Test Conan Exiles: Endlich die ultimative Barbaren-Erfahrung?

von Emily Schuhmann (10. Mai 2018)

Wir wollen euch so schnell wie möglich einen Eindruck von Conan Exiles liefern, wissen aber natürlich, dass es schwer ist Spiele dieser Art in kurzer Zeit vollkommen zu erfahren. Aus diesem Grund liefern wir euch hier einen Ersteindruck und behalten es uns vor, Text und Wertung im Nachhinein noch anzupassen.

Die Uhr tickt und dann ist es endlich so weit. Am 8. Mai um 13 Uhr schloss Funcom die Wartungsarbeiten an den offiziellen Servern ab und Conan Exiles verließ den Early Access. Zum Start auf PC, PlayStation 4 und Xbox One könnt ihr jetzt eine Welt erkunden, die sich seit dem Launch der Frühstart-Phase in ihrer Größe mehr als verdoppelt hat. Auf 40 statt ursprünglich 15 Quadratkilometern erkundet ihr Wüsten, eisige Bergketten und jetzt auch einen aktiven Vulkan und Sümpfe.

Der neue Trailer zeigt, was euch ab sofort im fertigen Survival-Spiel erwartet:

Euer Abenteuer beginnt allerdings nicht im Morast, sondern an ein Kreuz im Wüstensand genagelt. Die Spielfigur muss dort leider erst mal eine Weile ausharren, bis ihr euch für Volk, Religion und ein Aussehen entschieden habt. Conan, der Barbar höchstpersönlich, befreit euch aus dieser misslichen Lage. Allein in der Hitze heißt es jetzt erstmal orientieren und dann so schnell wie möglich Wasser finden. Dabei nimmt euch die sogenannte "Reise" an der Hand, eine Liste von Aufgaben, die euch die Mechaniken des Survival-Spiels näher bringt.

Überleben um jeden Preis

Der Einstieg in Conan Exiles verläuft wesentlich flüssiger als in den meisten anderen Spielen dieser Art. Alle Spieler starten ungefähr an derselben Position, Wasser und Schutz sind nicht weit und die Gegner sind verhältnismäßig harmlos. Kein Vergleich zu beispielsweise Ark – Survival Evolved, in dem ihr schon mal direkt vor der Nase eines T-Rex ins Spiel geschmissen werdet. Die anfängliche Nähe zu anderen Spielern birgt auf designierten PvP-Servern natürlich auch ein gewisses Risiko.

Im Wettkampf mit anderen Spielern müsst ihr immer darauf gefasst sein, dass eure mühsam erschaffenen Bauwerke möglicherweise nicht Bestand haben.Im Wettkampf mit anderen Spielern müsst ihr immer darauf gefasst sein, dass eure mühsam erschaffenen Bauwerke möglicherweise nicht Bestand haben.

Glücklicherweise verteilen sich die Ausgestoßenen recht schnell auf der Karte, denn wer wertvolle Materialien horten will, ist im Flussdelta und zwischen den Dünen falsch. Für eure erste Basis ist die Gegend allerdings perfekt und das Bausystem macht von Anfang an richtig Laune. Ihr könnt fast überall bauen, sogar an Steigungen und Klippen. Um dorthin zu gelangen, müsst ihr eure Kletterkünste beweisen.

Das freie Klettern ist stark von The Legend of Zelda - Breath of the Wild inspiriert, von dem Game Director Joel Bylos erwiesenermaßen total begeistert war. Die dazugehörigen Animationen sehen unglücklicherweise ziemlich hölzern aus. Insgesamt ist die Grafik der von uns getesteten PS4-Version nicht auf dem allerneusten Stand und immer mal wieder auftretende Spielfehler sorgen dafür, dass Conan Exiles noch immer wie ein "Early Access"-Spiel wirkt.

Auch Sandstürme haben es auf eure Lebenspunkte abgesehen. Manchmal trifft dieses Naturphänomen euch auch, wenn ihr eigentlich sicher sein solltet. Sehr Ärgerlich!Auch Sandstürme haben es auf eure Lebenspunkte abgesehen. Manchmal trifft dieses Naturphänomen euch auch, wenn ihr eigentlich sicher sein solltet. Sehr Ärgerlich!

Um euer Überleben zu sichern, solltet ihr euch anfangs vollkommen auf die Ressourcenbeschaffung konzentrieren. Auf PvE-Servern organisiert sich manchmal sogar die gesamte Spielerschaft in einem großen Clan, um effektiv Erze zu schürfen, Holz zu beschaffen und Tiere für Fleisch und Häute zu jagen.

