Vorschau Call of Duty - Black Ops 4: Einzelspieler unerwünscht?

von Micky Auer (18. Mai 2018)

Sie stand schon lange in der Kritik. Vor allem deswegen, weil sie meist arg kurz ausgefallen ist. Die Rede ist von der Einzelspieler-Kampagne in der CoD-Serie. Jetzt gibt es sie nicht mehr. Was kommt stattdessen?

Wenn Publisher Activision und Entwickler Treyarch, der für den diesjährigen Serienteil verantwortlich zeichnet, eine große Ankündigung auf die Beine stellen, dürfen wir natürlich nicht fehlen. Kurzerhand haben wir einen Kollegen ins Flugzeug in Richtung USA gesetzt und darauf gewartet, dass er uns mit allen Infos zum kommenden Spiel füttert. Call of Duty - Black Ops 4 erscheint voraussichtlich am 12. Oktober 2018 für PC, PS4 und Xbox One.

Die Auswahl der bedienten Plattformen bietet erstmal keinerlei Überraschungen. Alles andere aber schon. Denn es gibt ein paar einschneidende Veränderungen. Umsonst geht Activision nicht diesen Weg, denn der Publisher will sicherlich versuchen, den Wünschen der Fans gerecht zu werden und dabei dennoch den größtmöglichen Profit aus dem Spiel herausschlagen. Tatsächlich wird im Zuge der Präsentation das Versprechen gegeben, dass Black Ops 4 der Serienteil mit dem bislang höchsten Wiederspielwert werden soll. Und so fiel wohl die Entscheidung, auf die klassische Einzelspieler-Kampagne zu verzichten. Wie passt das nun zusammen?

Drei Aspekte haben bisher die Kampagnen in den CoD-Spielen bestimmt: Immer aufwändiger produzierter Grafik- und Effekt-Bombast, Pathos, Pathos und nochmal Pathos und eine recht kurze Spielzeit. Der Gesamteffekt entspricht wohl dem eines typischen Hollywood-Blockbusters: Jede Menge Freude fürs Auge, die man aber nicht zweimal sehen muss. Der Wiederspielfaktor hält sich dahingehend also in Grenzen.

Auf der anderen Seite ist es ausgerechnet der Name "Black Ops" mit dem die Spieler einigermaßen stimmungsvolle Geschichten im CoD-Universum verbinden. Doch auch diese sind nicht gefeit vor, nun ja, zu viel von allem, was eigentlich nur mit Präsentation und Exposition, jedoch recht wenig mit Dramaturgie zu tun hat. Zwar sprachen wir eingangs von einer Überraschung, bei näherer Betracht ist der Wegfall der Kampagne jedoch gar nicht mehr so überraschend, stellt sie doch seit jeher den schwächsten Punkt im CoD-Gesamtpaket dar.

Ihr werdet auf dem Boden bleiben

In Call of Duty - Black Ops 3 kamen Spielmechaniken zum Einsatz, die laut Meinung vieler Fans zu sehr von der Grundidee der Reihe abwichen. Thrust-Jumps und Wall-Runs sowie weitere futuristisch anmutende Einzelheiten waren so manchem Spieler zu abgehoben für die Reihe. Ein naher Verwandter, nämlich Call of Duty - WW2, hat gezeigt, was dann letzten Endes doch lieber im Rahmen der Franchise gesehen und gespielt wird. So bleibt ihr auch in Black Ops 4 wieder auf dem Boden.

Das soll aber nun nicht bedeuten, dass die Gefechte in BO4 sich träger oder gar weniger intensiv anfühlen sollen. Ganz im Gegenteil! Es gibt keine Situation mehr, in der ihr eure Waffe nicht im Anschlag habt. "Guns up" heißt das Zauberwort. Das bedeutet nichts anderes als dass ihr wirklich stets feuerbereit sein sollt, egal, welche Aktion ihr gerade ausführt.

Damit einher geht auch eine verstärkte Anwendung der Spezialfähigkeiten. Mit sechs Spezialisten könnt ihr den taktischen Verlauf einer Partie entsprechend beeinflussen. Der Einsatz der Spezialfähigkeiten soll ebenfalls eure Feuerbereitschaft nicht störend beeinflussen. Ein Beispiel: Der Aufklärer kann für euch Gegner aufspüren. Das ist nicht zu unterschätzen, denn in Black Ops 4 soll es "Fog of War" geben, der den Standort eurer Widersacher verschleiert. Mit einem Aufklärer im Team habt ihr somit einen entscheidenden Vorteil.

Die Dame, die auf den Namen Seraph hört, kann für euch einen mobilen Spawn-Punkt setzen. Das sorgt dafür, dass eure Versorgung dort eintrifft, wo ihr sie haben wollt. Torque, ihr Gegenspieler, versucht genau das zu unterbinden. Mithilfe von Stacheldraht-Barrieren und Deckungsmöglichkeiten sorgt er im gegnerischen Team dafür, dass die Vorzüge der Spezialfähigkeiten nicht zu beherrschend werden.

