Dieser eine Moment: Als mich ein Spiel endlich mal wieder staunen ließ

(Kolumne)

von Matthias Kreienbrink (22. Mai 2018)

So ein langes Wochenende bietet eine schöne Gelegenheit, auch mal Spiele einzulegen, die bisher nicht zum Zuge gekommen sind. Das habe ich gemacht - indem ich endlich mal Moss eine Chance gegeben habe. Und es war grandios.

Schaut euch mal dieses wunderschöne Spiel an:

Oft ist es nicht bloß die tolle Grafik, die spannende Geschichte oder der sympathische Hauptcharakter, der Spielern noch Jahre nach dem Genuss eines Abenteuers im Gedächtnis bleibt. Solche Erinnerungen drehen sich häufig um einen kurzen Moment. Einen besonderen Moment. >>Diesen einen Moment!<< Dem widmen wir diese Artikel-Serie und beschreiben aus unserer persönlichen Sicht, was diesen Moment so besonders und unvergesslich macht.

Hier findet ihr alle bisher in der Reihe erschienenen Artikel.

Einige von euch werden wahrscheinlich direkt aufhören zu lesen, wenn sie merken, dass es hier um ein VR-Spiel geht. Mir ging es eine gute Zeit genauso. Das Equipment ist teuer, die Handhabung nicht einfach - alleine das Teil, in meinem Fall eine PlayStation VR, anzuschließen, dauert seine Zeit. Und dann müsst ihr natürlich auch noch diesen Helm auf dem Kopf tragen, der auf Dauer auch ziemlich schwitzig und unbequem werden kann.

Dennoch bietet die Virtuelle Realität einfach Erlebnisse, die einzigartig sind und sich wirklich mal wieder anders anfühlen. Das ging mir schon bei Resident Evil 7 so. Das Spiel konnte ich erst in VR ertragen, als ich es bereit zweimal in der normalen Version durchgespielt hatte. Es fühlte sich einfach zu beängstigend, zu nah an. Dann habe ich mal einer Freundin die VR-Brille aufgesetzt. Was dabei passiert ist, könnt ihr hier nachlesen: Die Angst vor der Hand in Resident Evil 7.

Am langen Wochenende habe ich nun also Moss auf meiner PlayStation 4 installiert. Im Vorfeld hatte ich viel Gutes davon gehört. Immer wieder hieß es: musst du mal ausprobieren. Also probierte ich aus. Und was soll ich sagen: seit langer Zeit hat mich ein Videospiel mal wieder richtig staunen lassen. Nicht aber, weil die Geschichte so beeindruckend oder die Action so treibend war. Nein, in Moss wollte ich einfach nur innehalten und schauen.

Am Anfang des Spiels lese ich in einem Buch. Die Seiten blättere ich um, indem ich den Controller bewege. Als ich dann die Welt des Spiels das erste Mal betrete, die Heldin - eine Maus - um die ersten Kurven steuere, bin ich direkt angetan. Das Spiel wirkt so unaufgeregt, dafür aber ungemein charmant. Der Moment, von dem dieser Artikel jedoch zeugen will, kam ein paar Minuten später. Dann nämlich, als ich das erste Mal in die kleine Stadt laufe, in der die Maus - ihr Name ist Quill - lebt.

Erinnert ihr euch daran, als ihr als Kind in einem Märchenwald wart und sich vor euch diese Geschichten entfalteten? Diese Figuren, die sich bewegten und denen ihr einfach nur stundenlang zusehen wolltet? So hat sich dieser Moment in Moss für mich angefühlt. Ich blicke auf diese Stadt, die vielen kleinen Figuren, die sich da bewegen. Ich beuge mich vor und zurück, um auch wirklich jedes Detail sehen zu können. Ich warte ab, ob der Mäuserich, der auf der Brücke angelt gleich wohl einen Fisch fängt. Ich stelle mir vor, wie es wohl wäre, in dem Baumhaus zu wohnen, das sich direkt vor mir gen Himmel erstreckt.

Es ist sehr schwierig, das zu beschreiben, was man in VR erleben kann. Ihr seid dann eben nicht mehr vor dem Spiel. Sondern in ihm. Und auch wenn ich wirklich gerne zocke und immer wieder neue Genres und Spiele ausprobiere. Schon lange habe ich nicht mehr so gestaunt wie in Moss. Wenn ihr skeptisch gegenüber VR seid, probiert dieses Spiel aus. Leit euch die PS VR aus, testet das Spiel bei einem Freund, schaut im Elektronikfachmarkt vorbei, vielleicht ist es da anspielbar. Versucht, dieses Spiel einmal zu erleben. Und dann zu erahnen, wozu VR noch fähig wäre - es lohnt sich.

Übrigens habe ich direkt danach Skyrim VR angeschmissen. Die Anfangssequenz habe ich noch überstanden. Als ich dann jedoch selbst steuern sollte, ist mir direkt so schwindelig geworden, dass ich mir die Brille vom Kopf ziehen musste. Ego-Perspektive und schnelle Bewegungen sind dann eben doch nochmal was Anderes.

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