Mal unter uns: Ich brauche noch keine PlayStation 5!

(Kolumne)

von René Wiesenthal (07. Mai 2018)

Die Spekulationen und Gerüchte um eine brandneue Konsole aus dem Hause Sony sind sicher interessant. Weniger interessant ist es für mich, schon bald eine PlayStation 5 zu besitzen. Ich sage euch, warum ich denke, dass die nächste Konsolengeneration noch warten kann.

In dieser Reihe geht es manchmal etwas kontrovers, dafür aber immer hochgradig subjektiv zur Sache: Wir präsentieren euch unbequeme und unpopuläre Meinungen, die einfach echt mal raus mussten. Denn: Super Mario ist gar nicht so genial wie alle tun, Metal Gear Survive macht irgendwie echt Laune und wer nur FIFA spielt, ist kein echter Zocker. Also mal unter uns: "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!"

Viel Spaß damit und bitte nicht vergessen: Über Geschmack lässt sich nicht streiten.

Hier findet ihr alle bisher in der Reihe erschienenen Artikel.

Wie ihr sicher bemerkt habt, verdichteten sich in jüngster Vergangenheit Indizien dafür, dass sich eine neuen PlayStation bereits in Entwicklung befindet. Dass es sie geben wird, ist nicht überraschend, offiziell bestätigte Sony die Entwicklung schon im Juni des letzten Jahres. Im März 2018 dann gerieten Gerüchte in Umlauf, erste Bausätze für Spieleentwickler seien vom Hersteller herausgegeben worden.

Nachdem Brancheninsider einen Veröffentlichungstermin im Frühjahr 2020 für wahrscheinlich hielten, lassen aktuelle Gerüchte Spekulationen auf einen früheres Erscheinungsdatum zu – die PlayStation 5 könnte demnach schon nächstes Jahr marktreif sein und ausgeliefert werden. Aber ganz ehrlich: Wer braucht so bald schon eine neue PlayStation? Ich zumindest kann gut und gerne noch eine Weile auf die nächste nächste Generation verzichten.

Der Luxus einer Spielekonsole

Die PlayStation 4 erschien Ende 2013 in Europa und setzte den neuen Standard für die Leistungsfähigkeit der achten Konsolengeneration. Die kurz zuvor erschienene Xbox One konnte da nicht ganz mithalten. Spieler standen nun wieder einmal vor der schwerwiegenden Entscheidung, welches Gerät den Anschaffungspreis am ehesten wert sein könnte - getroffen vor allem mit Blick auf Exklusivspiele. Eine Investition in die Zukunft, denn Konsolen sollen Spielern im Gegensatz zu PCs vor allem Komfort bieten – Langlebigkeit und problemlose Kompatibilität. Und ja, unter Betrachtung vergangener Lebenszyklen von Konsolen, wäre ein Erscheinungsdatum für die PlayStation 5 im nächsten Jahr nicht einmal verfrüht. Aus praktischer Sicht dagegen schon.

Ich bin noch nicht bereit dazu, Abschied zu nehmen. Im Bild: Yakuza 6 - Das Lied des Lebens.Ich bin noch nicht bereit dazu, Abschied zu nehmen. Im Bild: Yakuza 6 - Das Lied des Lebens.

Mir stellt sich zum einen die Frage danach, was denn - käme die PS5 tatsächlich bereits 2019 - eigentlich die PlayStation 4 Pro sein soll? Ich möchte nicht sagen, dass Sony das Versprechen der Langlebigkeit damit gebrochen hat, weil niemand gezwungen wurde, das Gerät zu kaufen, um weiter PS4-Spiele spielen zu können. Doch einerseits könnten sich diejenigen, die von der normalen auf die Pro-Version der PS4 aufgerüstet haben, etwas veräppelt fühlen, wenn so kurz nach dem Erwerb des teuren Hardware-Upgrades die nächstbessere Konsole käme. Andererseits frage ich mich, warum es angesichts dieser leistungsstarken Variante der PlayStation 4 überhaupt so bald eine noch bessere Konsole braucht?

Was soll ein Spiel noch leisten können?

