Mein erstes Mal: Als Noob auf einem Game Jam

(Special)

von Marvin Heiden (06. Mai 2018)

Ich habe mich getraut und bin endlich mal auf einem Game Jam gewesen. Aber natürlich nicht nur als Zuschauer, sondern gleich als Teilnehmer. Wie ich es als Programmier-Banause trotzdem überstanden habe und warum ihr keine Angst haben solltet, es selbst einmal zu versuchen, erfahrt ihr hier.

Der stickige Büroraum am Alexanderplatz füllt sich allmählich mit Leuten. Die Klimaanlage brummt und die Jalousien wurden vorsorglich heruntergelassen. Draußen herrscht strahlender Sonnenschein, aber das kümmert hier niemanden. Schließlich haben alle der insgesamt neun Anwesenden ein gemeinsames Ziel: In sage und schreibe acht Stunden soll der erste Prototyp eines völlig neuen Spiels über die Bildschirme unserer Laptops flackern. Ich befinde mich auf einem Game Jam!

Die Aufregung steigt, denn ich persönlich habe bisher so gut wie keine Erfahrung mit der Entwicklung von Videospielen. Zwar interessiere ich mich privat schon länger für das Thema, aber meine Programmierkenntnisse halten sich nach wie vor leider arg in Grenzen. Kann ich mich als Noob in dieser Gruppe aus professionellen Entwicklern, Designern und Artists überhaupt über Wasser halten?

Im neuesten "Beyond good and Evil 2"-Trailer erfahrt ihr mehr über die Entwicklung aktueller Spiele:

Der Experience Game Jam, so der Name der Veranstaltung, ist ein Projekt des Game Students Collective Berlin und findet nach Möglichkeit alle zwei Monate statt. Dave, der Veranstalter und Mitbegründer der Gruppe, beruhigt mich etwas, indem er mir verrät, dass es ihm bei dem Event weniger darauf ankommt, die Teilnehmer mit ihren Talenten voreinander angeben zu lassen: „Wir wollen uns darauf fokussieren, dass wir Rookies ansprechen, die eben noch nicht so eine krasse Vergangenheit mit Games haben, damit die nicht so abgeschreckt sind durch die Elite, die zu anderen Game Jams geht.“ Vielmehr soll hier also eine sichere Umgebung geschaffen werden, in der sich jeder nach Lust, Laune und jeweiligem Kenntnisstand ausprobieren kann. „Hauptsache jeder kann am Ende rausgehen und sagen, ich habe diese eine Sache neu dazugelernt.“

Von rechts nach links: Dave, Niaz, Eva, Jessy und JulianaVon rechts nach links: Dave, Niaz, Eva, Jessy und Juliana

Ich atme einmal tief durch, dann geht es los. Viele der Teilnehmer treffen sich gerade zum ersten Mal und sind dementsprechend miteinander noch etwas vorsichtig. Laut Dave ist das jedoch völlig normal: „Am Anfang ist es eigentlich immer so, dass die Leute eher schüchtern sind.“ Um das Eis zu brechen, fangen wir also allmählich an, Ideen auszutauschen. Welches Genre wollen wir bedienen? Wie gestalten wir die Optik? Wie soll das Spiel ablaufen?

Informatiker Niaz schlägt vor, ein „Tower Defense“-Spiel zu machen. Das wollte er immer schon mal ausprobieren. Doch worum soll es sich inhaltlich drehen? Jessy, Praktikantin für Level-Design in einem Berliner Games-Studio, hat den zündenden Einfall: Na klar, K-Pop! Nach und nach legen wir auf diese Weise die Grundlagen des Gameplays fest. Die Boygroup in der Mitte des Levels soll von heranstürmenden Fans bedroht werden und der Spieler muss sie mit geschickt platzierten Bodyguards, dröhnenden Lautsprechern und Merchandise-Ständen (unsere „Tower“) verteidigt werden.

Unser "Visual Target", gemalt von Lucas: So ähnlich soll das fertige Spiel AussehenUnser "Visual Target", gemalt von Lucas: So ähnlich soll das fertige Spiel Aussehen

Das Grundgerüst steht, jetzt müssen die Aufgaben verteilt werden. Da wir die Game-Engine Unity verwenden, können wir glücklicherweise schon auf diverse Komponenten zurückgreifen und damit einiges an Arbeit sparen. Die meisten wissen bereits genau, woran sie gerne arbeiten möchten. Juliana möchte sich zum Beispiel in Sachen Belichtungseffekte verbessern, Niaz programmiert das Gegnerverhalten und Jessy kümmert sich um 3D Assets und fungiert als Vision-Keeperin.

Auf die Nachfrage, ob es sich für Jessy nicht wie Arbeit anfühlt, wenn sie sich neben ihrem Job sogar in ihrer wertvollen Freizeit noch mit Spieleentwicklung befasst, entgegnet sie: „Nein, eigentlich gar nicht. Dadurch, dass Game Jams so zeitlich limitierte High-Focus-Events sind, ist es eher eine Art Hobby-Arbeit. Außer man gehört zu den Personen, die sich sehr leicht stressen lassen, dann ist das etwas anderes.“ Und da spricht sie ein sensibles Thema an, denn ab jetzt tickt die Uhr.

Weiter mit: Die Uhr tickt!

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Tags: Indie   Fun  

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