitiv jede Menge Potenzial.

Bislang gibt es noch keine detaillierten Informationen zum Mehrspieler-Modus von Red Dead Redemption 2. Doch der neue Trailer macht schon mal Lust auf die Geschichte:

Bei so einer großartigen Vorlage, wie sie Red Dead Redemption darstellt und den vielen Lektionen, die Rockstar Games mit GTA 5 lernen konnte, stehen die Chancen richtig gut, dass Red Dead Redemption 2 die Erwartungen erfüllt. Solange es den Entwicklern gelingt, die wesentlichen Merkmale des Vorgängers zu übernehmen und weiter zu verfeinern, stehen euch voraussichtlich ab 26. Oktober 2018 spannende Zeiten im Wilden Westen bevor. Dann soll Red Dead Redemption 2 für PS4 und Xbox One erscheinen.

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Tags: Singleplayer   Multiplayer   Koop-Modus   Open World  

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