Allzeit bereit: In CoD - Black Ops 4 ist eure Waffe stets im Anschlag.Allzeit bereit: In CoD - Black Ops 4 ist eure Waffe stets im Anschlag.

Dann gibt es da noch einen Gesellen namens Crash. Der bietet ein gewisses Novum, denn in Black Ops 4 gibt es keine Auto-Heilung mehr. Hier kommt Crash ins Spiel, denn er ist ein unverzichtbarer Sanitäter. Mehr oder minder bedenkenloses Vorstürmen solltet ihr euch also zweimal überlegen, denn bei der Heilung seid ihr jetzt auf aktives Eingreifen angewiesen. Crash ist in der Lage, die Heilung seines Teams drastisch zu beschleunigen.

Damit ihr die Funktionen und Fähigkeiten der Spezialisten besser verstehen könnt und entsprechend sinnvoll einsetzt, sollen sie ihre eigenen Missionen erhalten. Die sind jedoch kein Ersatz für die fehlende Einzelspieler-Kampagne. Was da aber genau auf euch zukommt, ist aktuell noch nicht bekannt. Sehrwohl bekannt ist aber die Rückkehr der Ligen. Für Freunde kompetitiver Matches natürlich eine große Freude. Die Ligen sollen standardmäßig allen Spielern zugänglich sein.

Die Welt braucht mehr Zombies

Kein CoD ohne Zombies! Und da in Black Ops 4 die Kampagne wegfällt, werden zusätzliche Kapazitäten einfach mal von Zombies überrannt. Gleich drei verschiedene Szenarien rund um die Wiedergänger sollen im Spiel vorhanden sein. Hier ein kurzer Überblick:

  • IX (Nine): Vier Helden in Gestalt von Gladiatoren stellen sich in einer Arena gegen Zombie-Wellen.

  • Voyage of the Dead: An Bord der Titanic (ja, DIE Titanic) erwartet euch ein düster anmutendes, viktorianisches Abenteuer, in dem der Eisberg, der die echte Titanic versenkt hat, wohl noch das geringste Problem sein mag.

  • Blood of the Dead: Dieser Zombie-Modus orientiert sich an der klassischen Map "Mob of the Dead" und ist eindeutig eine Verneigung vor den Veteranen unter den Fans.

Gerade diejenigen unter euch, die die Kampagne vermissen, können in den drei Zombie-Modi vielleicht einen gewissen Trost finden. Denn alle Szenarien bestreitet ihr mit KI-gesteuerter Bot-Unterstützung. Hinzu kommt die Aussicht, dass es viele spielerische Individualisierungsmöglichkeiten geben soll. Schwierigkeit, Lebensenergie, Schaden, gegnerische Agilität ... All diese Punkte und wohl noch einige mehr sollen eurer vollen Kontrolle unterliegen. Auf diese Weise könnt ihr aus den Modi genau die Erfahrung zimmern, die euren Vorstellungen entspricht. So zumindest die Absicht dahinter.

Auch Activision will nicht auf Battle Royale verzichten

Gerüchte dahingehend gab es schon seit einiger Zeit, jetzt ist es bestätigt: Battle Royale, das noch recht junge, aber überaus erfolgreiche Genre soll auch auf umfassende Art und Weise in Call of Duty - Black Ops 4 eingebunden werden. Passenderweise hört dieser Spielmodus in diesem Fall auf den Namen Blackout. Auf einer gigantisch großen Karte sollt ihr um euer Leben kämpfen und als letzter Überlebender aus der Schlacht hervorgehen.

Die Map soll aus bereits bekannten Örtlichkeiten bisher erschienener Serienteile bestehen. Auch was die Charakterauswahl betrifft sollt ihr auf bekannte Gesichter treffen. Denn die Spielfiguren entstammen sowohl den Kampagnen der Vergangenheit, als auch dem Zombie-Modus. Aber kommen wir nochmal kurz auf das Schlagwort "gigantisch große Karte" zurück: Die soll wirklich gigantisch groß ausfallen, nämlich etwa 15.000 Mal größer als die klassische Map Nuke Town.

Um ein so großes Areal im Spiel auch sinnvoll navigieren zu können, soll es entsprechend viele Fahrzeuge geben. Auf vier Rädern, zu Wasser und in der Luft sollen euch die passenden Vehikel schnell von A nach B bringen. Wie sich das alles in der Praxis gestaltet, anfühlt und spielt, erfahrt ihr voraussichtlich am 12. Oktober 2018, wenn Call of Duty - Black Ops 4 für PC, PlayStation 4 und Xbox One erscheinen soll. Übrigens: Auf Steam werdet ihr vergeblich auf einen Release warten. Denn erstmals in der Reihe soll Black Ops 4 Blizzards Battle.net nutzen.

Was haltet ihr nach der Präsentation vom neuen Call of Duty? Seid ihr mit den Änderungen zufrieden? Oder habt ihr euch was ganz anderes gewünscht? Hinterlasst uns gerne einen Kommentar darüber, wie ihr die Ankündigung aufgenommen habt!

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Tags: Multiplayer  

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