Wer sich für die PvP-Herausforderung entscheidet, muss darauf gefasst sein, dass andere Spieler es auf dieselben Materialien abgesehen haben. Seit der Erstveröffentlichung haben die norwegischen Entwickler das Kampfsystem vollkommen auf den Kopf gestellt. Statt Konfrontation aus der Ich-Perspektive, erwartet euch kombolastige Auseinandersetzungen in der dritten Person, die sich wesentlich angenehmer spielen.

Alles will euch an den Kragen

Die an das Conan-Universum angelehnte Welt unterscheidet sich von den Schauplätzen anderer Survival-Spiele vor allem dadurch, dass sie bewohnt ist. Auf Erkundungstouren könnt ihr über Lager verschiedener Stämme stolpern, die euch nur selten wohlgesonnen sind. Freiwillig schließt sich euch hier niemand an, aber ihr habt glücklicherweise schlagkräftige Argumente. Knüppel über den Kopf, angeleint zur eigenen Basis geschleppt und zur Zwangsarbeit verdonnert „mögen“ euch eure Thralls dann irgendwann genug, um Befehle entgegenzunehmen. Unter anderem unterstützen sie euch, wenn eine Säuberung naht. Bei diesem Event müsst ihr euch gegen Kreaturen aus der Umgebung beweisen, je weiter ihr im Spiel vordringt, desto schwerer habt ihr es.

Wer sich einer ganz besonderen Herausforderung stellen möchte, der darf sich in Conan Exiles durch in der Schwierigkeit steigende Verliese voller Monster, Rätsel und Bosse kämpfen. „Die Abschaumtiefen“ müsst ihr beispielsweise erst durch ein Blutopfer freischalten, im Inneren gilt es Kanäle mit Wasser zu füllen um voranzukommen und euch gegen verärgerte Skelette zu wehren. Am Ende erwartet euch eine giftige Riesenschlange. Und als wäre das noch nicht schwer genug, können auch gegnerische Spielergruppen gleichzeitig einen Dungeon betreten.

Es erfordert viel Zeit und Mühe, aber wenn ihr dann irgendwann umgeben von Tänzern, Dienern und Pomp in eurer Festung auf eurem Thron sitzt, dann habt ihr es geschafft. Ihr habt nicht nur überlebt, sondern eure zweite Chance erfolgreich genutzt.

Meinung von Emily Schuhmann

Vor der großen „Battle Royale“-Welle erlebte die Videospielwelt eine Flut von „Open World“-Spielen, in denen das Überleben die oberste Priorität war. Oft starteten diese Spiele dann auch noch mit einer „Early Access“-Phase und viele (ich eingeschlossen) hatten die Nase gestrichen voll. Dementsprechend skeptisch stand ich Conan Exiles gegenüber. Meine Befürchtungen haben sich zum Glück nur teilweise bestätigt.

Realistische Grafik ist immer ein Risiko und auch wenn das Spiel an sich ok aussieht, die hölzernen Animationen und die vielen Fehler reduzieren die Immersion signifikant. Eine Hyäne sollte einfach nicht durch Wände hindurch angreifen können. Ebenso ärgerlich ist es, wenn ich "Reise"-Aufgaben erfülle und das Spiel sie trotzdem nicht abhakt. Solche Probleme werden hoffentlich bald mittels Updates beseitigt.

Denn die Basis stimmt eigentlich: Sämtliche Mechaniken sind besser erklärt und implementiert als in den meisten anderen Spielen des Genres, die fordernden Dungeons sind gelungen und Bauen, Kämpfen und Erkunden machen einfach Laune. Ich habe bereits stundenlang gespielt und langweilig war es nie. Wie so oft bei MMO-Spielen kommt es aber auch auf die richtigen Mit- bzw. Gegenspieler an: Auf unserem PvE-Server arbeiten alle zusammen und haben bisher einfach eine Menge Spaß.

Bleibt abzuwarten, ob die Entwickler die technischen Probleme bald in den Griff bekommen und ob im späteren Verlauf des Abenteuers noch genug Abwechslung geboten ist. Für den Moment kann ich Conan Exiles bedingt empfehlen - wenn ihr es wie echte Barbaren nicht ganz so genau nehmt, was Aussehen und Technik angeht.

Vorläufige Wertung: 70

meint: Ein etwas anderes Survival-Spiel mit lebendiger Welt, dass sich die Nähe zur Inspiration zu Herzen nimmt. Mechanisch interessant, aber nicht perfekt.

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Tags: Multiplayer   Open World  

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