Zelda - Breath of the Wild: Wieso ich das Spiel nach einem Jahr nun doch mag

(Kolumne)

von Matthias Kreienbrink (10. Mai 2018)

Vor etwas mehr als einem Jahr - direkt zum Launch - habe ich mir die Switch gekauft. Vor allem, um Zelda - Breath of the Wild spielen zu können. Doch ich wurde nie so richtig warm damit. Das hat sich nun plötzlich geändert.

Den Eponator konnte ich vor einem Jahr noch gar nicht ausprobieren:

Die Switch ist wohl die perfekte Konsole, wenn man krank ist. Das durfte ich nun wieder feststellen, als mich eine Krankheit für ein paar Tage ans Bett gefesselt hat. Da lag ich dann, wusste nichts mit mir anzufangen und kam auf die Idee: fang doch nochmal mit Zelda an.

Ihr müsst wissen, als das Spiel Anfang März 2017 erschien, war ich ein wenig ernüchtert. Es wollte mich einfach nicht packen. Kurz zuvor hatte ich ziemlich intensiv Horizon - Zero Dawn gespielt, das mir sehr gut gefallen hatte. Schließlich habe ich dabei mindestens 3 Dinge gelernt. Die Welt kam mir viel lebendiger vor. Die Geschichte interessanter, die Charaktere komplexer. Kurzum, mit dem Eindruck der beeindruckenden Welt von Horizon begann ich ein neues Zelda-Abenteuer. Das war wahrscheinlich ein Fehler.

Die Welt von Breath of the Wild kam mir leer vor. Die Idee mit den zerbrechlichen Waffen fand ich Unfug, sie hat mich nur frustriert. Sicherlich fand ich das Spiel damals nicht schlecht, doch schon nach kurzer Zeit verspürte ich kein Bedürfnis mehr, weiterzuspielen. Das Spiel flog dann recht zügig aus meiner Switch, wurde durch Splatoon 2 oder Mario + Rabbids - Kingdom Battle ersetzt.

Ein Jahr vergeht

Seitdem ist nun ein gutes Jahr vergangen. Weil ich eigentlich immer viel mit der Zelda-Reihe anfangen konnte, Ocarina of Time ist noch immer eines meiner liebsten Spiele, wollte ich nun Breath of the Wild nochmal eine Chance geben. Und es hat geklappt - wegen Far Cry 5.

Richtig gelesen, das "Open World"-Spiel von Ubisoft hat mir gezeigt, dass ich Zelda - Breath of the Wild von Anfang an anders hätte spielen müssen. In einer Kolumne schrieb ich bereits, dass Far Cry 5 die für mich interessanteste Spielwelt seit Horizon - Zero Dawn bietet. Der wichtigste Grund war für mich die Atmosphäre. Diese ständige Bedrohung - gerade am Anfang wusste ich nie, was mich als nächstes erwarten wird, was nach der nächsten Kurve auf mich lauert.

Um diese Atmosphäre wirklich erspüren zu können, habe ich mich bei Far Cry 5 bewusst dafür entschieden, die Minimap soweit es geht zu missachten. Die ganzen Symbole mögen da noch so sehr blinken und mein Interesse auf sich ziehen wollen. Die ersten Stunden des Spiels habe ich ganz in der Spieltwelt selbst verbracht. Ich bin einfach losgelaufen und habe geschaut, was ich so erleben werde.

Mit dieser Einstellung habe ich nun auch Zelda - Breath of the Wild eine neue Chance gegeben. Und sehr schnell gemerkt, dass ich das Spiel damals total falsch angegangen habe. Denn ich wollte einfach nur die Missionen abarbeiten und das Spiel damit beenden. Doch schon beim zweiten der Divine Beasts scheiterte diese Strategie, denn ich kam beim Endgegner nicht weiter.

Den richtigen Rhythmus finden

Beim erneuten Spielen ließ ich das alles einfach mal fallen. Meine wichtigste Mission war, den richtigen Rhythmus für diese Spielwelt zu finden. Denn die möchte nicht einfach nur stringent durchschritten werden. Kein Wandern von Punkt A nach B, um dann bei B einen Endgegner zu erledigen und danach Punkt C anzuvisieren. Die Welt will, dass ich entdecke. Ohne Map, ohne große Agenda.

So entdeckte ich nun etwa, dass ich in einem Wald im Norden das Masterschwert finden kann. Dafür musste ich jedoch mindestens 13 Herzen haben. Also Rätsel in Schreinen lösen. Doch diese Schreine wollen erstmal gefunden werden. Auf der Suche wirft einem die Welt Gegner, Berge oder Flüsse entgegen: find doch mal einen Weg drumherum. Und den zu finden ist der eigentliche Reiz des Spiels. Nicht die Geschichte, nicht irgendwelche tollen Nebenmissionen. Nein, das Austesten der Welt, sich die Zeit zu nehmen, der Welt auch den letzten unerreichbar erscheinenden Ort abzuringen. Und so wie für mich auch in Far Cry 5 einfach mal gespannt sein, was ich nach der nächsten Kurve wohl erleben werde.

Auch heute finde ich Zelda- Breath of the Wild nicht perfekt. Noch immer stören mich die Waffen, die so schnell kaputt gehen. Auch einige der Schreine wirken etwas langweilig. Es wirkt so, als hätten die Entwickler da einfach möglichst viele von in die Welt integrieren wollen. Doch insgesamt kann ich nun sagen, dass Breath of the Wild eines meiner liebsten Zelda-Spiele geworden ist. Ich habe es nun auch durchgespielt. Manchmal braucht es halt über ein Jahr, bis man selbst für ein Spiel bereit ist.

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Tags: Open World  

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