God of War: Das sagen Veteranen zum neuen Kratos

(Special)

von Chiara Bruno (15. Mai 2018)

"Kratos hat nun eine Seele" heißt es in einem Kommentar eines "God of War"-Fans. Das trifft es ganz gut. Doch was halten eingefleischte Fans der Serie vom "neuen" Gott des Krieges, der sein neuestes Abenteuer ganz ohne Sex, Frauen und mit deutlich weniger Brutalität bestreitet? Wir haben bei ein paar Veteranen des Action-Adventures nachgefragt.

Die Bewertungen zu God of War sprechen eine deutliche Sprache. Über 20 Magazine gaben dem PS4-exklusiven Spiel auf Metacritic 100 von 100 möglichen Punkten. Es folgte sogar der Preis für das beste "PlayStation 4"-Spiel des Jahres. Das neue God of War machte einiges anders. Sex-Szenen, die in vorigen Teilen üblich waren, fehlen gänzlich. Kratos ist gereift und übernimmt nun die Rolle des Vaters, der sich um seinen Sohn Atreus kümmern muss.

Bedeutet neu auch gut?

Selbstverständlich gibt es kein Spiel, das nicht auf Kritik stößt. Wir haben uns gefragt, was Fans der Reihe eigentlich vom reiferen Kratos halten. Dafür haben wir uns in zahlreichen englischen und deutschen Facebook-Foren erkundigt und stellen euch negative Stimmen aber auch Lob seitens der Veteranen vor. Ganz besonders wichtig: Ab hier sollt ihr vor Spoilern gewarnt sein.

Auch das Kampfsystem hat sich verändert:

Der neue Kratos

Zum ersten Mal in der Geschichte der Reihe verschlägt es den Spartaner Kratos an einen anderen Ort. Griechenland ist passé, es geht in den hohen Norden. Schon vorab gab es dahingehend Befürchtungen seitens der Fans. "Bei Zeus! God of War und Kratos gehören nach Griechenland! Kratos ist ja Spartaner!" Zum Standortwechsel kam noch ein Charakterwechsel dazu. Der Gott des Krieges, der seine Abenteuer stets im Alleingang bestritt, hat nun einen Begleiter: seinen Sohn. Und um seiner gewaltsamen Vergangenheit zu entfliehen, musste er sich ein neues Leben aufbauen.

Vom brutalen Kriegsgott zum sorgenden Vater.Vom brutalen Kriegsgott zum sorgenden Vater.

Chronologisch betrachtet endete die Geschichte mit dem Tod von Zeus in God of War 3. Und plötzlich ist da ein "neuer" Kratos mit einem neuen Leben. Ein Kratos, der mühelos Drachen besiegen kann, aber es lange nicht schafft, mit seinem Sohn umzugehen. Dennoch stellt sich die Frage: War dieser Übergang zu schnell? Für einige Spieler scheinbar schon. "Der Übergang war nicht gut", so ein Fan der Serie, "Sie hätten wenigstens einen Kurzfilm oder einen Comic veröffentlichen können, damit Fans einen Einblick haben, was vor seiner Veränderung geschah. Er ist jetzt einfach so, wie er ist." Doch ansonsten sieht der Großteil der Community die Veränderung positiv.

So hätte God of War irgendwann "erwachsen werden müssen". Und Kratos eben auch. Immerhin sei die Fan-Gemeinde auch gealtert. Und trotz anfänglicher Skepsis über den Szenenwechsel, trifft die nordische Mythologie bei über 400 Kommentaren auf ausschließlich positive Stimmen:

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Sony Santa Monica die Entwicklung vom brutalen und unreifen Kratos zu einem ernsten Vater gelungen ist.