Wird denn der Sprung von PS4 Pro auf PlayStation 5 derart groß sein, dass ein "PS4 Pro"-Besitzer sie unbedingt haben möchte? Ich bezweifle es. Leider würde euch mit der Einführung der PlayStation 5 diese Entscheidung auf absehbare Zeit abgenommen. Denn spätestens dann müssten alle zur neuen Konsole greifen, wenn sie künftige PlayStation-Entwicklungen spielen wollten. Konsolenbesitzer nach einer zwischenzeitlichen Fragmentierung des Konsolenmarktes nochmals in die Tasche greifen zu lassen, ist aus wirtschaftlichen Gründen sicher nachvollziehbar. Ich finde es aus Konsumentensicht aber eher unschön.

Der gespielte Film - dass sowas mit der PS5 Spielgrafik wird, ist zu bezweifeln:

Und auch "Xbox One"-Besitzer müssten darunter leiden. Microsoft geriete natürlich in Zugzwang. Der Konzern arbeitet sicherlich längst an einem Konkurrenzprodukt zur PlayStation 5 und somit könnte bald auch die teure Xbox One X ein Auslaufmodell sein. Kundenfreundlichkeit sieht anders aus.

Das ganze Datentheater von vorn

Ein anderes Problem, das sich für mich ergibt: Konsolen sind heutzutage regelrechte Multimediastationen. Längst legt ihr nicht mehr einfach nur Trägermedien in die Geräte ein und spielt sie ab. Ihr nutzt sie zum Musikhören, zum Streamen von Filmen und Serien, verknüpft sie mit Social-Media-Kanälen. Und ihr kauft damit ein, unter anderem auch digitale Inhalte wie Spiele und DLCs.

Auf einer neuen Konsole muss all das frisch eingerichtet werden. Das bedeutet neben umfassenden Dateneingaben und Systemeinstellungen auch das Herunterladen zahlreicher Apps und eben der bereits erworbenen Spiele samt Zusatzinhalten. Außerdem das Importieren von Spielständen, sofern das alles überhaupt möglich sein wird. Bei Sony ist Abwärtskompatibilität keine Selbstverständlichkeit, weshalb ihr möglicherweise für alte Spiele oder Anwendungen wieder die PS4 in Betrieb nehmen müsstet.

Benutzerfreundlicher darf's gerne sein. Aber wieso nicht via System-Update?Benutzerfreundlicher darf's gerne sein. Aber wieso nicht via System-Update?

Damit stellt sich die Frage, welche Funktionen, die die PlayStation 4 noch nicht hat, auf PlayStation 5 vorhanden sein werden, die all das rechtfertigen? Wenn es "nur" ein verbessertes und erweitertes Betriebssystem sein sollte, könnte das auch in Form eines Updates für die PS4 nachgereicht werden.

Sony sollte mit der PlayStation 5 ein paar richtige Asse im Ärmel haben, Innovationen und deutliche Verbesserungen nämlich. Andernfalls sehe ich Folgendes kommen: Einen technischen Sprung von aktuellen Pro- und X-Konsolen, der vor allem für Entwickler relevant sein dürfte, Spielern vermutlich nur minimal auffällt. Für Letztere sehe ich erneute Anschaffungskosten während Sony eine Plattform hat, euch neue Spiele, Inhalte und vielleicht auch Abos zu verkaufen, für die ihr die neue Konsole zwingend braucht. Ein Generationswechsel als wirtschaftlicher Selbstzweck, ohne merkliche Vorteile für den Kunden.

Ich hoffe, dass ich mich irre und der Mehrwert, den die PlayStation 5 und mit ihr die folgende Microsoft-Konkurrenzkonsole bieten wird, einen Generationenwechsel rechtfertigt. Oder aber die Spekulationen sind unrealistisch und wir warten noch lange genug auf die neuen Geräte, um von den bisherigen gesättigt zu sein. Aus aktueller Sicht find ich einen Wechsel aber – vor allem mit Blick auf die leistungsstärkeren Konsolenvarianten – unnötig. Wie seht ihr das? Schreibt uns eure Meinung dazu in die Kommentare!

Tags: Hardware   Rumor   Update   Mal unter uns  

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