Test Fox n Forests: Zeitloser Hüpfspaß oder altmodischer Bauchplatscher?

von Michael Krüger (16. Mai 2018)

Actionreiche Hüpfereien feierten auf dem SNES eine glorreiche Ära. Diese möchte das Studio Bonus Level Entertainment nun mit Fox n Forests wiederbeleben. Ob die Welt darauf gewartet hat?

Charmante Fantasiewelten in Pixel-Optik, eingängige Musikstücke und unterhaltsame Action in Form von Sprungpassagen und 2D-Kämpfen - das sind die Grundzutaten für eine mittlerweile kaum noch beachtete Gattung von Spielen. Was auf dem SNES gut funktionierte, kann auch heute noch Spaß machen. Angetrieben von diesem Gedanken startete das Studio Bonus Level Entertainment eine Kickstarter-Kampagne und konnte mit der Hilfe von fast 1.500 Unterstützern seinen Traum verwirklichen.

Das Ergebnis nennt sich Fox n Forests und erscheint voraussichtlich am 17. Mai 2018 für Nintendo Switch, PC, PS4 und Xbox One. Technisch wurden der alten Formel ein paar Aufwertungen spendiert, doch das Spielgefühl alter Tage soll erhalten bleiben. Im Test verraten wir euch, ob diese Rechnung aufgeht. Gespielt haben wir die PC-Version.

Eine etwas andere fünfte Jahreszeit

In einem ansonsten eher idyllischen Wald bricht langsam aber sicher das Chaos aus. Eine bösartige Kraft macht sich breit und droht, eine todbringende, fünfte Jahreszeit einzuführen. Das will der Fuchs Rick nicht zulassen, weshalb er sich mit einer Armbrust und einem Schwert bewaffnet in den Kampf stürzt.

Die Handlung und ihre Präsentation sind in Fox n Forests schlicht gehalten.Die Handlung und ihre Präsentation sind in Fox n Forests schlicht gehalten.

Bereits die Erzählung von Fox n Forests weist nostalgische Züge auf. Immerhin reiht sich die Geschichte in ihrer Schlichtheit wunderbar in der Riege etlicher SNES-Klassiker ein. Neben einer Motivation für den Protagonisten sorgt sie aber auch für die Grundlage der Spielmechaniken. Außer seiner Bewaffnung verfügt Rick nämlich über Magie. Diese nutzt er unter anderem dafür, für einen kurzen Moment die Jahreszeiten zu wechseln.

Welche das jeweils ist, hängt von dem aktuellen Level ab, in dem ihr euch befindet. Wird euer Weg beispielsweise durch einen See unterbrochen, wechselt ihr in den Winter und schon könnt ihr über das gefrorene Wasser laufen. Daraus ergeben sich immer wieder kleinere Rätsel, aber auch unterschiedliche Pfade.

Die Dosis macht den Frust

Fox n Forests setzt stark auf "Backtracking". Das bedeutet, dass ihr die meisten Kapitel mehrere Male spielt. Mit jedem besiegten Boss, erhaltet ihr die Möglichkeit, weitere Wege zu öffnen. Das funktioniert prinzipiell gut und bleibt unterhaltsam, nimmt allerdings gelegentlich auch überhand. Zwar lockern die moderneren Verbesserungsmechaniken den Trott gelegentlich auf und passen gut in den Gesamtablauf, doch könnten sie durchaus ergiebiger sein.

Auf Distanz setzt sich Rick mit Pfeilen zur Wehr.Auf Distanz setzt sich Rick mit Pfeilen zur Wehr.

Für so manchen Geschmack könnte die Liebe zur guten alten Zeit allerdings etwas zu weit gehen. So gestaltet sich das Lesen der Texte häufig anstrengend und auch die Kämpfe wissen immer wieder zu frustrieren. Das bleibt alles in einem unterhaltsamen Rahmen, kann allerdings je nach Geschmack auch mal zu viel der Nostalgie sein. Auch wenn Fox n Forests äußerst hübsch anzusehen ist.

Auch der Trailer zu Fox n Forests trieft vor Nostalgie:

Damit ihr euch nicht ganz so schnell an den Spielwelten satt seht, sind sie glücklicherweise abwechslungsreich gestaltet. Von saftig grünen Wäldern, über stürmische Weiten bis hin zu beengten Höhlen zeichnet Fox n Forests ein klassisches Bild eines Abenteuers in 16-Bit. Auch die pixelgenaue Darstellung unterstreicht diesen Eindruck. Zusammen mit dem Soundtrack, der ebenfalls von Seiten der Melodien und der Klänge auf das goldene Zeitalter des SNES anspielt, gelingt es den Entwicklern, ihr geplantes Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Meinung von Michael Krüger

Bei Vorbildern wie Super Ghouls 'n Ghosts oder Actraiser 2 liegt die Messlatte für Fox n Forests natürlich recht hoch. Gleichzeitig stehen Spiele, die auf klassische Konzepte setzen, meistens vor dem Problem, die richtige Mischung aus Fan-Service und Fortschritt zu treffen. Immerhin soll zwar das ursprüngliche Gefühl erhalten werden, doch gleichzeitig sollen Verbesserungen, die dank technischer Weiterentwicklungen nun möglich sind, ihren Weg ins Spiel finden.

Fox n Forests gelingt dieser Mix im Großen und Ganzen recht gut. Wie viel mehr der einen oder anderen Zutat ihr euch wünschen würdet, ist vermutlich eine reine Geschmacksfrage. Mir persönlich sind die Mechaniken teilweise einen Tick zu umständlich. Zumindest aus heutiger Sicht. Ich sehe aber auch, dass diese gewisse Rauheit für den Nostalgie-Faktor äußerst wichtig ist und empfinde es trotz des gelegentlichen Frustes als charmant.

Berücksichtigt ihr das Vorhaben der Entwickler quasi eine spielbare Hommage an die 16-Bit-Ära zu produzieren, könnt ihr ihnen eigentlich nur gratulieren. Denn unter diesem Gesichtspunkt trifft Fox n Forests voll ins Schwarze. Die Spielmechaniken ergeben in der Summe eines hübsches Abenteuer, das vor allem aufgrund der Darstellung Retro-Herzen höher schlagen lässt.

76

meint: Ein starkes kleines Spiel, das seine Schwächen auf sympathische Art in eine ansprechende Packung aus 16-Bit-Romantik verpackt.

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Tags: Singleplayer   Fantasy   Retro  

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