Survival-Games: Wieso Conan mich nerven musste, damit ich Ark lieben lernte

(Kolumne)

von Chiara Bruno (23. Mai 2018)

Lange war das Survival-Genre ein Mysterium für mich. Meist schreckte ich davor zurück, da allein der Name des Genres vermuten lässt, dass mich die Schwierigkeit der Spiele lediglich erniedrigen würde. Schon bei dem Beschreibungstext von Conan Exiles sah ich mich regelmäßig vor der PlayStation 4 sitzen und verzweifeln. "Ein Open-World-Survival-Spiel in der gnadenlosen Welt von Conan dem Barbaren! (...) Der eisige Norden mit einem neuen Land, in dem du überleben, bauen und über deine Feinde herrschen musst!". Klingt alles sehr beängstigend für einen Survival-Noob.

In Ark könnt ihr sogar Dinos zähmen und züchten:

Die ersten Stunden ließen mich dann wirklich verzweifeln. Wo finde ich Wasser? Wie trinke ich? Und ja, mir ist bewusst, dass das gängig ist in diesem Genre. Ratlos biss ich erst einmal in das trockene Wüstengras. Irgendwann erreichte ich eine Oase und musste bestimmt fünf Mal von Gorilla-Schildkröten erschlagen werden, bis ich mich annähernd zurechtfand. Mehrere Tage befand ich mich am selben Ort, denn die Stärke mancher Gegner ließ mich nicht weit kommen. So habe ich nicht wirklich eine Artenvielfalt genießen können, was sehr schade ist.

Im Dschungel traf ich allerdings noch auf richtige Gorillas und Vögel. Bis ich es so weit schaffte, musste ich allerdings gefühlt 15 Minuten geradeaus laufen. Ein gutes Beispiel für eine "zu offene Welt", denn sie hat nicht ausreichend Vielfalt geboten. Auch die Unterwasserwelt war enttäuschend. Mehr als Algen gibt es dort nicht. Von da an verlor ich auch die Lust, andere Gebiete als nur das Zentrum zu erkunden. Als ich mir dann nach mehreren Tagen und Stunden eine kleine Villa baute, mit schönen Kissen und einem tollen Teppich, ließ ein Bug - laut YouTube ist das Problem wohl gängig - Teile meines Hauses verschwinden.

Somit war das Spiel durch für mich. Jedoch nicht das Survival-Genre. Ich wollte weiter bauen und erkunden. Also kaufte ich mir Ark - Survival Evolved - und es ließ mich genauso verzweifeln wie Conan. Doch auf eine schönere und spannendere Weise. Ich wurde nicht von immer derselben Gorilla-Schildkröte umgebracht, sondern von Walen, Megalodons einem T-Rex und weiteren Urzeit-Kreaturen. Das Spiel schaffte es sogar, dass ich mich kaum ins Wasser traute, weil ich schon Panik bekam, dass mich ein Hai auffrisst. Selten hat ein Spiel solche Emotionen in mir ausgelöst.

Auch Ark hat Bugs, doch die sind nicht besonders gravierend und allerhöchstens unterhaltsam. Den größten Spaß finde ich allerdings nicht wirklich in der Action, sondern beim Bauen meines eigenen Hauses. Mittlerweile habe ich mir erneut eine Mini-Villa samt Terrasse gebaut. Mittlerweile kann ich sagen, dass Ark definitiv in einem ganz bestimmten Punkt den Kürzeren gezogen hat: Es gibt keine schönen Teppiche und Kissen.

Dafür eine Welt, bei der es sich lohnt, sie zu erkunden und bei der ich nicht das Gefühl habe, ich müsste 15 Minuten geradeaus laufen, ohne wirklich etwas zu sehen, um etwas zu sehen. Ark zeigte mir schlussendlich auch, dass ich das Genre Survival lange unterschätzt habe.

Wenn ich darüber hinweg bin, dass es keine schöne Dekoration gibt, werde ich mich als Nächstes als Dinosaurier-Züchterin versuchen. Durch die beängstigende Unterwasserwelt aus Ark steht als nächstes Subnautica auf meiner Survival-Liste. Mal sehen, ob es mich dann genau so packt wie Ark Survival Evolved.

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