Die fehlenden Sex-Szenen

Die fehlenden Sex-Szenen sind eine weitere Änderung, die God of War eine gewisse Ernsthaftigkeit verpassen. Doch wie sich in zahlreichen Facebook-Kommentaren zeigt, hätten die Spieler getrost schon zuvor auf sie verzichten können. "Die fehlenden Sex-Szenen sind ein Plus. Ich fand sie bisher immer peinlich und sinnlos (...)", so ein User. Ein anderer Fan findet die Erklärung für das Fehlen der Szenen in Kratos Vaterrolle. Immerhin wolle er seinem Sohn etwas beibringen und ihm ein gutes Vorbild sein. Auch sei es zwar merkwürdig, ein God of War zu spielen, dass keine Sex-Szenen hat oder Gegner, die "warum auch immer Brüste haben", aber man gewöhne sich daran.

Das neue God of War ist weniger brutal

God of War scheute sich bisher nicht vor brutalen Szenen. Insbesondere die Sequenz in God of War 3, in der ihr L3 und R3 gedrückt halten müsst, um Poseidon (ihr befindet euch in der Ego-Perspektive des Opfers) die Augen einzudrücken, zeigt, dass Brutalität auch sinnlos und übertrieben sein kann. Es wird deutlich, dass ihr im neuesten Teil auf ausschließlich sinnlose Gewalt verzichten müsst. Auch haben die Entwickler die Brutalität insgesamt deutlich zurückgeschraubt. Eigentlich nicht schlecht. Denn so wird das Spiel mehr Menschen zugänglich gemacht. Die Community sieht das dennoch gespalten.

Im neuen God of War reißt ihr keine Augen aus euren GegnernIm neuen God of War reißt ihr keine Augen aus euren Gegnern

"Die Art, wie sie die Gewalt runtergeschraubt haben, ist enttäuschend. Aber es macht Sinn. Kratos ist einfach nicht mehr so brutal und das ist okay."

"Wenn ich Brutalität haben will gucke ich Splatter-Filme oder spiele ähnliches"

Es stimmt. Das neue God of War ist weniger brutal. Vereinzelt habt ihr Szenen, in denen ihr einem Wolf den Kiefer abreißt oder einem Oger die Axt in seinen Schädel rammt. Dennoch fehlen die Gore-Elemente, wie spritzendes Blut, rollende Köpfe und Körperteile. Doch die Fans haben sich damit abgefunden, dass der neue Kratos weniger gewalttätig ist.

Die richtigen Bosse fehlen

Die Bosskämpfe sind wohl der Punkt, in dem es die meiste Kritik seitens der Fangemeinde gibt. So würden sich die Bosse meistens ähneln und zu anspruchslos sein. "Immer den selben Oger zu bekämpfen, wird irgendwann langweilig", heißt es in einem Kommentar, und die Bosskämpfe seien "ein Witz im Vergleich zu den Vorgängern". Ein anderer Fan entgegnet allerdings, dass man die Walküren nicht unterschätzen sollte. Doch gegen diese kämpft ihr erst gegen Ende des Spiels.

Die Bosse müssten mehr variieren und das Design der Gegner sei laut einem Spieler der negativste Punkt des Spiels. Zum Vergleich: In God of War 3 habt ihr eine breite Palette an Göttern, die ihr bekämpfen müsst. Unter anderem Poseidon, Hades, Hermes und Zeus. Und tatsächlich ähneln sich die Gegner im neuesten God of War sehr.

Die Trolle, die vor allem zu Beginn als Bosse fungieren, unterscheiden sich nur bedingt in ihrem Aussehen und besitzen höchstens unterschiedliche Einzel-Elemente. Mehr Anspruch liefern die neun Walküren, die sich zwar grob im Aussehen ähneln, jedoch alle einen unterschiedlichen Kampfstil haben und stets neue Herausforderungen bieten.

Ja, Kratos ist gereift. God of War ist kein brutales Gemetzel mehr und wer Sex-Szenen erwartet, geht leer aus. Fans hatten zurecht Bedenken und Sorgen, die sie allerdings schnell ablegten. Viele Spieler freuen sich bereits auf einen weiteren Teil und fragen sich, wie es mit Atreus weiter geht. Wer das geheime Ende von God of War gesehen hat, könnte bereits vermuten, dass Veteranen ihre geliebten Kämpfe gegen anspruchsvolle Götter zurückbekommen. Baldur scheint wohl nicht genug gewesen zu sein.

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